jj in da house

trotz krankem kind hab ichs geschafft und war da.
unschön waren die sms welche uns im anschluss auf dem display anlachten: „wann kommst du? er weint alle 10min..“ bis hin zu „er geht grad die wände hoch.kommst du heute noch?“, inklusive einiger verpasster anrufe.
öhöm.
also mit gefühlten 180sachen durch die stadt zurückgedüst, muddi im einsatz.
dementsprechend war dann die stimmung als ich ankam und den igel wieder übernommen habe.
naja, sie habens überlebt.

uuuund – jesper juul hat zauberkräfte: tatsächlich war das kind bereits am abend fast fieberfrei! (inzwischen weiß ich, dass es das gefääähääärliche 3-tage-fieber war, yes, endlich mal ne offizielle kinderkrankheit.)

tja, sonst, was soll ich sagen…
nett wars, aber lang.
ein wenig freaky auch, einfach nicht mein publikum.
zum glück hatte ich eine zauberhafte begleitung dabei, die das absloute fremdkörpergefühl etwas abfing. (und genauso genervt von popcornfressenden, quatschenden, gänzlich uninteressierten damen vor uns war.)
christian füller (taz) führte das gespräch.
beunruhigend fand ich jesper juuls auftritt – ob er noch lebend die bühne verlassen kann?
wirklich, der mann wirkt so ungesund, dann dieser husten, das schnaufen.

zum wesentlichen:
vielleicht wars einfach (noch) nicht so richtig mein thema?
klar, kita steht an, schule auch irgendwann, aber davor verschließe ich noch ganz fest die augen.
das das alles größtenteils maximal suboptimal läuft, war mir auch bewußt.

irgendwie kam aber kein richtiger fluß auf, also es fehlte so ein wenig ein roter faden.
ein paar grandiose sätze fielen, für meinen geschmack aber zu wenig.
die anschließende diskussion gestaltete sich anfangs etwas schleppend, niemand traute sich so recht auf die bühne.
verständlich, denn im scheinwerferlicht vor einem prall gefühlten kinosaal zu sprechen, da gehört doch einiges dazu.
einige fanden sich dann doch noch, mehrere haben die seitenmikros genutzt.
leider weniger um zu fragen (was auch?), mehr um die eigenen geistigen ergüssen über das versammelte publikum schütten zu können.
freaky halt, wie gesagt.
unschön fand ich die anfängliche betonung darauf, dass (hysterische) mütter und (ungebildete) erzieherinnen immer alles verbocken, während die väter oberkuhl entspannt sind.
gut die spätere ergänzung, dass erzieherInnen dann auch nur pläne alter männer ausführen bzw sich innerhalb eines historisch männlichen konstruktes bewegen.

wer ausführlichere kritiken lesen möchte:
christina vom windelfrei-blog
monique von tragzeit
christian füller himself

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6 Gedanken zu “jj in da house

  1. mammaberlinskiimruhestand schreibt:

    Schön, dass du das hier nochmal so treffend zusammenfasst. Glücklicherweise saß ich weiter vorn (nehm ich an) wo keine Popcornmuttis(?!) nervten.

    • kraehenmutter schreibt:

      ich saß oben auf der galerie – vlt war das nur für vips, auf jeden fall waren da echt (fast) nur freaks mit lauten essgeräuschen.

      solltest du aus dem ruhestand zurückkehren – let me know!

  2. alsmenschverkleidet schreibt:

    Danke für deine Zusammenfassung + Kritik. Ich hab’meine Karte verschenkt, umwälzende Geschehnisse verhinderten jegliche außerhäusliche Aktivität. Grrrrmmpfn. Aber irgendwie klingt es, als hätte ich auch nicht soooooooooviel verpasst. Ich hoffe doch sehr, dass JJ es noch ’ne Weile macht. Denn das nächste Mal will ich mit ohne Popcorn und mit ohne nervigen Quatschtanten auch dabei sein.

