roter vorhang

heut morgen mal wieder:
losgehen.
mit anziehen und so.
UNSER thema.

ich wollte los. jetzt.
der igel nicht. „hierpleibn.“
was dann folgte war pädagogisch keine glanzleistung.

durchgeschwitzt und erschöpft saßen wir im auto.
die geistig-drei-jahre-alte mutter macht dann auch KEINE kinder-musik an, weil sie nen bock hatte.
grandios.

nachdem dann irgendwann das tatsächlich komplett angekleidete kind in der kita war, gabs ne kurze runde heulen im auto.

schon länger surfe ich nach hilfe-adressen, rufe dann doch nie an.
warum nicht?
weil ich angst habe, mein versagen zuzugeben? meine ausflipper und mit-gewalt-anzieher?
ja.
so geht mensch nicht mit einem kind um.
nienieniemals.
ich bin die erwachsene und überlegenere in unserer festgefahrenen anzieh-situation.
aber ich weiß echt nicht weiter.
ich habe es mit langer/kurzer/ohne ankündigung versucht. viel zeit mit spielen, wenig zeit mit durchziehen. mit locken, spaß und auf der vernünftigen ebene. mit halbnackt losfahren, barfuß in die kita laufen (gestern, es war saukalt.) und dann erst anziehen. ich frage, was ihn stört, wir wie es für ihn besser machen können. ich atme durch, versuche die mutter zu sein, als die ich in erinnerung bleiben möchte. versuche mir mantramäßig zu sagen, dass es im bezug auf den rest des lebens total lächerlich ist, mir wegen der morgendlichen unpünktlichkeit so nen stress zu machen.
ich entschuldige mich, aber manchmal meine ich es nicht wirklich so. weil ich echt sauer bin.
abends schon grübele, wie wir den nächsten morgen möglichst reibungslos über die bühne bekommen können, was ich am ablauf optimieren könnte, was ich neues ausprobieren könnte.
es macht mich irre.
schon jetzt stellen sich mir wieder die nackenhaare auf.
hail brückentage, erst montag hab ich wieder einen frühmorgens-anzieh-tag.

ich bin im losgeh-stress kein netter mensch.
früher hat mich morgens niemand angesprochen.
das hat sich gebessert, aber „schnell los müssen“ macht mich hektisch, ungerecht und aggressiv.
wenn sich dann ein 14,5kg-bremsklotz in meinen dampflok-artigen weg stellt, fehlt mir die bremse.
ist das meine aufgabe im leben?
lernen, mit selbstgemachtem stress umzugehen?
ein-und auszuatmen?
erkennen, was wirklich zählt im leben?
dann bitte liebes leben, warum hast du mich mit sturheit und jähzorn ausgestattet?

freunde sagen: „damit kriegt er dich und das weiß er. er testet.“
SO kann er mich nicht wirklich wollen.
zugegebenermaßen kann er nicht viele grenzen testen, da mich nicht viel auf die palme bringt. oder ich vielleicht auch zu wenig grenzen biete?
aber birgt das leben für 2,5jährige nicht genug grenzen?

jetzt bin ich aufs deutsch-dänische institut gestoßen.
das hört sich doch gut an.
morgen ruf ich an.
diesmal wirklich.

was habt ihr für krisen-trächtige situationen und wie kommt ihr da heil raus?

32 Gedanken zu “roter vorhang

  1. perlenmama schreibt:

    Das essen. Man weiß bei der Perle nie was einen erwartet. Mal futtert sie, dann spuckt sie wieder alles durch die Küche. Das ist tagesforms- und nicht essensauswahl-abhängig. Und dann wird geschmissen, gespuckt, gebockt. Und da ich echt ein essens-trauma vermeiden mag müssen wir dann und wann mal eine Pause einlegen…eher für mich und meinen Frust als für die Perle…so hat jeder seine Aufreger…du denkst vielleicht „meeeeeensch, essen ist doch echt nicht so wichtig…“ Und naja, mir ist aus-dem-haus-gehen nicht so wichtig…;-)

    • kraehenmutter schreibt:

      wie gestaltet ihr diese pause?
      und nein, ich würde mir niemals anmaßen ein streitthema mit einem kleinkind „wichtiger“ als ein anderes zu finden.
      also von außen betrachtet sind für erwachsene menschen natürlich alle diese themen (essen, schlafen, anziehen/ausziehen, zähneputzen,..) lächerlich, aber für einen selber in der situation halt so gar nicht.

