Emanzipation und so..

Das alte Lied: kommen Kinder ins Haus ist es mit obiger recht schnell vorbei.

Ich kenne ein paar Blogs wo versucht wird (wurde?) gegen diese scheinbar automatische Rückkehr ins Uga-Uga-Zeitalter anzugehen, im offline Leben ist es dann wohl aber doch meist so, dass die drei K’s (Kinder, Küche, Kram wegräumen) an der Frau der Hetero-Beziehung hängen bleiben.
Die Ausprägung des Hängen bleibens schwankt von Paar zu Paar natürlich stark.

Im ganz, ganz, GANZ nahen Umfeld habe ich ein Pärchen, wo der Papa Zuhause tatsächlich nichts macht. Also wirklich NICHTS. Weil: viel Arbeit, müde und so. Er überlegt mal ein Wochenende ins Wellness-Hotel zu fahren, um einfach richtig entspannen zu können. Daheim mit dauernörgelnd (und weinender) Frau nebst ebensolchem 4-monatigen Kind funktioniert das mit dem Entspannen halt irgendwie schlecht.
Ich kann da nur noch hysterisch kichern.
Und trösten.

Hier läuft es im Vergleich dazu dann doch um Längen besser und trotzdem kann ich meine Kinderfreie Zeit an einer Hand abzählen. (Genau drei Mal: Zwei Mal hatte das Baby eine OP und ich bin Rotz und Wasser heulend durch die Gegend marschiert, ein Mal hatte der Gingerman es mit draußen und ich hab die Kinderwäsche umsortiert. Yeah.)

Immerhin stoße ich mit meinem Wunsch nach me-time auf Verständnis, ernte reuige Besserungsversprechen und liebevolle Umarmungen. (Ob ich das in Zukunft als Zahlungsmittel bei Aldi einsetzen kann?)

Zumindest bei uns ist das Problem auch ein wenig hausgemacht, weil ich meine Bedürfnisse häufig erst „kommuniziere“ wenn meine Contenance sich gerade in kreischenden Tobsuchtsanfällen verabschiedet.
Warum der Gingerman noch nicht Gedanken lesen gelernt hat, ist mir ein Rätsel.

Dummerweise hege ich nämlich nach wie vor die Annahme, dass er doch wissen muss, dass JETZT die Gelegenheit des Sonntags wäre, mir das Baby „abzunehmen“. (Schon die Wortwahl. Helfen, abnehmen, unterstützen. Peinlich.)

Nicht in 20min, da will das Baby ja 10min später schon wieder an die Brust und meine Auszeit mit im Nebenzimmer vor sich hin nörgelndem Kind ist dann doch anstrengender, als selbst Sorgetragende zu sein.

Und so verbringe ich wohl weiterhin die Sonntagabende mit Wäsche aufhängen, während das vor mich gebundene Kind versucht den Wäscheständer abzulecken und der Gingerman tödlich gelangweilt auf seinen Bildschirm starrt, obwohl er doch eigentlich „etwas schönes“ mit mir machen wollte. (Hä? Ich hab echt keine Ahnung, was das sein sollte, so zu dritt mit unleidlichem Baby…er leider auch nicht.)

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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5 Gedanken zu “Emanzipation und so..

  1. nudge schreibt:

    Das Bekloppte an der Sache ist ja, dass der Wunsch nach me-time zwar da ist, man diese dann aber mental auch zulassen muss. So wie Du schon geschrieben hast: was nützt die kinderfreie Zeit, wenn im Nebenzimmer das Baby bei Papa nörgelt… Das kann man irgendwie nicht ausblenden (kann man das lernen, und wenn ja, wie?), ausser man geht aus dem Haus, bei so kleinem Baby auch wieder nicht richtig möglich… Ich (mit 5.5J alter Tochter und 8 Monate altem Sohn) kann es mittlerweile auch mal als quasi „kinderfrei“ geniessen, wenn die beiden mal ohne mich Quatsch machend auf der Krabbeldecke liegen. Das sind dann im Schnitt so 4-5 Minuten, ohne dass ich intervenieren muss („E., bitte quetsch deinen Bruder nicht so ein!“ E.! Er kann nix dafür, er ist doch noch ein Baby!“, „Brüll ihm bitte nicht so in’s Ohr!“).
    It’s a long way, aber irgendwann kommen wir an…

    • kraehenmutter schreibt:

      Ja, trotz Quengeln genießen können lässt sich sicher lernen. So wie Power-Napping. Auch, wenn ich in 3 Minuten wieder wach sein muss, bin ich jetzt mega entspannt und schlafe zufrieden ein.
      Ich brauche da noch ein wenig Übung..;)

      Bis dahin genieße ich auch die Me-Time, wenn der Große fürs Baby tanzt und ich nur konsumieren muss.

  2. wortmutter schreibt:

    Ich weiß ja nicht ob und wieviel ich dabei übersehe an unabänderlicher Lebensrealität anderer und dass es leicht ist aus verkackten Strukturen auszubrechen, das will ich auch nicht behaupten aber dass da mehr geht als eine alles/einer Nichts wenn mindestens zwei Sorgetragende da und der Wille danach vorhanden ist, das behaupte ich schon.
    Ich höre ja tatsächlich nicht selten dass ich Glück hätte dass das bei uns so geht aber was heißt das bitte? Dass das bei uns so geht liegt daran dass wir das so gemacht haben. Entstanden aus Unzufriedenheit als Motor und dann eben alles nötige in Angriff genommen.
    Aber natürlich kenne ich ebensoviele frustrierende Momente die dem Status Quo vorausgegangen sind.
    Reden, planen, schieben, reden, reden, verzweifeln, genervt sein, reden, planen, reden.
    So in etwa.
    (Ach mir fehlt mein Blog, ich merke dass ich deine Kommentarfunktion hier ausnutze. Und bitte nicht aufhören, bezugnehmend auf deinen vorherigen Artikel….)

    • kraehenmutter schreibt:

      Ja, theoretisch ja.
      Praktisch trage für eines der Kinder nur ich die Sorge, das andere klebt noch recht symbiotisch an mir und kommt ohne Milch nicht weit. Zudem fühle ich mich auch deutlich belastbarer momentan.
      Von daher bin ich vorsichtig in meinen Forderungen, weil ich Angst habe vor einem Totalausfall.
      Lieber schimpfen und ab und zu Entlastung als plötzlich gar keine mehr und dazu noch eine Belastung.

      Oben erwähnter Herr hat einfach keinen Bock, sieht keine Notwendigkeit. Alternative wäre Ausziehen, was frau sich mit 4-monatigem Kind und Elterngeld auch gründlich überlegt und wohl länger hofft, als gut für sie ist.

      Insofern gehört dann doch irgendwie auch Glück dazu einen Partner zu haben, der willens ist und belastbar. (Oder ein gutes Händchen bei der Vorauswahl..;P)

      Aber bitte, nutze aus, bis du dir wieder eine virtuelle Heimat geschaffen hast.

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