wie unpädagogisch bin ich eigentlich???

am

da bei babykram&kinderkacke ja auch regelmäßig die neuesten (un?-)pädagogischen auswüchse präsentiert werden, mach ich das jetzt auch mal.

tja, wo fang ich an..?
heute abend habe ich den igel das erste mal ganz bewußt schreien lassen.
auweia.
und das kam so:

18.00 nach hause kommen, der tag war lang, das essen spärlich.
also schnell 2 stullen schmieren, etwas obst für den igel schnippeln.
den igel in seinen stuhl setzen, er steht sofort wieder auf und will raus.
ich schimpfe ein bisschen, a la „dann haste halt pech gehabt, ich will jetzt schnell was essen usw..“, setze ihn auf den boden.
der igel will auf meinen schoß und stillen.
an sich bin ich im simultan stillen-und-essen ja durchaus geübt, aber heute abend hab ich keinen bock auf gekrümt dasitzen und jeden bissen heimlich in den mund schmuggeln.
ich will einfach in ruhe essen.

resultat: das kind windet sich völlig hysterisch kreischend auf, unter, an mir, alles ist voll mit sabber, rotze, tränen.
ich bleibe konsequent im brust verweigern und stopfe mir meine stulle schnellstmöglich in den mund während ich gleichzeitig darauf acht gebe, dass das verzweifelte kind nicht von meinem schoß fällt.
anschließend gehts zum stillen ins bett und da liegt er nun auch, fix+fertig.

und nun?
war das mal wieder eine völlig überflüssige demonstration elterlicher allmacht?
eigentlich bemühe ich mich ja, so etwas zu unterlassen.
oder ists gerechtfertigt meinen hunger über sein bedürfnis nach nähe und trost zu stellen?
wenn ich das jetzt so schwarz auf weiß vor mir sehe, natürlich nicht.
trotzdem war es in dem moment für mich wichtig, was zu essen, meine laune wäre sonst sehr schnell in den keller gerauscht. (frauen und hunger…)

habe ich nun den frauenverachtenden axtmörder produziert?
ich geh jetzt weiter „in liebe wachsen“ von carlos gonzalez lesen.

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Unsichtbar sagt:

    liebe krähenmutter,
    es ist nicht deine aufgabe pädagogisch zu sein, du bist keine pädagogin sondern mutter. dein kind verdient aufmerksamkeit und respekt und das du liebevoll mit ihm umgehst. von selbstaufgabe hat keiner was gesagt… klar reagiert der igel verzweifelt wenn er damit konfrontiert wird, dass sein bedürfniss nicht sofort gestillt wird, aber er darf auch wissen, dass du auch bedürnisse hast und das die auch wichtig sind. du hast ihn nicht abgewertet ihm nicht gesagt das er oder seine gefühle falsch sind oder ihn absichtlich alleine im dunkeln schreien lassen. also ich finde das total gerechtfertigt. alles gute und einen entspannten feierabend.

    1. merci 😉
      nachdem der heutige abend nach einem sturz ähnlich dramatisch verlief, bin ich wieder milder gestimmt und vermute, es hatte wohl mehr mit der igel-müdigkeit und weniger mit meiner absoluten seelischen grausamkeit zu tun (natürlich auch!).
      so den ganzen tag nur im eigenen sud zu baden ist doch dumm, kommentare von außen verhelfen doch nicht selten zu mehr klarheit.danke dafür!

  2. bauchundnase sagt:

    Die Frage ist: war das Kind bis 18 Uhr ohne dich? Dann ist seine Sehnsucht sehr zu verstehen gewesen und ich hätte ihn gestillt, im Bett mit viel Kuscheln um anschließend in Ruhe zu essen (denn das hast du ja jetzt auch nicht getan). War er nur eine überschaubare Zeit ohne dich, dann hätte ich ähnlich reagiert, denn der Igel ist wie alt? Bestimmt jedenfalls alt genug, um Konsequenz zu lernen und eben auch mal schreien zu können. Seine Wut und sein Frust sind ja verständlich, aber deswegen muss er nicht immer seinen Willen bekommen. Keep cool Mama!

    1. und auch dir vielen dank!
      nein, wir waren schon einige stunden zusammen, inklusive stillen, tragen, spielen…sonst wäre er natürlich mit seinem kuschel-bedürfnis vor (oder neben?) meinem hunger-bedürfnis gekommen.
      und ja, mit 16 monaten kann er meiner meinung nach auch mal 5min warten, bevor er an die brust kann, vor allem, wenn er da eh ständig dran hängt.
      aber da hat er wohl verständlicherweise andere ansichten.

  3. mennory sagt:

    Ach. Kenne ich. Rational betrachtet war das natürlich völlig OK, was hast du schon getan, Du hast dir schnell ein Brot reingestopft… Wie soll dein Körper denn wertvolle Muttermilch produzieren, wenn Du selbst nichts zu Dir nimmst? Aber es fühlt sich heftig an, nicht? Das sind so Momente, wo sich die vorher total symbiotische Beziehung lockert – was ja völlig natürlich und wohl auch an der Zeit ist – aber irgendwie ist es halt für beide ein Schock. Und dann brüllen sie in ihrer Frustration auch noch so herzzerreißend verzweifelt als würde gerade ihre Welt einstürzen. Schwer zu ertragen. Aber da müssen wir wohl durch, Mütter wie Kinder. Frauenverachtende Axtmörder werden doch wohl eher aus Kindern, die nie lernen, dass andere auch Bedürfnisse haben.

    1. ja, es war wohl so überraschend schlimm, weils das erste mal war.
      wenn ich in die zukunft denke, das erste mal von vielen.
      vielleicht ein milder vorgeschmack auf zukünftige wutanfälle?
      achje, mein baby wird plötzlich so schnell groß…gestern noch niedlich zahnlos an meiner brust saugend, morgen schon in der bild mit dem titel „der axtmörder – seine mutter ist schuld!“ 😉
      auch dir herzlichen dank!

  4. Linda sagt:

    Ey, mal ehrlich. Ich bin ja voll für gestillte Bedürfnisse, Nähe, kein weinen müssen nur weinen dürfen und so weiter-you know!
    Und ich sage: Voll in Ordnung was da gelaufen ist. Sein Urvertrauen ist gestärkt durch viel Nähe und gestillte Bedürfnisse der letzten 16 Monate, er ist sich deiner Zuverlässigkeit bewusst. Es war ärgerlich für ihn, er war wütend und das ist verständlich. Was es nicht war, meiner Meinung nach, ist-eine existentielle Angst oder ähnliches. Er war Dir ja nah, Du warst ja da, Du hast nur nicht das getan was er in dem Moment wollte. Du hast getan was Du in dem Moment für Dich als notwendig erachtet hast und das ist dann wieder wichtig für euch Beide.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass Wut auch Axtmörder hervorbringt,aber nicht die Wut über eine nach hinten verschobene Stillmahlzeit.

  5. palü sagt:

    ich bin ganz auf der seite der stullenesserinnen: dein hunger muss auch gestillt werden, keine frage! du hast ja kein 5-gänge-menü hingelegt und alles noch liebevoll flambiert … ich lasse meine kinder auch wissen, wenn ich bedürfnisse habe, die ich mal nicht übergehen kann, das finde ich sogar ganz wichtig. es ist sogar ganz schlimm, wenn eltern immer nur einstecken – denn _das_ schauen sich die kinder dann auch ab.

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