selbstbestimmt

4 tage ohne kind.
das war lang.
und irgendwie auch interessant: gefühlte 10 jahre ist es her, dass ich nur mich und die arbeit hatte.
morgens aufstehen, duschen, essen, zeug zusammensuchen, arbeiten, nach hause kommen, essen, irgendwas in der wohnung tun, schlafen.
ich bin tatsächlich sehr erholt, die wohnung sieht tiptop aus und ich habe einiges geschafft. (dummerweise nicht wirklich viel, da ich wetterbedingt jeden abend kopfschmerzen hatte und spätestens 21.30uhr im bett lag.)

auch emotional ist son leben ohne kind ja irgendwie ausgeglichener, kein rummeckern, angst haben, warten, antreiben, ausflippen, aufpassen, …
alles passiert im eigenen rhythmus, ich esse, wenn ich hunger habe, kann vorher ganz in ruhe etwas zubereiten. gehe ins bett, wenn ich müde bin, stehe auf und kann direkt einfach auf toilette gehen, ohne diskussionen darüber zu führen.
wenn ich länger arbeiten muss – who cares? einfach nochn hausbesuch dranhängen, ganz locker, kein problem.
grandios wäre es gewesen, hätte ich auch mal einen tag frei gehabt oder zumindest nicht soviel gearbeitet.
das wär was gewesen, einfach nur rumtrudeln, whoey!
nunja, das kommt wieder.
so in 10-15jahren.

aber (ihr habts alle geahnt, es muss jetzt einfach kommen, schließlich ist dies ein mama-blog!):
ich kanns kaum erwarten den kerl morgen wieder in die arme zu schließen und mir nen fetten knutscher abzuholen.
und ihn dann unter bitten, betteln, schimpfen, verzweifeln ins auto locken, auf der heimfahrt kinder-cds in endlosschleife hören und wahlweise getränke/snacks/??? nach hinten reichen (fahrtzeit circa 5 minuten), ein nass-klebrig-verkrümeltes kind notdürftig per taschentuch-und-spucke-methode reinigen, da es so keine sekunde länger existieren kann, beim überqueren der straße diskussionen zu führen, ob er denn einfach alleine rüber rennen darf, an der haustür meine fast-platzende blase ignorieren, während das kind noch steinchen sammelt, 15kg die treppen hochzuschleppen, mit zusammengekniffenen beinen warten, bis der kerl den versuch die tür alleine aufzuschließen dann doch aufgibt, aufs klo zu stürzen und dann gaaaaaaaaanz entspannt pinkeln, während das kind kreischend vor mir steht, weil es doch bitte zuerst ausgezogen werden wollte.
hachja. 🙂

bilder im kopf

herr schinken fährt ab morgen zwei wochen segeln.
braucht ja auch mal dringend nen bisschen entspannung der gute, war ja schon echt stressig, mich zu pflegen.
naja, ich gönns ihm nicht.

für mich bedeutet das zwei wochen kind und arbeit komplett alleine rocken, ohne plan b.
das sitzt mir doch etwas im nacken, denn nochmal arbeitsmäßig ausfallen ist so überhaupt gar nicht drin.
worst-case-scene: kind krank.
gestern abend sah der igel echt grottig aus, war heiß und überdreht.
heut ists schon wieder etwas besser, nur die nase läuft jetzt ohne unterlass.

bitte, bitte liebes wesen du da oben, mach, dass das schon alles war!

in der nacht habe ich dann hin und her überlegt, was, wenn das jetzt wirklich mehr wird?
babysitter einkaufen, der 9std am tag das kranke kind hütet?
das kind mit nurofen vollstopfen und whoey – kita, wir kommen? (hab ich neulich gelesen und fands abartig. heut nacht wirkte es dann doch irgendwie verlockend…)
das kind ins auto setzen, zu den hausbesuchen hochflitzen und hoffen, das er alles verschläft? (scherz! ja wirklich!)

nein, es wird einfach nicht passieren.
ich werde alle meine termine schaffen und der igel bleibt gesund.
basta.

