bedürfnisorientiert war mal…

essen war mir eigentlich nie so sonderlich wichtig.
ich hätte mir auch ne sonde legen und mich dadurch ernähren können.
dachte ich.
wie so oft: was mensch an irgendetwas hatte, merkt er/sie meist erst, wenns fehlt.

seit unserer turbo-diät bin ich echt essensgeil.
ich hab kaum noch andere gesprächsthemen, suche rezepte, schleiche um kochbücher herum.
natürlich nicht zuviel, sonst überkommt es mich.

gestern musste ich arbeitstechnisch nen kuchen backen.
ah.
ging nur abends, weil unmöglich mit kleinkind, das nix davon essen darf und spätestens bei den äpfeln kollabiert wäre.
ganz ganz heimlich musste ich mir am schluss 3 streusel in den mund stecken.
der geruch hat mich schlichtweg irre gemacht.
und dann heute waren wir umgeben von kuchen.
alles voll, überall leute mit papptellern, schmauswnd, genießend.
ne eismaschine gabs auch. und waffeln.
der igel ist echt mein persönlicher hero: hat zwar nach „kuchä?“ gefragt, aber dann brav seine lecker-schmecker-„reifwaffl“ gefuttert, der gute.

und immer wieder, wenn wir vor der grauen pampe hocken, denke ich an die vielen milliarden menschen die tagein, tagaus sowas essen.
schon immer.
und froh sind, wenn sie sowas überhaupt essen können.
die letzten jahrtausende (wie lange gibts die menschheit schon? *hust hust*) war das auch in unseren breitengraden normal.
morgens irgend ein brei: getreide mit wasser. zum aufpimpen vlt noch kräuter rein.
mittags auch.
und abends sowieso.

ab.artig.

unsere bisherigen versuche etwas neues einzuführen, scheiterten kläglich.
der igel hats mit großer (!) begeisterung gegessen und sah dann am nächsten morgen aus wie nach nem anaphylaktischen schock.
super sache.
ich habe wirklich angst, dass unsere nahrungsmittelauswahl auch in zukunft noch lange eingeschränkt bleiben wird.
das macht mir echt zu schaffen, ich habe das gefühl, ein großes stück lebensqualität und unbeschwertheit verloren zu haben.

füllung der leere

der frühling war/ist da.
das kind ist inzwischen so laptop-geil, dass ich ihn komplett auslassen muss, wenn er dabei ist.
ich gehe früh ins bett.
ich arbeite.
ich war unlustig.
…und noch viel mehr gründe, warum hier nen monat stille herrschte.

daher eine kurze zusammenfassung unserer letzten wochen:
ich bin zum katholizismus übergetreten, habe mir die haare braun gefärbt, 10kg abgenommen und paddy kelly geheiratet.
harrharr…den clown gabs allergenfrei und vegan zum frühstück.

der igel hat gar keine tolle, aufregende krankheit sondern schlicht und ergreifend ne fette neurodermitis.
wir sind jetzt also im club der mein-kind-darf-das-alles-nicht-essen-und-muss-im-zehn-minuten-takt-gefettet-werden-nerds.
super sache.
mein leben lang habe ich allergiker bemitleidet.
was ein scheiß-leben ohne erdnusssoße.
mit fischen als haustieren.
spaßfrei hoch hundert.

nach drei wochen cortison-schmiererei (inklusive „ich bin eine horror-mutter weil ich mein kind mit gift eincreme“-mantra) hatten wir wieder genug energie-reserven um das ganze ganzheitlich anzugehen.
mit einer homoöpathin an bord gibts jetzt globuli und weil die auch noch ernährungsberaterin ist: ne diät.
durch die stillerei auch für mich.
als mir herr schinken die erlaubten lebensmittel genannt hat, musste ich erstmal weinen.
es sind sieben. SIEBEN. 7.
insgesamt.
kartoffeln, kohlrabi, kürbis, reis, banane (die mussten wir quasi erbetteln), leinöl, olivenöl.
wer jetzt rumtönen möchte: „daraus lässt sich doch was tolles zaubern!“ – lass es, bitte.
es gibt kein brot, keine soße, keine nudeln.
morgens, mittags, abends.
und als snack: banane.
und am nächsten tag wieder.
achso zum aufpimpen dürfen wir natürlich noch salz und pfeffer verwenden, wooohooo!
wir machen das jetzt 5 tage und ich kanns schon nicht mehr sehen.