      • perlenmama schreibt:

        Die Pause ist: perle darf aus dem Stuhl raus (und setzt sich dann meist automatisch auf die stufe vor der balkontür, das ist ihr lieblingsplatz in der Küche). Ich räum ein wenig rum, oder smartphone im internet…manchmal sing ich zur Musik, die ich zur Situationsentschärfung, für meine Nerven, oder eh schon vor dem Essen angemacht habe…manchmal schimpf und grummel ich noch ein wenig rum. Irgendwann frag ich sie ob sie jetzt weiteressen will. Bei „neineineiiinnn“ singe/grummel ich weiter. Kommt sie an, dann albern wir kurz rum (stimmung retten) und dann wird weitergegessen. Merke: geht NUR ohne Zeitdruck und NUR wenn ich nicht selbst Mörderhunger hab. Aber Pausen zum sammeln klappen am besten. Wenn man grad den nerv dazu hat. Und dann trotzdem nicht immer…Sollten aber nicht zu entertaining für die Rabauken sein…sonst legen die es ja drauf an…ist auch schon gewesen.

      • kraehenmutter schreibt:

        ohje, das hört sich echt stressig an.
        beim essen gibts bei uns keine regeln, sonst wär hier landunter.
        ich mach ne kerze an, setze mich hin, singe ein lied und esse. mir egal, ob der kerl auch isst, ball spielt oder sonstewas treibt, ich habe HUNGER..um alles andere kümmere ich mich später.😉

        wir sprechen uns in zehn jahren, welches kind dann den größeren spleen entwickelt hat!😀

  2. Unsichtbar schreibt:

    alles wird gut. wir alle streiten uns mit unseren kindern. hier: schlafen, also das kind sagt es will ins bett, nur um dann wenn sie komplett bettfertig ist doch noch drei stunden spielen zu wollen. arrrrg. ich bin abends meistens so müde von den lächerlichen fünf stunden kindbetüdeln kochen und so… gut wenn du dir unterstützung suchst, die anziehphase hatten wir hier auch anfang des jahres da ist sie dann auch n paar mal nicht zur tagesmutter gegangen (ich musste aber nirgendwo hin und trotzdem hat es mich echt gestresst), oder in strümpfen oder nur in tshirt., hat mich wahnsinnig gemacht, geht vorbei. ich drück dich…

    • kraehenmutter schreibt:

      gerade läufts auch wieder ganz gut.
      weil der igel krank war und nicht zur kita gegangen ist – ein traum. endlose morgende im schlüppi durch die wohnung hotten, essen, bücher angucken, schlafen…aaaah.
      alles wird gut, ja.

      inzwischen besteht er morgens darauf, dass ich ihn unfertig angezogen mitnehme. freak. und für mich auch keine lösung, weil ich zwei rucksäcke, nen beutel mit seinen klamotten und den kerl zwei straßen weit in flottem laufschritt bis zum auto schleppen muss.

      sei zurückgedrückt!

    • kraehenmutter schreibt:

      achso und schlafen gehen ist hier manchmal auch etwas langwieriger. er will dann zwar ins bett, möchte dort aber kämpfen, hüpfen, popslbaum machen usw..
      mich ermüdet sinnloses rumliegen am abend maßlos und manchmal mach ich dann einfach licht aus, sag gute nacht und versuche einzuschlafen.
      einmal hats sogar geklappt!🙂

      • Unsichtbar schreibt:

        jaaa, wenn ich das licht ausmache. gerade hab ich sie wieder eingefangen und ich muss nur ein bobobuch (arrrg) vorlesen und dann ungefähr zwanzig lieder singen. und sie macht selber! das licht aus. alles wird immer besser, meistens… heute konnte ich ihr sogar die zähne putzen ohne meckern. unglaublich!

