schön, schöner, am allerschönsten – zeit zu zweit.

we made it!
ab morgen ist herr schinken wieder im einsatz.
irgendwie schade, denn ich fands echt schön und ich glaub, der igel auch.

so genau kann ich gar nicht in worte fassen, was so anders war.
ich habe weniger gearbeitet, beziehungsweise konsequenter durchgezogen.
der igel war an manchen tagen trotzdem bis 17.00uhr in der kita, weil ich es einfach nicht vorher geschafft habe, feierabend zu machen.
aber irgendwie waren wir enger und näher und ich habe es sehr genossen, ihn jeden tag recht viel sehen zu können ohne den gedanken im hinterkopf, dass er ja morgen wieder beim papa übernachtet.
es war entspannter, weil zeitloser..und ich habe mich voll darauf eingelassen, dass ich außer kind und arbeit (und diversen festen) so rein gar nichts anderes schaffen werde.
was wir an unternehmungen und ausflügen dann doch gemacht haben, war auch einfach gut.
„schön war, mama.“, klang es abends auf der heimfahrt ein paar mal von der rückbank.

schade, dass die zeit rum ist und wir uns jetzt wieder nur so (gefühlt) bruchstückchenhaft sehen.
die letzten zwei wochen als dream-team kann uns keiner nehmen und sie leuchten in meinem herzen noch für lange zeit heller, als es jeder segelurlaub je könnte.

geh aus mein herz und suche freud

heute hab ichs gewagt und bin mit dem igel einkaufen gegangen.
inzwischen ohne krücken, in flipflops, weil keine anderen schuhe passen.
ziemlich schiss hatte ich, dass mit nem völlig unausgelasteten flitze-kind irgendwas blödes passiert und ich mich mein leben lang dafür hassen werde, so immobil mit kind auf die straße gegangen zu sein.
vor der haustür hab ich daher nochmal mit ihm den schlachtplan besprochen: ich kann nicht so gut laufen und deshalb soll er bitte gut aufpassen, dass er in meiner nähe bleibt und bitte auch sofort kommen, wenn ich ihn rufe.
ein gehauchtes „ja“ war die antwort.

dann nahm er mich an die hand und ging in langsamen trippelschritten los.
humpelmuddi folgte ganz gerührt.

i carry your heart with me

gestern war mal wieder partytime angesagt.
das schwesterherz zu besuch in der stadt und ich wollten das erste mal seit knapp drei monaten wieder einen drauf machen.

der abschied vom igel war beschissen suboptimal.
schon auf dem weg zu herrn schinken gabs tränen und „nein nein nein, nach hause, mama hause!“.
dann dort angekommen ging es nahtlos weiter. ich solle bitte auch da bleiben.
als ich dann endgültig sagte, ich ginge jetzt los, war alles vorbei..

bitterliches schluchzen, um sich schlagen, versuche sich vom väterlichen arm zu winden.
und immer wieder „mama, mama, nein, nein!“, ausgestreckte ärmchen in meine richtung.
was ein letzter anblick beim gehen.
mir kommen jetzt noch die tränen.

ich bin gegangen.
der igel hats gut bei seinem papa.
wäre es nach meinem gefühl gegangen, hätte ich ihn mitgenommen.
aber der papa möchte ihn auch haben und er ist eigentlich gern dort.

und immer wieder, wie so häufig in den vergangenen 2,5jahren, denke ich an den ausgelutschten spruch:

„Die Entscheidung, ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft.“ (Elisabeth Stone)

denn es tut so weh.
körperlich.
schmerzen im rechten vorhof, die sich bis ins linke ventrikel ziehen.
ein magen, der revoltiert vor hunger nach dem einen.
die kummervollen falten der stirn verursachen kopfschmerzen.
das hirn schaukelt gelähmt vor sehnsucht im liquor.

der abend war eh gelaufen.
am liebsten wäre ich direkt ins bett gegangen um so schnell wie möglich den nächsten tag herbeizuschlafen.
nun ist der nächste tag und ich kann immer noch nicht hin, weil die beiden heut nachmittag noch ein playdate haben und vereinbart ist, das ich den igel erst danach abhole.

aua.
mein herz.

dampf ablassen

herr schinken hat seit drei wochen offiziell ne neue freundin.
hat mich bisher recht unbeeindruckt gelassen, bis auf die tatsache, dass ich jetzt noch mehr druck habe, auch möglichst schnell jemanden zu finden, haha..