und weil ich auch nochmal in den urlaub fahren will:
kennt eineR von euch ne schöne ferienwohnung an der ostsee?
vorzugsweise aufm darß, in kinder-lauf-nähe zum strand und bezahlbar. (haha, ich weiß)
als finderlohn gibts dann ende november hier schöne fotos von uns am meer 🙂

lästerschwester

achja, ein gemischter tag.
ich hab ja tatsächlich außer dem igel in der regel niemanden, den ich nachm feierabend mit meinem müll belästigen kann (und der singt derzeit in jeder minute abstruse lieder wie: „miezi tot. miezi tot. tot. tot.“ – ich fühle mich nicht ernst genommen!), heute muss das daher mal hier raus:

der morgen war eher anstrengend, immer wieder das gleiche bei mehreren besuchen hintereinander:
kind weint, lässt sich nicht ablegen, will tatsächlich alle 2-3 stunden an die brust, wird nicht satt.

der hammer: ein pärchen, das wirklich jeden tag auf achse ist und ämtergänge, familienfeiern usw erledigt [für die insiderinnen hier: tag 10pp, fundus bei N-4 (mit zwei augen zudrücken), haben uns von tag 4pp N+2 bis dahin gehangelt – wohoooo!] wollte dann heut noch zum arzt, weil das kind so viel schreit (sie waren heut morgen schon beim bürgeramt und einkaufen).
also naja, eigtl schreit es ja nicht.
aber es ist halt so unruhig.
aufm arm gehts ja immer, aber sobald es dann abgelegt wird…

dann die wende: der letzte besuch bei einer vietnamesischen frau, bei der ich nicht wirklich oft war und die wirklich genügsam lebt.
sie flitzt zum schluss kurz raus und kommt mit einer riesentüte süßigkeiten für meinen sohn wieder rein.
mein gott, hatte ich pipi inne ooochen!
musste sie auch einfach mal ganz fest drücken, hoffe, dass nimmt sie mir nicht übel.
im auto musste ich mich echt arg zusammenreißen bei meinen bananen und reiswaffeln zu bleiben und nicht wenigstens die nüsse heimlich wegzuknabbern, haaaaaach.
der süßkram kommt jetzt in die kita zu den besten erzieher/innen der welt.

direkt danach der letzte besuch bei einer anderen frau, bei der ich bis zuletzt zwei mal die woche war und die nichtmal ein „danke“ rausbekommen hat. (ich sag den leuten an der kasse danke, den briefträger/innen, servicepersonal am kundentelefon…)

noch 4 tage, dann hab ich uuuuuuuuuuuuuuuuuuurlauuuuuuuuuuuuuuuuub! 🙂

alles neu macht der januar

ein schönes wochenende im elbsandsteingebirge liegt hinter uns.
die gesamte großfamilie war da (20 leute von 1-75jahren), dem igel ist vor lauter spaß fast der arsch geplatzt, ich war mega-entspannt, wir waren wandern (4 (!) stunden den kerl aufm arm schleppen, weil er nicht in die manduca wollte und alle, die vorher groß getönt haben bzgl tragen-helfen auf einmal weg waren. nur noch die uroma + ich mitten zwischen den bergen…mir zittern immer noch die arme!), wurden bekocht, haben lange geschlafen, gequatscht, abgehangen, hühner+emus angeguckt,…tolle sache.

clan-leben wie von nicola vom artgerecht-projekt beschrieben par excellence, da alle auch noch irgendwie verwandt, irgendeiner hatte immer bock auf kinderbespaßung, verpflegung, der rest konnte dann einfach mal nichts machen.

umso unschöner das ankommen wieder hier: 4 wände, eine frau, ein kind, viel arbeit, wenig zeit, schnell schnell schnell. dicke luft zwischen herrn schinken und mir, nachm feierabend keinen bock auf irgendwas.
ein haus-wohn-projekt muss her!

stattdessen stelle ich mich am freitag bei einer hausverwaltung für ne 2-zimmer-wohnung vor.
20qm mehr als jetzt, 3 straßen von der praxis entfernt, 10min mitm fahrrad zur kita (die jetzt auch bald anfängt), viel grüner, ruhiger…und luxuriöser.
vorbei sind dann die zeiten, als ich ungeschminkt mit kleckerhose aufm spielplatz rumgammeln konnte, denn hinter jeder ecke könnte die luxusmuddi lauern, die ich gerade betreue.
zur nächsten party fährt dann nur im 20min-takt die straßenbahn, nachts am wochenende gar nicht.
(aber hey, für einmal im monat maximal ist das auch tolerierbar.)
so richtig überzeugt bin ich nicht.
wegziehen kann ich ja aber immer noch.