      • kraehenmutter schreibt:

        ich singe beim zähneputzen „the wheels of the bus..“ und seitdem klappt es ohne probleme, ein zauberwunderallheillied!
        vorher ging da auch so gut wie gar nichts..

        zum glück muss ich im bett nur ein lied zum einschlafen singen, das kann ich inzwischen auch halbwegs fehlerfrei, wenn ich nebenbei lese..^^
        naja und das „dutzeln“..stundenlang.😉

  3. Christiane aus DD schreibt:

    „neue windel“ – „neiiiiin!“ kind will lieber nacktärschig durch die bude rennen. beim 5. versuch ihn einzufangen und mit spielzeug abzulenken fängt er an zu strampeln und tritt mir echt heftig in den bauch. da is mir auch schon die hand ausgerutscht. auf seinen nackten oberschenkel. dann gabs natürlich tränen seinerseits und das mieseste gefühl der welt meinerseits. in solchen momenten brennt mir irgendwie die sicherung durch. is aber tagesabhängig. dumm nur, dass das die kleinen SOFORT auf dem radar haben, wenn einem der tag so schon nicht gelingen will…😦

    • kraehenmutter schreibt:

      ohja, das windeln war hier das erste große problem, bei dem wir erwachsenen (damals noch als team) ziemlich hilflos waren.
      nun ists das anziehen…

      und ja, gerade wenn ich schmerzen habe (kopf auf nase knallen o.ä.) fällts mir sehr schwer, nicht körperlich auszuflippen.
      ich brülle dann in ein kissen, hau gegen die wand usw…aber das ist natürlich auch sehr angsteinflößend für so ein kleines menschlein.

  4. Jule schreibt:

    Was bei uns gut hilft, ist hier zusammengefasst (kennt Ihr bestimmt): http://windelfrei.blog.de/2013/03/25/montags-mantra-verpasst-bus-stressfrei-losgehen-kindern-15668697/

    Aber warum reagiert man so gereizt, wenn man sich der Thematik bewusst ist? Diese Frage hat mich zu einer Hebamme geführt, die familylab-Beraterin ist (siehe Dein Link+Jasper Juul). DAs Fazit: Ich reagiere so, weil ich diverse Traumata erlebt habe (als Baby). Z.B. nach Geburt weg von Mama, schreienlassen, getrennt von Mama schlafen etc. Das führt dann zu einem Empathie-/Körperwahrnehmungsdefizit. Und das kann man üben: hier die Zusammenfassung von besagter Hebamme: http://stillpraxis.de/schreikinder/entspannungs-uebungen

    Ich wollte noch wissen, warum unsere Eltern das mit uns so gemacht haben und habe zufällig diese Buch gefunden: http://www.amazon.de/Seelische-Tr%C3%BCmmer-60er-Jahren-Nachkriegsgeneration-Kriegstraumas/dp/3466308666/
    Sehr erleuchtend und passend.

    Nach diesem Programm (Empathie übe ich immernoch immermal) fühle ich mich gut in der Lage jegliche Situation ohne Gewalt (physisch und verbal) zu lösen. Echt genial.

    Dazu hat mir noch diese Buch geholfen: http://www.amazon.de/Das-gl%C3%BCcklichste-Kleinkind-Welt-Trotzphase/dp/3442171253
    (natürlich nicht ungefiltert … gut sind der erste Teil des Programms: Kind wahrnehmen, Problem reflektieren und kindgerecht reagieren… den Rest braucht man eher nciht).

    Frohes Entspannen ;-)!