gestern nacht hat der igel beim papa übernachtet und ich hab ihn dann heut mittag abgeholt.
wollte rein und wurde dann gebeten draußen zu bleiben, da die neue freundin noch schlafe.
BITTE???
mit meinem kind in einem bett? (es gibt nur dieses eine 1,4m bett)
ich wusste nichtmal, dass der igel sie überhaupt kennt (ich kenne sie nämlich nicht) und hätte eine zusammenführung auch etwas verfrüht gefunden.
aber dass sie tatsächlich mit ihm in einem bett geschlafen hat, hat mich mal ganz kurz explodieren lassen.

ganz ehrlich: sowas geht für mich gar nicht.
ich hätte eine neue flamme niemals so früh dem kind vorgestellt. (das war schon nach einer woche)
ich hätte auch im leben nicht gleich ne übernachtungsaktion gemacht.
und: ich hätte sowas auf jeden fall mit dem anderen elternteil abgesprochen!

nun wurde mir natürlich vorgehalten, dass das alles völliger quatsch sei und ich (mal wieder) völlig überreagiert hätte.
ganz ehrlich: ich bin da nicht so hippiemäßig mit freier liebe und so und weiß einfach auch, wie irritierend das für uns kinder war, wenn der papa ne neue hatte oder auch nicht und man das irgendwie nicht so richtig einordnen konnte, ob die nun wichtig wird im leben oder nicht. also das war irgendwie blöd.
meine vorstellung war ja ein langsames heranführen an den jeweiligen partner, nachdem mensch sich sicher ist, dass das was längerfristiges ist. (sei es ja, versicherte mir herr schinken. ha. ha. ich wiederhole: drei wochen!)
mit 2,5jahren nimmt der igel das vermutlich auch nochmal entspannter auf als später mit fünf aber trotzdem – bin ich immer noch völlig fassungslos.

meinen ersten vorwurf, dass ich die neue auch gerne erstmal kennen gelernt hätte, BEVOR sie mit meinem kind in einem bett schläft, sehe ich einige stunden später schon anders.
das ist nicht mein recht, aber nett wäre es gewesen, zumal herr schinken und ich ja eigentlich nen relativ entspannten umgang miteinander hatten (!).

ich bin echt so sauer.
hatte mir das irgendwie anders vorgestellt: in ein paar wochen mal ein „hallo ich bin – du bist“ zwischen tür und angel und dann immer öfter das sie auch da ist, wenn der igel beim papa ist usw…
herr schinken warf mir dann auch vor, ich hätte ihm das ja nicht so gesagt.
nie im leben hätte ich in erwägung gezogen, sowas sagen zu müssen.

diejenigen unter euch in ähnlichen situationen: wie ist das bei euch geregelt?
wie habt ihr reagiert/würdet ihr reagieren?

man, in mir brodelts echt immer noch. kacke, verdammte!

gestatten: glucke

nachdem ich nun anscheinend doch etwas erschöpfter bin, als ich mir eingestehen wollte (und ich tue es immer noch nicht hähä), hat herr schinken vorgeschlagen, den igel ne nacht zu übernehmen.

gnaaaaaaaaaaaaaaaahm.
ähm.
nein.
das geht nicht.
weil.
darum.

nee, echt. geht so gar nicht.
würde mir vermutlich suuuuper super gut tun, mal ne nacht durchschlafen, ausschlafen, von alleine aufwachen.
trotzdem trau ich mich nicht.
er wäre dann ja so weit weg, wenn ich es doch nicht schaffe…
und der kleine körper zum rankuscheln, seine zuckersüße sabber-lippe, kleine grabsche-patsche-finger, die morgendliche buch-kante in meinem gesicht, gefolgt von strahlenden augen und „da!“…ach mensch.

vielleicht ja nächstes jahr.

wie unpädagogisch bin ich eigentlich???

da bei babykram&kinderkacke ja auch regelmäßig die neuesten (un?-)pädagogischen auswüchse präsentiert werden, mach ich das jetzt auch mal.

tja, wo fang ich an..?
heute abend habe ich den igel das erste mal ganz bewußt schreien lassen.
auweia.
und das kam so:

18.00 nach hause kommen, der tag war lang, das essen spärlich.
also schnell 2 stullen schmieren, etwas obst für den igel schnippeln.
den igel in seinen stuhl setzen, er steht sofort wieder auf und will raus.
ich schimpfe ein bisschen, a la „dann haste halt pech gehabt, ich will jetzt schnell was essen usw..“, setze ihn auf den boden.
der igel will auf meinen schoß und stillen.
an sich bin ich im simultan stillen-und-essen ja durchaus geübt, aber heute abend hab ich keinen bock auf gekrümt dasitzen und jeden bissen heimlich in den mund schmuggeln.
ich will einfach in ruhe essen.

