dauerwelle

ich bin ja gerne mal bisschen politisch unkorrekt, wie sehr, wurde mir nun von herrn schinken aufgezeigt.
und das kam so:

wir diskutierten über die kita, schulwahl usw..(ja, tatsächlich stehen wir in meiner wunsch-(und seiner hass-)schule auf der liste.)
er möchte nicht, dass sein kind in jene schule ginge, u.a. wegen der rassistischen und faschistischen lieder, welche so auch jetzt bereits in der kita gesungen würden.
das würde er demnächst auch mal bei den erziehern ansprechen, damit die da mal drüber nachdenken.
nuuuuun *trommelwirbel* wächst sicherlich die spannung, was für ne asoziale nazi-kita wir uns da ausgesucht haben, oder?
hier daher die beanstandeten lieder:

1. „schneemann, schneemann, lieber mann…“ weil: es heißt schneeMENSCH. (er hat tatsächlich bei einem elternabend gefordert, das umzudichten.)
2. „jeder mensch hat beine…“ weil: das stimmt nicht.
3. „grün, grün, grün sind alle meine kleider…“ weil: das direkt irgendwie impliziert, dass alle diese berufe ergreifen müssten und arbeit so wichtig sei…oder so. so richtig hab ich das nicht verstanden.

außerdem möchte herr schinken nicht, dass sein kind in der kita „polizei“ spielt.
und zu pistolen solle doch bitte wasserschießer gesagt werden.
demnächst, wenn die probleme mit dem schwerst verhaltensauffälligen kind geklärt sind, möchte er das ansprechen.

und mein kopf singt:

einarmige banditin!

heut morgen waren wir ausnahmsweise echt gut in der zeit.
frohgelockt flitzte ich durch die wohnung, da lauerte mir plötzlich das laufrad heimtückisch hinter einer ecke auf und zack – ich mutierte zum stier. brüllend. rot sehend.
aua.
der zeh gefühlt halb abgerissen, auftreten unmöglich.
nach kurzer zeit war klar – so komme ich nicht die treppen runter, geschweige denn mit dem auto zur kita oder zum arbeiten.
ein entspannter chilläx-vormittag mit rumliegen, bemitleiden und meine tagesarbeit auf andere abwälzen brach an.
das kind versorgte mich liebevoll mit kissen, streicheleinheiten und aus seinem glücklicherweise schon vorher fertig gepacktem kita-proviant auch mit nahrung.
kurze info an herrn schinken, dass der igel heute bei mir abzuholen sei und ich jetzt nichts anderes mehr wüsste, als ihn youtube-videos gucken zu lassen.
fänd er ja gar nicht gut.
ja, ich auch nicht. aber aua und buhäääää.
nach gefühlten zehn stunden katzenvideo-kikaninchen-dauerschleife hüpften wir gemeinsam zum mittagsschlaf ins bett.

zum nachmittag kam herr schinken, da der igel heute eh bei ihm übernachten sollte und sie vorher noch in die kita zum planungstreffen fürs sommerfest am wochenende wollten.
das lohne sich ja gar nicht, da jetzt noch für 1-2 stunden hinzufahren, brummte herr schinken.
ja aber er hätte ja eh hingemusst, das kind abholen.
ja, das wäre ja was anderes gewesen…und man, mit dem vielen video-schauen ist ja echt nicht gut fürs kind.

ich bot ihm mein auto an. gern auch für die nächsten drei tage.
(achtung, ungewöhnliche schnellschaltung für herrn schinkens mikro-hirn:) WAAAAAAAAASSSSSSSSSSS???? morgen könne ich das kind auch nicht von der kita abholen?!?!?!
…ähm. nein.
ich kann nur auf einem bein hüpfen. und selbst das tut weh.
neeeeeeeeeeeeee, da habe er soooo viel vor…
ähm. ok.
dann saß ich ne weile heulend rum..

später dann die sms: also er könne das kind dann auch morgen abholen, wenns denn gar nicht anders ginge.
eine tourette-sms meinerseits folgte.
wie gesagt: ich hüpfe auf einem bein durch die wohnung. und das tut schweinemäßig im anderen fuß weh.

nun mein eigentliches problem: ab morgen nachmittag ist das essen hier alle.
recht grundsätzliches, auch das öl, reiswaffeln, obst und so.
der müll stinkt und die windeln im bad auch.

und ich bin einfach zu stolz diesen arsch mit zwei ohren um hilfe zu bitten.
(zur info: er geht 3 (DREI!!!) stunden die woche arbeiten. den rest seiner zeit verplant er sich so. immer. unausweichlich.)

dampf ablassen

herr schinken hat seit drei wochen offiziell ne neue freundin.
hat mich bisher recht unbeeindruckt gelassen, bis auf die tatsache, dass ich jetzt noch mehr druck habe, auch möglichst schnell jemanden zu finden, haha..