    • kraehenmutter schreibt:

      vielen dank für deine tipps!
      das mantra verusuche ich mir auch immer wieder vorzusagen, aber es klappt nur bedingt. (schön auch: http://www.huffingtonpost.com/rachel-macy-stafford/the-day-i-stopped-saying-hurry-up_b_3624798.html )
      in spezialsituationen geht es so halbwegs gut, in einem alltag mit jedem morgen anziehen und losgehen bekomme ich das nicht hin.
      egal, wieviel zeit wir haben: er will sich nicht anziehen. auch wenn ich ne stunde im flur sitze und warte, kommt er immer mal vorbei und spielt dann aber fröhlich weiter.
      zu spät kommen ist für mich langfristig auch keine option, also klar, dass mensch mit kind nicht immer pünktlich ist, aber wie gesagt: er lässt sich nicht fünf minuten später anziehen, sondern am liebsten gar nicht.

      diese entspannungsübungen kenne ich und kann sie zb beim arbeiten auch manchmal recht gut anwenden (ich mach vor der haustür dann dieses oben-unten-vorne-hinten usw), aber da bin ich auch nie so aufgebracht.
      zuhause gelingt es mir einfach nicht. und ich gebe zu, ich will auch nicht, dass ich ruhig werde, denn: ICH WILL JETZT ENDLICH LOS!😉

      zu unserer erziehung finde ich auch johanna haarers „die deutsche mutter und ihr erstes kind“ sehr wegweisend, das wurde tatsächlich bis in die 80er-jahre leicht abgewandelt aufgelegt. unfassbar und erklärt vieles.

  5. nudge schreibt:

    Ach, Krähenmutter (und auch meine Vorschreiberinnen): Du/ihr seid mir so sympathisch! Es tut gut, zu lesen, dass auch andere Mütter regelmässig durchdrehen und das auch mal an das Kind weiterleiten. So wie vorhin bei uns, Abholsituation Kita: Kind, bald 2,5 Jahre alt, trödelt, will hier noch mal runterspringen, da noch mal klettern… alles, aber nicht ins Auto; dann „selba in den Kindersitz, Mama!“ Gut, lasse das Kind selbst in den Sitz steigen. Das Kind macht aber alles andere als das, sondern klettert und windet sich EXTRA auf den kompliziertesten Wegen durchs Auto. Mit der „Mittagsschlafdeadline“ im Hinterkopf (zur Erklärung: es gibt eine magische zeitliche Grenze, ist die überschritten, schläft das Kind nicht mehr und der Tag wird spätestens ab 17 Uhr ätzend) und nach zehn Aufforderungen meinerseits brennt mir irgendwann die Geduldssicherung durch und ich „stopfe“ (ja, stopfe!) das Kind in den Sitz. Geschrei, Gebrüll, Tränen, Rotz, das ganze Programm. Zu Hause im Treppenhaus gleiches Drama, dann beim Mittagsschlaf ähnlich. Die Reibungspunkte klingen für Aussenstehende vielleicht banal, aber potenziert mit anderen Stressfaktoren (hier aktuell Hausbau) und der eigenen Tageslaune ist das manchmal ein echtes Pulverfass. Und ich bin manchmal auch sowas von sauer, das hält oft noch stundenlang an. Ist kindisch, ich weiß, aber manchmal nicht zu ändern. Manchmal entschuldige ich mich anschliessend bei ihr.
    Geduld ist das allerallerallerschwiergiste, das ich als Mutter neu lernen musste und immer noch muss. Aber auch hier gibt es denke ich eine Grenze, im obigen Fall hätte man durchaus noch einiges an Geduld aufbringen können, nur das konnte ICH am HEUTIGEN TAG halt nicht. Morgen klappt es dafür besser…

    • kraehenmutter schreibt:

      ach wie gut zu lesen, dass du auch im nachhinein noch sauer bist!😀
      die autosituation ist bei uns nach dem anziehen auch ein häufiger streitpunkt.
      mir hilfts dann aber, ihn zu nehmen, reinzusetzen, festzuhalten, anzuschnallen.
      ohne schimpfen, ohne kommentar, ich bin dann tatsächlich auch nicht sauer. (außer, er tritt mich ins gesicht.)
      das klingt fies, aber bewahrt mich vorm heulkrampf und das kind vorm angebrüllt werden.
      „früher“ stand ich daneben, habe gebeten, gebettelt, geschimpft, er möge doch biiiiitte, bitte einsteigen.
      immer mit der angst, dass er doch noch auf die straße flitzt und ich nicht schnell genug bin..
      dann ist er nach dem einsteigen meist direkt weitergeklettert und hat dann das auto untersucht.
      wuah.

      ich finde es vom gefühl ganz schlimm, meine körperliche überlegenheit einzusetzen, aber: mir hilfts, entsapnnter zu sein, da ich nicht völlig vom wollen/nichtwollen eines 2,5jährigen abhängig bin.

