ich fühl mich heut so leer – ich fühl mich brandenburg

achjaaaa…“angeregt“ durch diese selbstzerfleischung gibts heut auch hier nur das schlimmste vom schlimmen.

nehmen wir einfach den heutigen tag:

5.30uhr das kind erwacht.
5.31uhr ich bekomme partout die augen nicht auf, lese bücher mit geschlossenen augen vor.
5.40uhr der igel versucht aus dem bett zu klettern, also heißts mit schmerzenden gliedern aufstehen und ab dafür.
8.15uhr wir schlafen beide nochmal, yeah!
10.30uhr herr schinken kommt und übernimmt.
11.00uhr ich komme pünktlich los, sogar mit schminken+zähneputzen, yeah.
11.05uhr faul wie ich bin, fahre ich straßenbahn.
(achtung zeitsprung)
19.00uhr von 6 geplanten terminen hab ich 2 nicht geschafft.
ich gebe auf und fahre nach hause.
19.30uhr kind in empfang nehmen und ins bett bringen.
20.30uhr freizeit.
ich esse halbgefrorenes TK-baguette zum abendbrot, beantworte mails, lese mich durchs netz.
eigentlich wartet ein riesen stapel bürokram auf mich.
mal wieder erledige ich den nicht, ich brauch irgendwie mal kurz hirn aus.
die wohnung ist inzwischen komplett verwahrlost, keine ahnung, ob ich das jemals wieder hinbekomme oder
einfach warte, bis ich irgendwann wieder ausziehe.
21.30uhr ich beschließe ins bett zu gehen.
23.00uhr ich hasse mich dafür, noch nicht ins bett gegangen zu sein.

unglaublich, wie faul+antriebslos ich bin.
vor 100jahren wäre ich schlichtweg verhungert.
ob ich dem wetter/dem schlafmangel/der wohnung/dem internet/der welt im allgemeinen die schuld geben kann?
ich würde so gern in einer ordentlichen wohnung leben, kreativ sein, nähen, basteln, gärtnern, regelmäßig karten schreiben, mails beantworten, gesund kochen, entspannter sein, immer gute laune haben…

naja, ich geh jetzt ins bett.
haha.

da mach ich mit

ein artikel übers wochenbett…
so zu lesen auch bei glücklich scheitern und unsichtbares, ursprünglich inspiriert von feminist mum.

eigentlich beginnt das wochenbett mit der placentageburt, aber in diesem einen tag klinikaufenthalt (gefühlte ewigkeit) liegt zuviel aggressions- und konfliktpotential, das kann ich unmöglich wiedergeben.

als wir endlich, endlich wieder zu hause waren, war eigtl erstmal alles ganz gut.
nachdem unser chaffeurdienst (ein großelternpaar) genug geglotzt und dumm gelabert hatte, sind sie dann auch irgendwann wieder gefahren.
wir waren heilfroh alleine zu sein, stellten den igel den hunden vor und waren früh im bett.
nach 2 tagen mein erster spaziergang alleine, noch etwas schwummerig auf den beinen, sehr aufgeregt (mann+kind allein zu haus -aaaah), alle paar minuten mein handy gecheckt…einmal bioladen und zurück, schnell noch zur post geeiert.
und keiner hat mir die vollbrachte heldentat angesehen, niemand wußte, welch ein wunder da zu hause in den kissen schlummelt, wie leer sich mein bauch und schmerzhaft wund die brüste anfühlten.
seltsam war das und total unwirklich im sonnenschein auf glatteis durch vertraute häuserblocks zu schlittern, als wäre alles normal.

leider fielen ab tag 3 heerscharen von besuchern ein, jeden tag mindestens eine delegation, manchmal auch zwei.
kuchen haben viele mitgebracht, was vernünftiges zu essen leider nicht.
dazu dreck, lärm, anstrengung, kaffee machen, nett lächeln.
der haushalt hat uns völlig überfordert, zwischen ewig dasitzen und besuch bespaßen fehlte die zeit für einkaufen, kochen, abwaschen, wäsche waschen, saugen usw…dementsprechend sah es aus und das hat mich wirklich gestört.
einzig allein die schwiegermutter hat (ungefragt) mit angepackt, was mir aber auch nicht so recht war, da sie in diesen dingen (wie eigtl auch sonst) sehr, sehr distanzlos war (ist).
sprich: „was ist das hier? (hält kleidungsstück hoch) wo kommt das hin?“
1 woche später: „das liegt ja immer noch hier…“..
ähäm…ja…und du bist schon wieder da.
irgendwie beides doof, ne?