  3. glücklich scheitern schreibt:

    habe bisher erst ein buch von ihm gelesen – elterncoaching. zwei sachen die mich vor allen anderen störten: erstens waren die problemkinder fast alle mädchen!!! ich denk ja manchmal schon, ich bin studienbedingt paranoid, aber nope, könnt gerne durchzählen. zweitens geht mir diese art, immer ernst, ruhig, sachlich mit dem kind zu reden gehörig auf den geist. schön wärs, aber ich will dem kind auch vermitteln (altersangemessen, sure), dass sein verhalten manchmal dazu führt, dass ich nicht ruhig bleiben kann. ach quatsch, ich will ihm nicht unbedingt was vermitteln, sondern meinen unmut äußern. falls du verstehst, was ich meine…

    • kraehenmutter schreibt:

      ja, versteh ich. aber genau das sagt er ja auch: authentisch bleiben. und dazu gehört bei vielen auch ab&zu mal richtig ausflippen. das sei wohl für ein kind einfacher, als nicht zu wissen, woran es nun ist.

      trotzdem find ich den ansatz schön und wichtig, also ganz klar zu sagen: dein kind ist genauso ein mensch mit gefühlen wie dein/e partner/in, bitte schrei es nicht an.
      das nehmen viele eltern nicht so wahr, da ist ja auch ein klapps auf den popo ne legitime erziehungsmethode.

      beim ersten vortrag im april meinte er: bevor dein kind zwei jahre alt ist, lies keines meiner bücher, sondern lerne es erst kenne. fand ich ja beruhigend.
      daher denke ich, dass viele angesprochende themen erst in ein paar jahren interessant werden.

      nur mädchen sind problemkinder? – dann können sich ja hier die meisten ganz entspannt zurücklehnen..:) (bis auf die unsichtbaren, hehe)
      aber ja, er hats nicht so mit mädchen (frauen im allgemeinen). auch beim vortrag war es oft ein thema, dass jungs nun mal nicht ins liebe-mädchen-schema passen (sexismus olé!). aber ich fürchte, dass er mit solchen aussagen einfach die realität in den meisten familien widerspiegelt, wo der vater wenig miterzieht, eher für spiel, spaß, spannung zuständig ist, das mädchenzimmer in hello-kitty-optik leuchtet und der sohn unweigerlich auf mc-lightning (so heißt doch dieses rote auto?) steht.
      die gesellschaft ist doch oft viel viel weniger emanzipiert als uns der freundeskreis, blogs, unsere wahrnehmung es glauben lassen.

      naja, jj hat auch noch gesagt: der leser sollte immer bedenken, dass er es immer mit problemfamilien zu tun hat. wenn alles gut läuft, bloss nicht anfangen nach fehlern zu suchen.
      daher gelangen seine aussagen vmtl oft nicht bis zu denen, die es wirklich dringend benötigen, sondern bringen die ins grübeln, die eh schon alles richtig machen wollen.

      aber nein, ich bin trotzdem keine fanatische anhängerin, finde aber trotzdem, dass viele seiner aussagen mehr unters volk gebracht werden sollten.

  4. Anne schreibt:

    1. Kann es sein, dass Herr Füller ziemlich unsympathisch ist (erscheint mir in seinem Text, wie auch in den Kommentaren in den anderen Quellen so)?
    2. Zu der Mädchenproblematik: mir ist ein Satz von ihm mal haften geblieben, der hieß, dass alle immer so aufgeregt und besorgt sind, um die hypermotorischen, störenden, kraweelenden Jungs. Dass aber die leisen, braven und angepaßten Mädchen diejenigen sind, um die man sich viel mehr Sorgen machen müsste. Insofern ist es nicht frauen- oder mädchenfeindlich, was er da sagt, im Gegenteil. Er propagiert NICHT die lieben Mädchen, er prangert an, dass Erzieherinnen die als Norm nehmen. Und da ist viel Wahres dran – wie an den meisten seiner Sätze. Hat mir schon oft geholfen, meine manchmal sehr eigensinnige Tochter besser so nehmen zu können und nicht die Freundin um ihr braves, strebsames und stromlinienförmiges Kind zu beneiden (manchmal gehts einem halt doch durch …;-)). Vielen, vielen Dank für die Rezension und die Links!!!

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