  6. Wortmutter schreibt:

    Ach Du Gute, wir sind doch alle Monstermamas. Wie auch nicht? Is ja auch ne verdammt hatte Nummer.
    Ich könnt gerade garkein spezielles Reizthema ausmachen. Es sind verschiedene Sachen die mal besser und dann wieder ätzend laufen. Bei uns ist es wohl am ehesten das Zähneputzen.
    Da müsste ich mich heut einmal mittendrinn zur Seite drehen, fluchen und auf den Boden trampeln. Und hab ihn damit natürlich erschreckt.😦

    Ist es denn am Abend generell leichter? Von euren Stimmungen her? Ist er da kooperativer? Wärs es dann vielleicht ne Option ihm am Abend die Sachen für den nächsten Tag anzuziehen? Dann pennt er darin statt im Schlafanzug und brauch nur noch ne Windel und die Draußenklamotten. Könnte ja vielleicht zumindest ein bisschen weniger Arbeit sein.

    • kraehenmutter schreibt:

      ohja, dieses trampeln.
      wie peinlich.
      der igel kommt dann tatsächlich manchmal zu mir, streichelt mir über die wange und flüstert „kuscheln.“
      dann ist alles wieder gut.
      manchmal brüllt er mich an und haut nach mir.
      50/50.😉

      abends anziehen fände ich irgendwie zu warm und auch zu unbequem, also in straßenklamotten schlafen…außerdem läuft in einer von drei nächten die windel aus ..-.-
      außerdem klappt es mit der unteren schicht meist noch ganz gut, bis zum pulli.
      spätestens wenns dann um die schuhe/die regenhose geht ist schluß.

  7. loba schreibt:

    ich glaube, es liegt weniger am kind als an mir oder den umständen, wenn ich nicht mehr kann. ich könnte mir auch vorstellen, dass die kooperationsfähigkeit kleiner kinder schon mit dem standardprogramm absolut ausgereizt ist. früh aufstehen, viele stunden ohne eltern verbringen etc. – und dann noch windel, anziehen etc.? ich glaube eher an überforderung als testen, ehrlich. grenzen sind bestimmt mehr als genug da (nicht „hierbleiben“ dürfen ist ja schon ein ziemlich dickes ding für viele kinder, glaube ich – auch wenn es bei uns als so normal erscheint). bei meinem sohn (2 1/4 merke ich, dass er immer mehr kompromisse zu machen „lernt“, und wir vieles schon verhandeln können. wie gut das funktioniert, hängt meiner erfahrung nach davon ab, ob es ihm gut geht (schmerzen etc.) oder wie viel er schon kooperieren „musste“.
    leider, leider, sind die umstände oft überhaupt nicht kinder- und elternfreundlich. und man wird zur „monstermama“.
    die erste frage ist dann vielleicht, ob und wie sich die umstände verbessern lassen können. ich bin im moment eine glückliche mama. ich habe gute umstände und mich dagegen entschieden, viel zu „arbeiten“, was mir glücklicherweise gar nicht schwer fällt – viel geld brauchen wir auch nicht. und das jobcenter macht ja beispielsweise auch erst frühestens druck, wenn kind 3 jahre alt ist. bis dahin ist elternzeit erlaubt. und auch dann kann´s notfalls ja nochmal dauern.
    ich habe nicht alles gelesen von dir, weiß nicht, ob du es für dich brauchst zu arbeiten etc. und ein kompletter tag allein mit kleinkind ist für mich meist auch eine überforderung und kommt zum glück nicht oft vor.
    ich hab also eigentlich keine gute idee, aber weiß, wie beschissen es sich anfühlt, auszuflippen oder mit gewalt zu handeln. und ich finde, es fühlt sich nicht so an, als sollte es NORMAL sein. und das hat überhaupt nichts samit zu tun, perfekt sein zu wollen, immer gut gelaunt etc. pp. aber ich persönlich würde auch hilfe suchen und alles mir mögliche tun, um nicht regelmäßig die liebevolle verbindung zu meinem kind (und mir!) zu verlieren. dafür habe ich schon einige entscheidungen getroffen, die vielen menschen übertrieben und absurd erscheinen würden.
    was mir persönich in akuten krisen hilft: was anderes machen. abwarten. musik anmachen. tanzen. rausgehen (naja, falls ankleiden möglich). kompromiss suchen. sich klarmachen, dass kind mindestens genauso hilflos und ausgeliefert ist wie man selbst. bachblüten-mama-notmischung (selbstgemacht) einnehmen. vieles davon ist mit termindruck leider nicht machbar.
    ich hoffe, das war nicht allzu konfus, ich bin müde, aber der beitrag hat mich grad so aufgewühlt, dass ich etwas schreiben wollte.
    ich wünsche dir auf alle fälle eine klare sicht und ganz viel kraft!!