was gibt mensch seinem kind in die kita mit?
was isst working-mum unterwegs?
was essen wir woanders?
gefühlt: nichts.
soziale kompatibilität gleich null.
außer vielleicht in allergiker-kreisen, aber in denen bewegte ich mich bisher nicht.

es sind nur zwei wochen, dann dürfen wir wöchentlich ein neues lebensmittel einführen.
wie das bei ner diät so ist, liegen hier schon etliche listen bereit, was als erstes unbedingt wieder gegessen werden darf, es sollte ja was sein, was mit einem schlag möglichst viele neue variationen in diesem orange-grünen einheitsbrei bringt.
ich weiß, das kann mensch mal aushalten, andere müssen mit viel weniger auskommen und blaaaaaaa – ich finds zum kotzen!
ich will geile pizza futtern, mich in erdnüssen wälzen und bei einladungen zum abendbrot einfach hingehen können.

aber: nach der wirklich unwitzigen erstverschlimmerung sieht die haut des igels (zumindest im gesicht) schon viiiiiel besser aus.
und das ists dann wert.

status

tjaja, nichts von alldem geschafft, dafür andere dinge erledigt und mit dem kind 1,5h durch spielemax gehottet. er sollte sich was aussuchen und war aber am ende so überfordert, dass er ohne irgendwas rausgerannt ist – auch ok.
krass sind die blicke auf der straße, die kommentare hinterm rücken, die reaktionen der leute zu dem armen 2-jährigen aussätzigen.

ich muss mal wieder ein bisschen jammern.
die haut des igels.
ein graus.
hier nochmal die zusammenfassung:

seit ende januar doktorn wir rum.
zuerst wars eine ausgewachsene imeptigo, daraufhin gabs antibiotika oral in der rettungsstelle, es wurde besser, bis nachn paar tagen plötzlich gefüllte bläschen am ganzen körper auftauchten.
diagnose des kinderarztes und der hautärztin: krätze.
wars nicht. vmtl windpocken.
wir haben nichts krasses geschmiert, mit eichenrinde abgewaschen und rose-teebaum balsamiert.
war fast weg, nun ists seit 2 wochen wieder da.
diagnose bei der kinderärztin letzte woche: vmtl trockene haut. atopisches ekzem. fetthaltige salbe hat sie uns geraten, wollte keine antibiotische verschreiben, obwohl es für uns nach beginnender impetigo aussah.
schön geschmiert, wurde schlimmer.
gestern beim hauarzt: bakterien. wir sollen cortison schmieren.
aha. cortison gegen bakterien.
ganz ehrlich: kann mal bitte iiiirgendwer richtig nachgucken, WAS DAS IST?

mich machts echt fertig, jeden abend vorm internet zu hängen, bücher zu wälzen und selber rumzuprobieren und es wird einfach immer schlimmer.
noch beschissener fürs arme kind: er schläft super schlecht, wacht weinend auf, tagsüber juckts, er ist übermüdet, darf nicht baden, bestimmte speisen brennen dran, niemand will ihn anfassen, fremde kinder werden vor ihm weggezogen.

seit heute gibts kolloidales silber, globuli, mikrosilber-creme.
zuhause liegen habe ich produkte im wert von knapp 150euro von denen bisher NICHTS geholfen hat.

zum verzweifeln.
nun werde ich wohl selber nächste woche nen abstrich machen (ihn natürlich privat bezahlen) und hoffen, das das kind bis dahin keine generalisierte super-infektion bekommt.

für tipps, ratschläge, erfahrungen, what-ever bin ich mehr als dankbar!

dienstag – das wochenende naht mit großen schritten!

zumindest fühlt es sich für mich so an, denn ich habe dann frei, frei, frei, frei, frei!
folgende projekte sind in planung:

