Grüße an Frau König

So.
Es ist mal wieder soweit.
Ich blogge.

Nach 14 Monaten Abstinenz, langem nächtlichen Grübeln (ich war quasi konstant wach) und intensivstem Abwägen (SWOT! SWOT! SWOT!) fiel diese schwerwiegende Entscheidung.

Naja, ehrlicherweise muss ich gestehen, dass die Alternativen zum Bloggen derzeit aus Elterngeldantrag ausfüllen (hat auch was kreatives) oder Rechnungswesen-Folien durcharbeiten (dazu kann ich nichts sagen, sämtliche Inhalte sind mir noch völlig unbekannt) bestünden.

Tjaja, da bin ich nun also wieder.

Beginnen wir mit einem Rückblick, das ist in der Regel so semi-spannend und erfordert trotzdem kaum Denk-Einsatz meinerseits.
14 Monate.
Ja mei.
Lange Zeit, ne?

Was geschah:
Zwei Männer zogen in unseren Haushalt ein.
Der eine groß und schlank (zumindest bevor er das deutsche Bier für sich entdeckte), der andere klein und rund (gänzlich ohne Bier, er will nur Bruscht).

Wir sind umgezogen.
Weiter draußen, beinahe doppelt so groß, mehr als doppelt so teuer, lauter, kühler, cooler. Das Großkind möchte nie wieder hier ausziehen und ich lobpreise auch mindestens ein Mal täglich (echt jetzte) unsere Flucht in den Randbezirk.

Okay, mehr Neues fällt mir nicht ein, gefühlt ist mehr in den letzten Monaten passiert.
Meine Frisur ist (wieder) die gleiche und meine im letzten Post angekündigte Super-Diät resultierte in über 20kg Gewichtszunahme. (Ich war wohl einfach plötzlich zu hot und sexy, außerdem äußerst nachlässig beim Thema Verhütung.)
Meine {[(Klammernliebe)]} besitze ich augenscheinlich auch immer noch.

Nun denn liebe Welt da draußen, mach dich gefasst auf mitreißende Artikel zu Lifestyle, Fashion und die neuesten Trends der Automobilbranche!
Irgendjemand wird schon darüber schreiben, hier gibts weiterhin alltägliche Belanglosigkeiten, sowie die nicht geringe Chance auf eine weitere einjährige Pause.

Abracadabra! Dreht sich um die eigene Achse und geht ab in einer Rauchwolke. 

(Ich hab den neuen Harry Potter gelesen, merkt man, wa?)

sahara-ciddy

sehr schön war er, der nachmittag mit den tollen, kreativen, mutigen, lustigen, starken, liebevollen, verrückten, lebenslustigen frauen, bloggerinnen, müttern und ihren grandiosen kindern.

glücklich scheitern
brachte die lawine ins rollen, berlinmittemom bot uns den rahmen (draußen! mit buddeln, ball spielen und planschen!), mama007,alsmenschverkleidet, Achtung, Mama! und das kinde+moi (<– das bin ich) kamen.

der weg dorthin war verstopft und abartig heiss, beinahe wollte ich schon umdrehen.
die gefühlten zehn kilometer vom parkplatz zum treffpunkt verliefen durch die sahara. (ich schwörs!)
das kind wurde schwerer und wärmer und ningeliger…
– lasst euch sagen: es war jeden schweißtropfen wert!
angekommen: ein kreis von fünf strahlenden frauen auf einer decke im schatten, umschwirrt von nackig-nassen kindern, in der mitte ein bunter teppich aus worten, gelächter und gebanntem lauschen.

fazit: es war kurz, unterbrochen und hat einfach so viel lust auf mehr gemacht.

danke euch allen!