    • kraehenmutter schreibt:

      danke für deinen ausführlichen kommentar!

      also an unseren rahmenbedingungen lässt sich erstmal nicht viel ändern.
      unterstützung in form einer weiteren person im haushalt wäre sicher grandios – nur zwingen kann ich ja keinen dazu😉
      meine arbeit aufgeben ist für mich auch keine option, weniger arbeit wäre sicher nicht schlecht, aber dann hätte ich einfach nicht genügend geld und das würde mich dann schon auch wieder stressen.
      zumal ich nicht denke, dass die arbeit das problem ist, denn es gäbe auch ohne gewisse anlässe das haus zu verlassen: einkaufen, besuche, ausflüge..
      egal, wo wir sind, mit wem wir sind: anziehen lassen will er sich so gut wie nie. nicht von mir, nicht vom papa, nicht von der heißgeliebten tante.
      manchmal hab ich nen kuhlen ausflug in petto und dann ist das gar kein problem, oft hilft auch das nicht.
      abwarten funktioniert wie unten schon geschrieben auch nicht, denn auch eine stunde später möchte er sich nicht anziehen.

      kurzfristig was anderes machen, klappt bedingt, aber nur insofern, als dass der zeitpunkt, an dem sich das losgehen nicht mehr aufschieben lässt, irgendwann dann doch gekommen ist.
      und nein: tanzen, musik usw sind für mich keine option. ich will ja losgehen. jetzt. JETZT.

      und ich glaube schon, dass kinder austesten, inwiefern sie selbst wirksam sein können oder nicht.
      bestes beispiel: an der hand über die straße gehen.
      wir laufen häufig händchen haltend, allerdings nur bis zur bordsteinkante. dort lässt er sofort los und will mich unter gar keinen umständen anfassen.
      wenn er abgelenkt war, fällt ihm das auch erst auf der halben straße ein und er läßt dann schlagartig los.
      dafür habe ich dann auch noch keine elegante lösung gefunden, denn über eine vierspurige straße geht er sicher nicht alleine.
      oder auch gern: wenn wir einkaufen sind und ich bezahle, rennt er immer (sic!) raus. immer. geht ganz langsam richtung ausgang, guckt, grinst, „mama darf ich?“ und flitzt dann raus.

      auch wenn es sich vielleicht stellenweise so liest, haben wir nicht den ganzen tag streit.
      den großteil der zeit verbringen wir sehr zufrieden zusammen, nur einige situationen sorgen immer wieder für unmut.
      das denke ich, gehört aber tatsächlich auch zum alltag mit kind.