resultat: das kind windet sich völlig hysterisch kreischend auf, unter, an mir, alles ist voll mit sabber, rotze, tränen.
ich bleibe konsequent im brust verweigern und stopfe mir meine stulle schnellstmöglich in den mund während ich gleichzeitig darauf acht gebe, dass das verzweifelte kind nicht von meinem schoß fällt.
anschließend gehts zum stillen ins bett und da liegt er nun auch, fix+fertig.

und nun?
war das mal wieder eine völlig überflüssige demonstration elterlicher allmacht?
eigentlich bemühe ich mich ja, so etwas zu unterlassen.
oder ists gerechtfertigt meinen hunger über sein bedürfnis nach nähe und trost zu stellen?
wenn ich das jetzt so schwarz auf weiß vor mir sehe, natürlich nicht.
trotzdem war es in dem moment für mich wichtig, was zu essen, meine laune wäre sonst sehr schnell in den keller gerauscht. (frauen und hunger…)

habe ich nun den frauenverachtenden axtmörder produziert?
ich geh jetzt weiter „in liebe wachsen“ von carlos gonzalez lesen.

gelesen: „muttergefühle – gesamtausgabe“ von rike drust

vor circa einer woche habe ich das buch gekauft, vorsichtig durchgelesen und dann heute an eine freundin verschenkt.
ich habe ernsthaft überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreibe, denn gelinde gesagt: ich bin enttäuscht. (und fürchte, meine freundin wird es auch sein.)
vielleicht waren es die vielen vollmundigen amazon-bewertungen oder die rezensionen verschiedener blogs – wie auch immer: meine erwartungen waren (zu) hoch.
ich habe mich ganz schön durchgemüht (gibts das wort?), fands durch viele wiederholungen etwas langweilig zu lesen, aber mein wohl größtes problem:

zu 90% habe ich mich NICHT in diesem buch wiederfinden können.
woran es liegt?
vielleicht am altersunterschied von ca. 10 jahren?
– glaub ich eigentlich nicht.
mein kind ist erst 9 monate und so konnte ich viele der katastrophen nicht nachvollziehen?
– glaub ich auch nicht und lust auf die nächsten 9 monate hab ich nun nich mehr.
ich werde nie karriere machen, herr schinken ebenso wenig. demzufolge ist das hier einfach kein thema.
– könnte ein grund sein. im buch ist karriere ein großes thema.
ich finde ferbern (jedes kind kann schlafen lernen) scheiße. einfach nur scheiße. verstehe nicht, wie das zu den buchtipps gelangen konnte. kein einziges nettes schlaf-buch wird als alternative aufgezählt.
– das wird ein grund sein.
komplett anderer erziehungsansatz? andere lebenseinstellung?
– auch das ist wohl ein grund.

ja, ich will ja solidarisch sein mit allen müttern dieser welt.
unter anderem deshalb habe ich dieses buch gekauft. um das werk einer jungen mutter zu unterstützen über ein thema, das wohl nur mütter interessiert.
ja, jede mutter hat ein lächeln verdient.
aber ich bin wohl zu sehr öko-hippie-kampfstill-übermutti, um einige dinge mit einem lächeln abtun zu können. (zum beispiel hat stillen für mich nicht nur etwas mit der mutter zu tun, sondern hauptsächlich mit dem kind.)

kurz:
paris hilton ist blond, hat eine vagina und nen hund.
ich auch.
trotzdem sind das einfach zwei verschiedene welten.
genauso wie bei rike drust und der krähenmutter.
schade.

aktuelle trends

irgendwie gibts einiges zu erzählen und dann doch aber wieder nichts.
deshalb mal eine sinnlose aneinanderreihung von themen.

1. karriere: heute wurde beschlossen, dass aus ursprünglich 4 praxisgründerinnen im januar nun doch nur 2 werden.
da ich eine davon bin, find ichs super.
es ist jetzt genau die combo, die ich mir von anfang an am besten vorstellen konnte.
kanns kaum erwarten, loszulegen!

2. hobby: mein seit wochen (!) geschrubbtes küchenbüffett nähert sich der vollendung.
nachdem ich schon befürchtet hatte, es nie fertig zu bekommen (ich habe noch nie so lange so viel ekligen dreck geputzt! das waren insgesamt mindestens 20std – abartig!!!), hab ich nun heute endlich die schubladen abgeschliffen und lackiert – juhu!