naja, nach 1 woche hatte ich einen lochialstauch (wochenfluss fließt nicht gescheit ab), heisst: ruhe, bauchlage, kühlakkus aufn uterus, tee usw…nebebei 24std dauerstillen, besuch, kind versorgen.
ständig aufs klo rennen, in der hoffnung, dass da bitte, bitte was fließen möge.
oft war ich verzweifelt wegen des zwiespaltes zwischen „ich sollte mich um mich kümmern“ und dem gefühl „ich muss mich jede sekunde ums kind kümmern“.
nach einigen tagen mit 40grad fieber sind wir dann doch in die klinik, aber trotzdem hat mich dieses ereignis in meinem genesungsprozess wieder gaaanz weit nach hinten geworfen.

wir haben vom ersten tag an bis ende der dritten woche per fingerfeeder zugefüttert, nach jedem stillen.
die gesamte prozedur dehnte sich so auf 2 std aus.
ergo: nach dem stillen war vor dem stillen und zufüttern macht verdammt viel arbeit.
wieviel mehr hätte ich schlafen können, hätte meine muttermilch ausgereicht…:/

die folgenden 6 wochen verlebten wir im chaos zwischen eine-minute-powerduschen weil gleich die nächsten kommen, schnell geburtsanzeigen basteln (und allen noch ne halbe seite extra was dazuschreiben – absoluter irrsinn!) und kind bestaunen.

fürs nächste mal:

1. ich höre auf mein bauchgefühl.
immer.
punkt.
wenn ich finde, dass kind ist gelb, reagiere ich JETZT, denn am nächsten tag sehens die anderen auch.
wenn der nabel oll aussieht, tue ich JETZT was und lass mich nicht von anderen beschwichtigen, bis er tatsächlich kackwurst aussieht.
wenn ich gerne nen rezept fürn osteopathen haben möchte, will ich das JETZT und nicht erst nach 4 monaten, wenn dass kind schon wochenlang durchgebrüllt hat.
(sehr schön dazu auch: Reffe! Jetzt!)

2.
ich werde tatsächlich vorkochen (hat mein bauchgefühl auch gesagt, da herr schinken sich über mich lustig gemacht hat, hab ichs gelassen).

3.
werde ich mir zur geburt haushaltshilfe-gutscheine wünschen (gewisse personen ausgeschlossen).

4.
wird der ganze besuch sehr stark selektiert.
wen ich eh nur alle paar wochen sehe, brauch ich dann auch nicht gerade um mich rum und die verwandschaft an sich reicht schon völlig.

5.
ich werde essen, was erreichbar ist und nicht versuchen nach nährwerten und so nem gedöns zu gehen.

6.
höre nicht auf menschen, deren letzte erfahrung in punkto kindererziehung ein viertel jahrhundert zurück liegt, die meinungen mit „ihr seid ja schließlich auch alle groß geworden!“ untermauern und sowieso davon überzeugt sind, dass kind sei jetzt schon hoffnungslos verzogen.
nicken, lächeln und mit halboffenen augen weiterdösen.

7.
ich werde nur soviel trinken wie sonst auch (quasi nix), kein bock mehr auf power-stilltee saufen.

8.
das nächste kind noch mehr tragen, noch schneller auf zeichen reagieren, noch weniger ablegen.

9.
wochenbett als solches zelebrieren und viel, viel zeit im bett liegen, kuscheln, dösen…(ja ok, mir ist bewußt, dass dann noch ein größeres kind auf uns herumspringt)

10.
mehr zeit für mich nehmen, in ruhe duschen, ne tasse tee trinken, schlafen.

fazit:
krieg ist das nicht, aber ne art belagerungszustand mit pest und cholera in town. (aka schwiegermutter und urgroßeltern höhö)
trotz allem denke ich mit viel wehmut an die ersten tage und wochen zurück, es war irgendwie unbeschreiblich.
oft habe ich das gefühl, um wichtige momente gebracht worden zu sein, wir haben uns einfach zuviel aufgehalst, als dass wir unser bezauberndes, zartes 4-kg-mini-baby voll und ganz genießen konnten.

war gestern zur aufheiterung mal ganz in ruhe (= ohne kind) im buchladen, habe die üblichen regale abgeklappert und mich mal wieder reich gewünscht.
bin mir ziemlich sicher, dort an einem tag locker 1000euro ausgeben zu können.
wer das sponsern möchte – bitte melden.