      • Unsichtbar schreibt:

        jajaja, das macht die astronautin auch. also nicht an der hand laufen wollen. ich verstehe da keinen spaß und lasse sie nicht los. die autos rasen mit siebzig an der fußgängerzone entlang das ist einfach zu gefährlich. sie hat wochenlang gebrüllt wie am spieß, jetzt gibt sie mir selbst die hand. und das abhauen im laden, mittlerweile nehme ich immer einen einkaufswagen mit und den darf sie dann ausräumen und die tasche einräumen und den wagen wegbringen während ich bezahle. das klappt meistens. vor allem weil sie die großen wägen noch nicht so gut schieben kann. das dauert so lange das ich vor ihr fertig bin. aber hölle, hier kommt ja nach dem gehweg gleich die straßenbahn, und da gibts nicht mal ne bordsteinkante.

      • kraehenmutter schreibt:

        wenn irgendwie möglich setze ich ihn auch in den wagen, von dort aus packt er auch eifrig ein und aus, bezahlt, schäkert herum usw…aber in einigen läden (die eine drogerie mit dem wasserspender und den spielsachen) will er auf jeden fall alleine rumflitzen und da bin ich auch an der kasse immer so lahm, dass er längst alles aufs band geräumt, seinen wagen weggebracht hat und grinsend zur tür marschiert ist, bis ich auch nur meine pin eingetippt habe.

        ich muss unbedingt mal wieder in die kurpfalz kommen, der nervenkitzel beim einkaufen auf der mittelstraße fehlt mir!

  8. Gina schreibt:

    Ich denke das sind wieder mal die berühmten Phasen, die sie alle mal haben. Die Situation die du beschreibst hatten wir auch schon. Allerdings nur kurz. Madame wollte einfach nicht die, in ihren Augen, hässliche Jacke anziehen. Die buntgestreifte musste es sein. Ähnlich bei der Kopfbedeckung. Was keine Mädchenfarben hat oder nicht fetzig ausschaut, wird nicht angezogen.
    Bei uns ist die Schlafproblematik spannend.
    Fühl Dich gedrückt. Das wird!

    • kraehenmutter schreibt:

      ich dachte das anfangs auch, also dass sich das recht bald wieder legen wird. nun gehts schon sseit monaten so und ich hege den verdacht, mein sohn ist ein nudist.
      aber nein, halt: ausziehen ist ja ach scheiße.

      was immer geht: zopf machen und bunt-glitzernde spängchen ins haar – da sind sie wohl alle gleich!

  9. Melanie aka glücklichscheitern schreibt:

    ach du, hier genau das gleiche. anziehen, ausziehen, windeln wechseln, zähne putzen. während ich die windel hole, ist das kind ins bällchenband gesprungen. will ich zähne putzen, fällt dem kind ein, dass es DOCH NOCH was essen muss. auch hier die stimmung je nach tagesfassung und äußeren stressfaktoren unterschiedlich. ausraster? undpädagogisches? an der tagesordnung. keine ahnung wann sich das auswächst. die „guten“ phasen (also meinerseits) werden aber immer länger. das lässt hoffen…

  10. Paulchen schreibt:

    Hallo Krähenmutter, ich kann dich so gut verstehen – lief hier genauso ab. Dazu noch zig andere Baustellen zum wahlweise ausrasten oder Kopf in den Sand stecken.
    Es gibt aber auch die guten Tage, die Ausnahmen die die Regel bestätigen, die Mogende die einfach normal laufen, die wieder Kraft geben – bestimmt auch bei Euch ?!

    Es grüßt ganz herzlich Paulchen

    • kraehenmutter schreibt:

      hallo paulchen,

      leider, was die routine-morgende betrifft: es gibt keine kraft gebende morgende. dazu gehe ich schon viel zu gestresst rein und selbst wenn einer gut lief, hab ich angst vorm nächsten. super taktik, ich weiß.
      außerhalb der morgende gibts aber massig momente, die kraft geben, spaß machen, zuckersüß und zum heulen schön sind!

      beste grüße zurück!

  11. Unsichtbar schreibt:

    du könntest alternativ zum nervenkitzel auf der mittelstraße (hier übrigends ist es die breite straße und der marktplatz die mir zu schaffen machen) auch die totale entspannung im dorf wählen! ich hab dir dazu gerade geschrieben. auch hier bist du natürlich jederzeit willkommen (wir haben ein gästezimmer!)

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