3. psyche: der abend gehört wieder mir.
bis vor 2 wochen bin ich ja quasi immer zusammen mit dem igel ins bett gegangen, da er ja sofort quäkend protestiert hat, wenn ich auch nur gaaaanz kurz auf klo war.
lag also ab 19.-20.-21.00 oben ohne ans bett gefesselt in unbequemer halbliegender position und konnte nur ganz leise am laptop bisschen rumsurfen.
jetzt ist er anscheinend groß genug um sich in den schlaf stillen zu lassen und dann relativ kuhl einfach weiter zu pennen.
ab und zu hör ichs dann doch mal quietschen und flitze, die brust schon rauszerrend, ins schlafzimmer. nach kurzem (aber äußerst langweiligen, weil in komplett dunklem zimmer erfolgten) stillen, schleich ich dann wieder raus…
es ist echt ein hammer-gefühl und ich bin jeden abend total aufgekratzt, weiß gar nicht, wohin mit mir und meiner freien zeit!!!

4. kinder: der igel wird allgemein erwachsen.
er robbt sehr flink durch die gegend, hält tagsüber 4-5 stunden ohne mich aus (im gegensatz zu mir), isst plötzlich unmengen (heute 1/3 banane, 1 dinkelstange, 1 hirsekringel wouhou), trinkt begeistert ausm glas und sowieso – ist einfach schon voll groß und toll und hach.
unglaublich, wie lustbetont so ne knirpse (noch) sind.
genüsslich an der brust schmatzen, dabei die augen verdrehend, eine feige ausgiebig zu feinem mus zermanschen und aufm tisch breitschmieren, sich hingebungsvoll kitzeln lassen, in alles und jeden mit weeeeeiiiit geöffnetem lustmäulchen reinbeißen oder vor freude einfach mal laut losschreien, weils einfach grad alles schön ist.
hach, da sollte man sich nochmal einiges von abschauen.
vielleicht sollte ich ihn umbenennen in lustmolch?

5. beauty: heilerde rocks!
hab sie ganz neu als shampoo entdeckt, klappt super, unendlich billig und natürlich auch unendlich pc.
hatte bisher immer son fertig-heilerde-dusch-shampoo.
selbst angerührt riecht zwar nicht so gut, kostet aber wirklich nurn bruchteil dessen.

6. sex: kenn ich nur noch vom hören- sagen..;P

zurück aus dem tal der ahnungslosen

seit gestern abend.
ein anstrengendes wochenende liegt hinter dem igel und mir.

5 std zugfahrt allein mit baby können echt anstrengend sein.
5 std am stück kind bespaßen, damit es die mitfahrenden nicht über die gebühr genervt werden.
5 std immer wieder schleppen, schleppen, schleppen…
5 std unbequem sitzen, hauptsache, das kind schläft.
5 std nicht aufs klo gehen.

das waren donnerstag und montag, dazwischen lagen eine hochzeit, viele spaziergänge und einige wiedersehen nach 1,5 jahren.
die ruhephasen verbrachten wir gemeinsam mit einem 3 wochen alten baby…ganz ehrlich: 2 in dem alter zu haben, geht echt gar nicht.
weder physisch noch psychisch.
kluge mutter natur, die sowas zu verhindern weiß.

schön wars irgendwie trotzdem, aber ich bin froh, wieder zu hause zu sein und herrn schinken zu haben, der mir den igel auch ma abnehnehmen kann.
momentan geht er nämlich tatsächlich zu niemandem sonst auf den arm, ohne sofort zu brüllen und da kann das blutende mutterherz dann natürlich schlecht mal in ruhe aufs klo, duschen, essen…
ich habe immer das gefühl, durch solche „extrem“-situationen (ja, so fühlts sich an, wenn mutter+sohn verreisen) noch mehr mit ihm zusammen zu wachsen.
wir bilden dann eine absolute einheit, tag und nacht, 24std nicht ohne den anderen sein, gemeinsam alles aufregende entdecken und erleben, jeden kummer teilen, leid lindern, bedürfnisse stillen (zumindest seine).
zurück zu hause bei herrn schinken, tut er mir schon fast immer ein bisschen leid, dass er nicht auch teil unserer einheit ist und sich erst mühsam wieder darin einleben und integrieren muss.

einheitsgeschwafel hin oder her: vater und sohn sind jetzt spazieren und ich freue mich auf ausgiebiges duschen und einfach mal für mich sein.