so ein bisschen hoffe ich also, dass die mich dann doch nicht wollen.
trotz abgezogener dielen und stuck.

felifsss navidad!

gefühlt die unweihnachtlichste adventszeit ever – stressig as hell, arbeiten, kind krank, einfach nur durchhalten.
schade für den igel und ich hoffe, ich bekomme es nächstes jahr besser hin.

in der hoffnung, dass es morgen trotz arbeit, rumfahren, jetzt-schon-schlechter-laune irgendwie nett wird:

ich wünsche euch allen da draußen, bloggerInnen, leserInnen, internetlosen reallife-menschen, tieren, pflanzen, steinen usw ein paar ruhige, entspannte, besinnliche tage im kreise eurer lieben, mit gutem essen, intensiven gesprächen und zeit zum atem holen und zu sich kommen.

die realität holt uns ein…

nun isses das erste mal soweit – ich bleibe morgen zu hause, weil ich keine kinderbetreuung habe.
ziemlich unprofessionell fühle ich mich und hatte ein mega-schlechtes gewissen, als ich grade alle termine absagen musste.
nichts dringend akutes, aber trotzdem irgendwie noch recht „bedürftig“…

klar, mit kind kann das mal passieren, das sollte den frauen klar sein.
trotzdem doof.

der igel befindet sich nach drei anstrengenden nächten wieder auf dem wege der (rasanten) besserung, dafür liegt nun herr schinken flach.
heute ließ sich das noch mit oma+tante ausgleichen, morgen kann sonst niemand.
an sich könnte ich den freien tag ja einfach genießen, dumm nur, dass ich jetzt samstag ran muss…

heldenhaft fand ich mich die woche aber auch: trotz wirklich wenig schlaf, einer blockade im isg (ich dachte kurzzeitig, ich müsste den notarzt rufen, weil ich nicht mehr hochkam und danach nur auf einem bein durch die wohnung schlittern konnte) hab ich das alles ganz gut gerödelt, den großteil meiner 3 rückbildungskurse mitgeturnt (ok, im anschluß beim zettel vom boden aufheben brauchte ich hilfe und musste dann auch erstmal kurz ne runde tiiiiief durchatmen und fluchen gehen), unwichtigere termine abgesagt und dafür den igel gepäppelt.

meine abstilllust (welches wort war das noch mit den drei „lll“?) hat sich auch erstmal verflüchtigt.
der igel hat tatsächlich 2 tage nichts (wirklich überhaupt nichts) gegessen, nur gestillt und ich war saufroh über das wissen, dass er trotzdem gut versorgt ist.
was sind da die paar durchwachten nächte der letzten 22 monate demgegenüber?

wieder einmal bewahrheitet sich: schlaf wird generell überbewertet.
meinen frauen sage ich immer: in anderen ländern ist das folter, bei uns heißts wochenbett und mutterschaft: nahrungskarenz, schlafentzug und angeschrien werden. ohne diese dizzel-liebes-hormone nicht durchzustehen.
und immer schön weiter atmen und lächeln, atmen und lächeln…

wo komm ich her, wo geh ich hin…

…und wieviel zeit werd ich noch haben?
(wer möchte summt jetzt die ärzte (auuuuuus berlin) mit)

ja, so siehts hier aus.
ich stöbere nach klöster-unterkünften, lese hildegard-bücher und recherchiere zu paddy kelly.
leider kann frau als nonne kein kind mitnehmen.
an gott glauben müsste ich dafür auch noch.
fällt also erstmal weg.

nächste option:
studium.
nur was?
soziale arbeit, öko-agrarmanagement oder medizin (never!)?
reinkommen müsste ich dank gefühlten 100 wartesemestern in fast alles.
was bringts mir?
weniger stress und mehr geld?
schaffe ich das momentan überhaupt?
will ich das wirklich?