entdeckt habe ich folgendes, wirklich schönes buch für mich:

ob sich das für kinder eignet, weiß ich nicht. ich hätte mit 10-12 jahren sicher nicht so viel damit anfangen können, umso schöner find ichs jetzt.
fand ich heute besonders schön:
“ Remember your name.
Do not lose hope –
what you seek will
be found. “

oder der schluss:
“ And then go home.
Or make a home.
Or rest. “

hach, dazu diese schönen bilder…ein wirklich magisches buch fürs leben.

vielen dank für eure lieben worte zum gestrigen „nicht ganz so netten“ morgen.
aber: jetzt geh ich aber wirklich mal putzen. (hab ich gestern vor lauter schlendern&shoppen nämlich nicht gemacht…)
denn leider ist eine haushaltshilfe sehr weit von meiner realität entfernt. (eher wäre ich eine)
und es geht in meinen winzigen 50qm auch gar nicht um perfektion mit sagrotan und meister propper, sondern ich finds einfach notwendig mit robbendem-fast-krabbel-kind und zwei haarigen hunden alle 2-3 tage mal zu saugen und wenigstens alle 2 wochen mal zu wischen. (jaaaaa, da rollen sich bei einigen sicher die fussnägel hoch)
allergien bekommt der igel jedenfalls erstmal keine, aber straßenschlonz als erste impfung muss er nun auch nicht täglich vom boden lecken.

und nachher mach ich beim brigitte-mom-perle-gewinnspiel mit!
(nebenbei find ich die zeitschrift bisher von allen anderen am besten. nett, seicht, modisch natürlich jenseits des budgets von anna normalverbraucher und vor allem: perfekt während des stillens (und kurz vorm einschlafen) zu lesen. mit 2,80 euro im kleinformat auch noch am billigsten. was will frau mehr?)

mohntach

tjaja was gibts zu berichten…?

1. ich hab das mit dem zeilenabstand hingekriegt – juhu!!!
war auch gar nicht schwer, hatte mich bisher nur nicht getraut auf „html“ zu klicken, in der befürchtung den gesamten blog unwiderruflich in kryptische schriftzeichen umzuwandeln..

2. wir waren gestern beim umzug, obwohl ich+der igel nur uns durch die selber durch die gegend geschleppt haben waren wir abends echt fick+fertig:

…alles hängt, er ist entgegen sonstiger gewohnheiten im auto eingeschlafen und auch beim anhalten nicht aufgewacht.
war aber auch aufregend: es gab schildkröten zu bestaunen, befühlen und riechen; gurken zum lutschen und natürlich abartig viele gutschi-gutschies von (halb)-fremden leuten.

3. heute morgen war treffen mit meinen zukünftigen praxis-kolleginnen: diesmal für mich äußerst auuufregend.
inklusive kleiner ausraster beim morgendlichen akkord-aufräumen (ich war schon 10.00 schweißgebadet) und herrn schinken vollquaken weil ähm deshalb.
das treffen an sich war sehr nett, hat spaß und lust auf mehr gemacht.

4. recherchiere gerade zu kursen bzgl baby-zeichensprache, gar nicht so einfach hier welche zu finden.
ob das sinn hat?
sicher nicht, aber lustig isses bestimmt.
kann mich immer noch nicht zu ner krabbelgruppe durchringen, stell mir das irgendwie furchtbar langweilig vor.
ob das gemeinsame lieder-singen und mitn händen fuchteln sinnvoller weiß ich nicht, aber immerhin „hat man was zu tun“ und starrt nicht blöde grinsend in die peinliche stille.

5. habe gerade kurzfristig ne probestunde zum mu-ki-turnen mit tragehilfe aufgetan – juhu.
morgen früh, 11.00 uhr, örghs.
warum denken immer alle, dass man mit kind so abartig früh wach und mobil ist???
11.00 uhr beenden wir idR gerade erst unser 2. schläfchen…
schon bei der rückbildung war das unser ganz großes problem: der igel wollte, kaum angekommen, schlafen…und ich auch. ergo: saß den großteil der zeit oben ohne mit schlafendem kind aufm arm da und hab geglotzt. war auch interessant, aber wenig hilfreich für meinen beckenboden.

so, genug geschwätzt, die pflicht ruft und das bettchen auch so langsam.