neuro-kid

(Stand Juli 2013, also etwas älter. Lass ich trotzdem mal.)

täterätetäääääää
stellt euch die heldenmusik vor.
das bild wird langsam rangezoomt.
und dann kommt er.
der held: neuro-kid!
mega-blaster-stimme aus.

neuro-kid ist mein igel.
anfang 2011 geboren, hat er pünktlich zum 2. geburtstag unklare hautausschläge bekommen.
impetigo. krätze. trockene haut.
antibiose, cortison, mittagsblumen-salbe und muttermilch. wir haben alles raufgeschmiert.
waren in der notaufnahme, wurden beim kinderarzt rausgeschmissen und fuhren durch die stadt zum wunderheiler, pendeln lassen.
eine schreckliche zeit.
müde, dunkel, angstbesetzt.
keiner konnte sagen, was es ist, niemanden hat es gekümmert, hilflosigkeit und verzweiflung beherrschten mein denken.
das kind klebte nächtens mit den offenen wangen am laken fest, ich habe so viel geweint, wie seit jahren nicht mehr.

dann endlich mal eine diagnose ende märz: neurodermitis.
puh. das hat geholfen.
erstmal brauchten wir pause und haben drei wochen versucht, dass ganze mit cortison und fenistil in den griff zu bekommen.
der erfolg war gering, brachte aber wieder etwas mehr schlaf und neue kraft.

mitte april die wende: termin bei der homöopathin und ernährungsberaterin.
seitdem strikte diät für uns beide (ich stille noch) und langsames austesten der einzelnen lebensmittel.
es gab etliche rückschläge.
häufig habe ich versagt und wie wild „böses“ in mich reingeschaufelt.
die rechnung musste der igel begleichen indem er sich die ganze nacht wieder im bett blutig geschubbert hat.
nun sind wir langsam auf dem weg.

er sieht so gut aus.
im gesicht wie ein normales kind.
keine ausgrenzung, geschockte blicke, quarantänezimmer mehr.
die arme und beine sind immer noch aufgekratzt.
essen in gesellschaft ist nahezu unmöglich.
es sei denn, es gibt banane mit reiswaffeln (nur die eine sorte, die ohne alles!).
gibts selten, daher müssen wir meist zuschauen, wenn geschlemmt wird.
aber ich taste mich langsam vor.
es gibt schon rohe schokotorte, hummus und bohnensalat.
luxus pur!

ich bin so froh.
und wahnsinnig stolz auf mein kind.
wie er das aushält, wenn alle kekse essen, nudeln, äpfel…
manchmal fragt er kurz, ob er auch darf.
meist sitzt er nur da, guckt und futtert dann brav seine reiswaffeln.
oder banane.
mein held.

[immer wieder erreichen mich mails bezüglich unserer ernährung.
hier daher in kürze ein paar eckpunkte, vielleicht surft eine andere mutter genauso wie ich nächtelang durchs netz, auf der suche nach hilfe für ihr helden-kind. und vielleicht hilft so eine radikale diät auch in ihrem fall. natürlich nur unter überwachung einer fachperson.]

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