(aber ganz ehrlich: ich bin immer noch fix und fertig.
wie muss es da erst den kindern gehen?)

ich bin sehr glücklich. eigentlich.

manche mails bringen mich unbewusst zu dieser erkenntnis.

zum beispiel von menschen, mit denen frau seit jahren eigentlich kaum noch kontakt hatte.
bei denen es die letzten jahre anscheinend nicht gut gelaufen ist, die nun vor den trümmern ihrer existenz stehen und überlegen, ob sich ein aufbau wieder lohnt.
die dinge hinter sich haben, die ich nur aus filmen kenne und wozu ich mich dann erstmal belesen muss.
unglaublich.

wenn ich dann erzähle, wie es mir so geht, merke ich, dass ich eigentlich sehr zufrieden bin.
klar, einiges könnte besser sein: mehr freizeit, mehr schlaf, mehr geld, grandioser sex, ein pferd, das schloß,…
aber in meiner spießbürgerlichen existenz stimmt doch fast alles: ich bekomme regelmäßig klebrig-feuchte küsse, wohne warm+trocken, habe arbeit (=geld), treffe mich mit netten menschen (die dann magen-darm-viren weitergeben ;P), kaufe essen, das mir schmeckt und nen kita-platz haben wir auch.

es braucht viel weniger, um glücklich zu sein.
und trotzdem bin ichs natürlich öfter mal nicht.

wo komm ich her, wo geh ich hin…

…und wieviel zeit werd ich noch haben?
(wer möchte summt jetzt die ärzte (auuuuuus berlin) mit)

ja, so siehts hier aus.
ich stöbere nach klöster-unterkünften, lese hildegard-bücher und recherchiere zu paddy kelly.
leider kann frau als nonne kein kind mitnehmen.
an gott glauben müsste ich dafür auch noch.
fällt also erstmal weg.

nächste option:
studium.
nur was?
soziale arbeit, öko-agrarmanagement oder medizin (never!)?
reinkommen müsste ich dank gefühlten 100 wartesemestern in fast alles.
was bringts mir?
weniger stress und mehr geld?
schaffe ich das momentan überhaupt?
will ich das wirklich?

oder:
noch ein kind.
fänd ich ja momentan am besten.
ist nur leider auch am unwahrscheinlichsten.
am nähesten komme ich derzeit noch meinem 50jährigen nachbarn beim pakete abholen.
neulich stand werner dabei sogar im schlüppi vor mir, hot! hot! hot!

auf ne neue frisur hab ich keinen bock.
zum wohnung umräumen fehlt mir die zeit.
geh ich halt zum fünften mal…hab ja noch die linke hand 😉

ich fühl mich heut so leer – ich fühl mich brandenburg

achjaaaa…“angeregt“ durch diese selbstzerfleischung gibts heut auch hier nur das schlimmste vom schlimmen.

nehmen wir einfach den heutigen tag:

5.30uhr das kind erwacht.
5.31uhr ich bekomme partout die augen nicht auf, lese bücher mit geschlossenen augen vor.
5.40uhr der igel versucht aus dem bett zu klettern, also heißts mit schmerzenden gliedern aufstehen und ab dafür.
8.15uhr wir schlafen beide nochmal, yeah!
10.30uhr herr schinken kommt und übernimmt.
11.00uhr ich komme pünktlich los, sogar mit schminken+zähneputzen, yeah.
11.05uhr faul wie ich bin, fahre ich straßenbahn.
(achtung zeitsprung)
19.00uhr von 6 geplanten terminen hab ich 2 nicht geschafft.
ich gebe auf und fahre nach hause.
19.30uhr kind in empfang nehmen und ins bett bringen.
20.30uhr freizeit.
ich esse halbgefrorenes TK-baguette zum abendbrot, beantworte mails, lese mich durchs netz.
eigentlich wartet ein riesen stapel bürokram auf mich.
mal wieder erledige ich den nicht, ich brauch irgendwie mal kurz hirn aus.
die wohnung ist inzwischen komplett verwahrlost, keine ahnung, ob ich das jemals wieder hinbekomme oder
einfach warte, bis ich irgendwann wieder ausziehe.
21.30uhr ich beschließe ins bett zu gehen.
23.00uhr ich hasse mich dafür, noch nicht ins bett gegangen zu sein.

unglaublich, wie faul+antriebslos ich bin.
vor 100jahren wäre ich schlichtweg verhungert.
ob ich dem wetter/dem schlafmangel/der wohnung/dem internet/der welt im allgemeinen die schuld geben kann?
ich würde so gern in einer ordentlichen wohnung leben, kreativ sein, nähen, basteln, gärtnern, regelmäßig karten schreiben, mails beantworten, gesund kochen, entspannter sein, immer gute laune haben…

naja, ich geh jetzt ins bett.
haha.