gestern nacht hat der igel beim papa übernachtet und ich hab ihn dann heut mittag abgeholt.
wollte rein und wurde dann gebeten draußen zu bleiben, da die neue freundin noch schlafe.
BITTE???
mit meinem kind in einem bett? (es gibt nur dieses eine 1,4m bett)
ich wusste nichtmal, dass der igel sie überhaupt kennt (ich kenne sie nämlich nicht) und hätte eine zusammenführung auch etwas verfrüht gefunden.
aber dass sie tatsächlich mit ihm in einem bett geschlafen hat, hat mich mal ganz kurz explodieren lassen.

ganz ehrlich: sowas geht für mich gar nicht.
ich hätte eine neue flamme niemals so früh dem kind vorgestellt. (das war schon nach einer woche)
ich hätte auch im leben nicht gleich ne übernachtungsaktion gemacht.
und: ich hätte sowas auf jeden fall mit dem anderen elternteil abgesprochen!

nun wurde mir natürlich vorgehalten, dass das alles völliger quatsch sei und ich (mal wieder) völlig überreagiert hätte.
ganz ehrlich: ich bin da nicht so hippiemäßig mit freier liebe und so und weiß einfach auch, wie irritierend das für uns kinder war, wenn der papa ne neue hatte oder auch nicht und man das irgendwie nicht so richtig einordnen konnte, ob die nun wichtig wird im leben oder nicht. also das war irgendwie blöd.
meine vorstellung war ja ein langsames heranführen an den jeweiligen partner, nachdem mensch sich sicher ist, dass das was längerfristiges ist. (sei es ja, versicherte mir herr schinken. ha. ha. ich wiederhole: drei wochen!)
mit 2,5jahren nimmt der igel das vermutlich auch nochmal entspannter auf als später mit fünf aber trotzdem – bin ich immer noch völlig fassungslos.

meinen ersten vorwurf, dass ich die neue auch gerne erstmal kennen gelernt hätte, BEVOR sie mit meinem kind in einem bett schläft, sehe ich einige stunden später schon anders.
das ist nicht mein recht, aber nett wäre es gewesen, zumal herr schinken und ich ja eigentlich nen relativ entspannten umgang miteinander hatten (!).

ich bin echt so sauer.
hatte mir das irgendwie anders vorgestellt: in ein paar wochen mal ein „hallo ich bin – du bist“ zwischen tür und angel und dann immer öfter das sie auch da ist, wenn der igel beim papa ist usw…
herr schinken warf mir dann auch vor, ich hätte ihm das ja nicht so gesagt.
nie im leben hätte ich in erwägung gezogen, sowas sagen zu müssen.

diejenigen unter euch in ähnlichen situationen: wie ist das bei euch geregelt?
wie habt ihr reagiert/würdet ihr reagieren?

man, in mir brodelts echt immer noch. kacke, verdammte!

realitätscheck

ein bisschen stolz bin ich ja schon.
herr schinken + meine vielheit bekommen das (finde ich) echt gut hin, also den übergang vom liebes-(haha)paar zum reinen elternpaar.

sicher gibts immer wieder konflikte (ist das kind warm genug angezogen? wer hat am meisten/wenigsten freizeit? bobbycar oder laufrad?), aber die halten sich doch für die umstände sehr im rahmen.

trotzdem überlege ich: benötigt der igel so kindersachbücher zum thema trennung/scheidung?
also nein, natürlich nicht, er kann genauso gut bei seinen anderen büchern die seiten herausreißen.
aber gehen wir zu locker mit dem thema um in der irrigen annahme, dass der kleine mensch das eh noch nicht so richtig checkt?
sollten wir gespräche mit ihm führen?
mit ihm zum psychologen gehen, kindergruppen besuchen?
wir sind beide trennungskinder, dadurch erscheint uns die situation vielleicht zu normal.
oder ist sie das einfach auch?

back to life, back to reality…

…war ich die letzten wochen.
es gab einfach wahnsinnig viel zu tun in der wirklichen welt, ich bin gekreist und war dem zusammenbruch mehr als einmal täglich sehr nah.

umso ruhiger wird es jetzt werden, denn es hat sich etwas grundlegendes verändert (ja, ihr ahnt es alle schon):
ich bin jetzt alleinerziehend.
und herr schinken natürlich auch.

der anfängliche schock hat sich bereits jetzt etwas gelegt und ist einer verloren geglaubten energie und ich-organisier-mein-leben-wieder-neu-lust gewichen.
fühlt sich immer noch ziemlich leer an, aber irgendwie auch aufregend.
der blog wird sicher auch wieder etwas liebevoller gehegt und gepflegt werden, denn ich verbringe die abende ja nun allein (ja, mit dem schlafenden igel im hintergrund, aber der fordert mich dann nicht ganz so sehr).

schade ists trotzdem.
um viel leben zusammen.
das kind.
mein grünes paradies (letzte woche hab ich noch hektisch gepflanzt und kartoffeln in die erde gebracht).
uns als familie.

naja, so ganz realisiert hab ichs dann glaub ich doch noch nicht, denn wir sind ja im laufe der jahre quasi zu trennungs-routiniers geworden und irgendwie – stirbt die hoffnung immer zuletzt.