Ich habe nicht weiter gemacht

Heute erscheint ein Beitrag von mir im umstandslos Magazin, welches diese Ausgabe das Thema „Weitermachen“ hat.
Im Zuge dessen noch ein Text von mir zum Nicht-Weitermachen, was nicht zwangsläufig „Aufhören“ bedeutet.

Ich gebe nicht leichtfertig auf, sowohl beruflich als auch privat habe ich mich durch einige Beziehungen und Tätigkeiten gequält. Mehr oder minder tapfer durchhalten, das Positive suchen, ein (mein?) Ziel im Auge behalten.

Aber einmal habe ich mich gegen das Weitermachen entschieden.

Und das war so:

November 2013.

Ich war mit meinem damals fast 3-jährigen Kind in einer Ferienwohnung an der Ostsee, unseren Sommerurlaub nachholen.

Der fand nämlich nicht statt, weil ich gearbeitet hatte, im Sommer war immer besonders viel zu tun, da gab es auch keine freien Wochenenden.

Aber diese eine Woche Urlaub hatte ich mir frei gehalten. Außerhalb der Saison sind Unterkünfte eh günstiger, sagte ich mir.

Ich wollte mich erholen, abschalten, den Kopf frei bekommen.

Nur für das Kind da sein, ohne aufs Telefon zu schielen und nebenbei Beratungen durchzuführen.

Auf meinem Telefon trudelten ständig Nachrichten ein, von Klientinnen, Kolleginnen. Vergessene Telefonnummern, Kursanfragen, Milchstau.

Und ich?

Ich hatte wahnsinnig schlechte Laune, war einfach müde, unfassbar müde. Vom Kind genervt schleppte ich mich durch den Tag, versuchte die Arbeits-Nachrichten zu ignorieren und ärgerte mich trotzdem über sie.

Ausgebrannt fühlte ich mich, nach gerade mal drei Jahren Freiberuflichkeit.

In meinem Kopf rumorte es: Scheiße, du bist gerade mal 28 und fühlst dich, als stündest du kurz vorm Burnout. Dein Kind jonglierst du zwischen Kita, Vater und Großeltern, damit auch die Wochenende abgedeckt sind. Das ist doch lächerlich.

Ich kaufte mir ein Notizbuch, schrieb auf die erste Seite „Anne wird organisiert“ und stellte eine Bucketlist für mein Leben zusammen.

Während ich mit dem Kind durch Matschpfützen rutschte, sich Kletten an unseren Hosenbeinen sammelten und ich mir warmen, feuchten Kuh-Atem ins Gesicht pusten ließ, reifte der Entschluss – ich höre auf.

Die Aussicht darauf in wenigen Tagen wieder die Sorgen und Nöte anderer Menschen verständnisvoll begleiten zu müssen stresste mich. Ich war über alle Maßen genervt, bei jedem hervorgebrachten Problem rollte ich innerlich die Augen, wusste nach 5 Stunden Arbeit nicht mehr, wem was ich schon erzählt hatte und wem was noch nicht.

Mit 20, nach meinem Freiwilligen Sozialen Jahr hatte mich zwar ein Studiengang in Brandenburg interessant, doch hatte ich diese Idee bald wieder verworfen. Finanziell zu unsicher, zu weit weg von der Stadt erschien es mir.

Mit 28, allein mit Kind und eigener Wohnung wollte ich es nun aber wagen.

Ich hatte die Angst verloren, vor dem Ungewissen, vor meinem eigenen Mut.

Es ging natürlich nicht sofort, aber direkt nach dem Urlaub teilte ich meinen Kolleginnen die getroffene Entscheidung mit, suchte Bewerbungsunterlagen zusammen, schaute nach Alternativen.

9 Monate später hielt ich die Zusage in den Händen, einen Monat später hörte ich auf zu arbeiten, saß zwei Wochen später mit wackligen Knien das erste Mal im Hörsaal.
Dieses eine Mal Aufhören statt Weitermachen habe ich bisher keine Sekunde bereut.

Nicht, als das Bafög 10 Monate auf sich warten ließ. Auch nicht, als ich die Hälfte aller Prüfungen geschoben habe (so ziemlich jedes Semester), da ich das Lernpensum nicht bewältigte, weil es auf dem Spielplatz einfach zu laut war.

Ich hatte mehr Zeit für mein Kind, für mich. Abends den Kopf frei, konnte mein Handy Zuhause vergessen und trotzdem ausgiebig im See planschen.
Ob ich das Studium jemals abschließen werde, weiß ich nicht.

Die Aussicht auf einen Job ist mau, bis dahin liegen noch viele unangenehme Prüfungen vor mir.