– mit dem igel irgendeine art von „kuuuuchä“ backen, er wünscht sich das grad mehrmals täglich. (oder hat er immer wieder flashbacks seiner letzten diesbezüglichen traumata?)
– salbe machen für des kindleins zerstörtes gesicht (anders kann mans inzwischen echt nicht mehr nennen): http://naturkosmetik-selbstgemacht.de/rezepte/grundrezept-milch-und-honig-creme.htm, oder muttermilch und sheabutter aufschlagen, mal schauen…hat das eine von euch schonmal versucht?
– meine steuererklärung zumindest mal anfangen (das schreib ich hier nur so auf. ich hab bis mai zeit. ich wäre ja wahnsinnig, wenn ich das nicht bis zum letzten april-wochenende ziehen würde.)
– rechnungen schreiben (s.o., hab grad wieder geld, brauch mich also erst drum kümmern, wenns aufm konto wieder ins minus geht.)
– den igel ne nacht zum papa ausquartieren und mich voll laufen lassen mal etwas quality time für mich haben
– mittagsschlaf machen
– neue blumen kaufen nachdem mir die hälfte der letzten fuhre übers wochenende im auto erfroren ist
– das übliche im haushalt: aufräumen, abwaschen, wäsche, saugen, wischen…
– evtl nach nem neuen geschirrspüler gucken, mein jetztiger macht statt sauber dreckig und das wirft mich in meinen bemühungen als (be)herrscherin des chaos weiiiit weit zurück
– rumgammeln

whats next?

letzte woche erst schleppe, jetzt wurde gestern krätze „diagnostiziert“…wir sind also in dauerquarantäne.
sowohl der krätze-erprobte herr schinken als auch ich glauben das aber nicht und schmieren erstmal kein teufelszeug.
nun wasche, öle, bade ich den kerl, stelle kräuterauszüge her, wechsle wäsche im akkord und stille, stille, stille die ganze nacht das unruhige kind. achso ja und arbeiten geh ich natürlich nebenbei auch noch.
die nächte sind dauerhaft scheiße und ich zweifle mal wieder an allem und vor allem an meinen kräften und fähigkeiten.

für mich kaum auszuhalten, jetzt gerade alleine zu sein, ohne sich nachts/morgens mal abwechseln zu können, befürchtungen teilen zu können, gemeinsam zu rätseln.

amys auferstehung

wir waren heute das erste mal in der notaufnahme – yay!
der igel hat nämlich ne hautkrankheit, die außer kleinkindern sonst nur drogensüchtige bekommen – kuhl, he?!? (impetigo contagiosa (aka schleppscheisse) – nachm bilder googlen gestern hab ich auch nen ganz-körper-juckreiz)
gestern waren wir auf ner zombie-demo und tatsächlich dachten einige, ich hätte ihn geschminkt…
nachdem ich heut morgen ein foto von ihm gemacht hatte und das quasi mal ganz realistisch von außen sehen konnte, sind wir dann doch mal hingedüst.

so langsam angebahnt hatte sich das schon die ganze woche über, aber da die haut eh „sein thema“ ist (wie es heilpraktiker sagen würden), waren wir da noch recht entspannt.
mittwoch waren wir beim kinderarzt um uns so ne kita-tauglichkeits-bescheinigung zu holen (nachdem er da ja schon seit zwei wochen fröhlich hinmarschiert) und kamen auch mit nem zertifikat zurück, laut welchem er frei von ansteckenden krankheiten wäre – druff jeschissen, würde meine oma (natürlich nicht) sagen.
wir saßen also da heute schön im isolierzimmer und kita ist jetzt auch erstmal nicht.

schwierig wirds, ihm diesen antibiotika-saft einzuflößen, der schmeckt aber auch echt krass.
ich habe wirklich nur ne zungenspitze gekostet und wollte pädagogisch wertvoll: „hmmmmmm mjammjam leeeeecker!“ machen – ging nicht. zuerst wirklich pervers süß, dann ganz schnell wirklich ganz pervers bitter.
tolle wurst.
die erste dosis habe ich grad nur mit einem lockenden 1/2stück schokolade in das kind bekommen, kein plan, wie ich das die nächsten 10 tage bewerkstelligen soll.

und ich ärgere mich, nicht früher zum arzt gegangen zu sein.
freitag nachmittag sah es das erste mal echt so krass aus, dass ich das dringende bedürfnis nach chemiekeulen verspürte, aber ich hätte einfach gestern schon ins krankenhaus fahren sollen.
wenn die antiobiose nicht in 2 tagen ne deutliche besserung bringt, liegt der arme kerl stationär…
leider gehe ich selber auch immer erst kurz vor knapp zu den halbgöttern in weiß und nun muss mein kind da drunter leiden. andererseits hatten wir in der vergangenheit schon einige hautgeschichten die mit viel warten einfach wieder weggegangen sind.
schließt uns und unsere schleppscheisse in eure gebete mit ein.