oder:
noch ein kind.
fänd ich ja momentan am besten.
ist nur leider auch am unwahrscheinlichsten.
am nähesten komme ich derzeit noch meinem 50jährigen nachbarn beim pakete abholen.
neulich stand werner dabei sogar im schlüppi vor mir, hot! hot! hot!

auf ne neue frisur hab ich keinen bock.
zum wohnung umräumen fehlt mir die zeit.
geh ich halt zum fünften mal…hab ja noch die linke hand 😉

zeit absitzen

der kerl pennt immer noch.

ich will los mit ihm und warte.
da er quasi jede sekunde aufwachen könnte, fange ich nichts nützliches mehr an.
hm.

ein abriß der letzten tage:
4,5std auf der zulassungsstelle. mein freier nachmittag.
aber trotzdem geil.
seit 2 tagen regnets und ich sitz in meinem warmen auto, futtere mich rund und freu mich über das quietschen der scheibenwischer.
wirklich kein vergleich zu meinen sonstigen tagen mit fahrrad und öffentlichen quer durch die stadt, im kampf gegen wind, wetter und pendelverkehr.

am wochenende habe ich kurs.
jedes mal ärgere ich mich darüber, dass ich den wieder angeboten habe.
denn jedes mal ists viel vorbereitung und ein ganzes wochenende futsch für nicht wirklich viel geld.

irgendwie war da noch viel mehr, was ich schon wieder vergessen habe…ähm ja…
vielleicht wacht er jetzt doch mal auf und wir können mit dem „audo“ losdüsen und die praxis vorbereiten.

wie sag ichs, ohne perverse anzulocken?

es gäbe ja soooo viel zu berichten (kastanien in da house, unsichtbare blind dates, außerhäusige übernachtungen des igels, usw..), aber die tage sind lang, die nächte kurz und beschissen wie hühnerleitern – as usual.

heldenhaft fand ich heute meine arbeit: eine junge frau von nahtfäden unter schier unglaublichen bedingungen befreit: mit löffeln, taschenlampe und stillendem baby auf der brust (ihrer, ist klar ne..) haben wir fast eine stunde schwitzend, schnaufend und lachend zugebracht.
super tapfer war sie und danach super erleichtert. (ich auch, hätte nie gedacht, dass ich da rankomme!)
das klingt unspektakulär aber war mal irgendwie echt gut.

mein beruf ist nicht meine berufung

tja, schön dumm, wenn frau das irgendwann feststellt.

ganz ehrlich: ich werde darin wohl nicht alt werden.
wobei es ja einer der wenigen berufe ist, in denen frau mit steigendem alter an ansehen gewinnt.
(mehr geld gibts dafür natürlich trotzdem nicht.)

mein problem ist wohl hauptsächlich, dass ich selber noch zu tief drinne stecke.

mir blutet das herz, wenn ich beim hausbesuch erlebe, wie ein kind seelenruhig komplett fertig angezogen wird, während es sich dabei die seele aus dem leib schreit.
wenn eltern ihre zwei wochen alte tochter „zicke“ nennen, die gerne mal rumbockt.
wenn ein vater in 8 wochen noch kein einziges mal sein kind gewickelt hat.
wenn die bauchschmerzen mit medikamenten behandelt werden, denn das kind bleibt nicht ruhig liegen, schläft mit 4 wochen immer noch nicht alleine ein und das können ja dann nur bauchschmerzen sein.
wenn schon in der schwangerschaft immer wieder der satz fällt: „ich will mich ja nicht zur sklavin meines kindes machen lassen.“
wenn die frau den kompletten haushalt schmeißt und der mann währenddessen anmerkt, dass sie sich ja ruhig mal mehr bewegen könnte, sie hätte ja immer noch nicht ihre alte figur zurück.
wenn ich um 23.00uhr eine sms bekomme:“ er schläft nicht, liegt nur da und guckt. was können wir tun?“
wenn ich so oft das gleiche in ungläubige gesichter erzähle, dass ich schon nicht mehr weiß, bei wem ich es nun gesagt habe.

es fällt mir manchmal wirklich schwer, das auszuhalten.
und manchmal fällt es mir dann schwer, gut zu betreuen.
genau darin liegt jedoch meine aufgabe.