In meiner neugewonnen Freiheit hatte ich Zeit, „einen“ (ptahaha) neuen Mann kennen zu lernen. Wir haben ein Baby bekommen. Ich war seit einem Jahr nicht mehr in der Uni, meine Kommiliton*innen bereiten derzeit ihre Bachelorarbeit vor, ich habe seit drei Tagen nicht mehr geduscht.
Was ich sagen will?

Nicht immer sieht Weitermachen so aus wie Weitermachen. Manchmal lohnt sich ein Perspektivwechsel um etwaige Richtungsänderungen in Betracht ziehen zu können.
Das mag etwas pathetisch klingen, aber: tief drinnen in mir habe ich die Gewissheit, dass es immer irgendwie weiter gehen wird, bis zum letzten Atemzug. Das sämtliche Bedrängnisse und Nöte nur temporär sind, ich es wagen kann, sie ändern zu wollen und das Leben dann einfach passiert.

In meiner wilden Punkrock-Zeit stand mit Chlorix auf meinem Shirt: Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

Wirritäten

Ich liege in einem Deckenwust im Bett, um mich herum eine Peripherie aus Salzteiggebäck, Kuscheltieren und Kinderbüchern. Das Kind verarztet, verkauft und singt, immer wieder muss ich eine Hand aus meiner Höhle schieben um zu assistieren.
Ich bin krank.
Und froh, so ein nettes, verständnisvolles Kind zu haben, welches mit seinen 4,5 Jahren bereits viel Zeit ohne mich totschlagen kann. Woher er diese Leichtigkeit und den Frohsinn nimmt, ist mir ein Rätsel.
Morgen geht der Kerl wieder für ein paar Tage zum Papa und mir blutet bereits jetzt das Herz. Seine letzten Stunden mit mir verbringt er in einsamer Stille, alles „laute“ muss er drüben im Wohnzimmer machen, dazu zählt leider viel, was einem Kind so Spaß macht.
Beim Papa ist ständig was los, es findet sich immer jemand, der mit ihm spielt, er kann rausgehen wann er will, hat sein eigenes Zimmer, Papa brüllt nie rum.
Selbstverständlich ist Papa auch der stärkste Mensch der Welt und weiß alles.

Ja, heute ist einer dieser Tage.
Ich bin sicher nicht die schlechteste Mutter der Welt, dazu gibt es zu viele.
Aber irgendwo bei den lustlosen, ständig schimpfenden, langweiligen, nichts vernünftiges zu Essen zu Hause habenden Motzkühen reihe ich mich ein.

Nun hockt das Kind im Wohnzimmer, hört CD und lernt mit seinem neuen Ting-Buch mit der Hexe Huckla Englisch.
Mit Geschenken überhäufen zumindest kann ich.

Wer unser Leben in freundlichen Pastelltönen sehen möchte, kann dies ab sofort auf Instagramm tun.
Wie ich zu finden bin, steht hier unter „Icke“.

we proudly present…

ok, gewonnen hat: liebesleben.
war jaaaaaaanz weit vorne.

also, was gibt es dazu zu sagen?
mein liebesleben.
ähm ja..
nicht vorhanden.

traurig, aber wahr.

ich bin deshalb auch tatsächlich recht häufig traurig.
in absoluten depri-phasen fühle ich mich komplett verlassen von der welt, einsam im alltagstrott vor mich hin wurstelnd, no-future und so…
es geht mir nicht in erster linie ums körperliche, sondern auch um austausch/kontakt/da-sein/ausheulen-können/gemeinsamkeiten/uswusf.
das fehlt.
ich fühle mich momentan in keinerlei hinsicht mehr als frau, nur noch als irgendeine art von mutter.
klaro, mami (so nennt er mich, wuuuah!) für den igel, bin ich nach wie vor gern.
beim arbeiten: zuhören, trösten, erklären, unterstützen, helfen…nicht direkt mütterlich, aber irgendwie dann doch wieder.

ich fühle mich attraktiv wie ein überquellender mülleimer, zugestopft mit scheiß, den keiner mehr haben will. stinkig.
niemand geht näher ran als unbedingt nötig.
reste der vergangenheit kleben an mir und wollen sich nicht lösen.

mit dem igel dinge zu erleben fetzt.
aber er ist halt erst drei.
ich tröste den igel gern, wirklich.
aber ich möchte auch mal getröstet werden.
ich koche und esse gern mit dem igel.
aber die konversationen sind doch häufig etwas bemüht.
ich habe wie immer große reisepläne.
aber allein mit kind traue ich mir die nicht zu und es wäre mir wohl auch zu langweilig.
ich hab tatsächlich noch viel vor im leben, dazu gehören nach wie vor kinder.
aber ja, alleine machen kann ich mir die nicht und alleine haben will ich sie auch nicht.

ich weiß auch das mit dem zuerst-sich-selbst-lieben und son kram….bla.
ich lieb mich aber nicht, punkt.
bleib ich jetzt für immer allein?

aussichtslos.

(und ja, ein bisschen hiervon ist auch teil des wintertief-posts.)

d’oh!

meine unerhörte blogstatistik hat mich auf die suche gehen lassen – was war da gestern los?
die liebe cloudette ist nido-blog-der-woche!
herzlichen glückwunsch! ❤

mich hat sie tatsächlich auch erwähnt: "Gerne lese ich bei der Krähenmutter, die ab und zu mit ihrer inneren Monstermama kämpft und sehr sympathische Alltagsgeschichten schreibt."
danke dafür!

prompt heute habe ich wieder nen monster-mama-artikel veröffentlicht.
biberkacke!
damit lassen sich ja nun wirklich keine neuen leserinnen beeindrucken..

und sicher fragen sich jetzt so einige: "und die will noch kinder? kommt ja mit einem schon nicht klar…"

ja. will ich. unbedingt.
weil es sonst echt wunderwunderschön ist und ich die beste zeit meines lebens mit dem igel habe.

roter vorhang

heut morgen mal wieder:
losgehen.
mit anziehen und so.
UNSER thema.

ich wollte los. jetzt.
der igel nicht. „hierpleibn.“
was dann folgte war pädagogisch keine glanzleistung.

durchgeschwitzt und erschöpft saßen wir im auto.
die geistig-drei-jahre-alte mutter macht dann auch KEINE kinder-musik an, weil sie nen bock hatte.
grandios.

nachdem dann irgendwann das tatsächlich komplett angekleidete kind in der kita war, gabs ne kurze runde heulen im auto.

schon länger surfe ich nach hilfe-adressen, rufe dann doch nie an.
warum nicht?
weil ich angst habe, mein versagen zuzugeben? meine ausflipper und mit-gewalt-anzieher?
ja.
so geht mensch nicht mit einem kind um.
nienieniemals.
ich bin die erwachsene und überlegenere in unserer festgefahrenen anzieh-situation.
aber ich weiß echt nicht weiter.
ich habe es mit langer/kurzer/ohne ankündigung versucht. viel zeit mit spielen, wenig zeit mit durchziehen. mit locken, spaß und auf der vernünftigen ebene. mit halbnackt losfahren, barfuß in die kita laufen (gestern, es war saukalt.) und dann erst anziehen. ich frage, was ihn stört, wir wie es für ihn besser machen können. ich atme durch, versuche die mutter zu sein, als die ich in erinnerung bleiben möchte. versuche mir mantramäßig zu sagen, dass es im bezug auf den rest des lebens total lächerlich ist, mir wegen der morgendlichen unpünktlichkeit so nen stress zu machen.
ich entschuldige mich, aber manchmal meine ich es nicht wirklich so. weil ich echt sauer bin.
abends schon grübele, wie wir den nächsten morgen möglichst reibungslos über die bühne bekommen können, was ich am ablauf optimieren könnte, was ich neues ausprobieren könnte.
es macht mich irre.
schon jetzt stellen sich mir wieder die nackenhaare auf.
hail brückentage, erst montag hab ich wieder einen frühmorgens-anzieh-tag.

ich bin im losgeh-stress kein netter mensch.
früher hat mich morgens niemand angesprochen.
das hat sich gebessert, aber „schnell los müssen“ macht mich hektisch, ungerecht und aggressiv.
wenn sich dann ein 14,5kg-bremsklotz in meinen dampflok-artigen weg stellt, fehlt mir die bremse.
ist das meine aufgabe im leben?
lernen, mit selbstgemachtem stress umzugehen?
ein-und auszuatmen?
erkennen, was wirklich zählt im leben?
dann bitte liebes leben, warum hast du mich mit sturheit und jähzorn ausgestattet?

freunde sagen: „damit kriegt er dich und das weiß er. er testet.“
SO kann er mich nicht wirklich wollen.
zugegebenermaßen kann er nicht viele grenzen testen, da mich nicht viel auf die palme bringt. oder ich vielleicht auch zu wenig grenzen biete?
aber birgt das leben für 2,5jährige nicht genug grenzen?

jetzt bin ich aufs deutsch-dänische institut gestoßen.
das hört sich doch gut an.
morgen ruf ich an.
diesmal wirklich.

was habt ihr für krisen-trächtige situationen und wie kommt ihr da heil raus?

flach wien brett

…lieg ich hier rum und hab heut keinen bock.
der alltag mit nem gebrochenen zeh (am laufrad!), klumpschuhfuß und krücken ist anstrengend.
(danke, danke, DANKE für eure hilfsangebote! nobelpreise für alle selbstlosen bloggerinnen!)

vor jedem aufstehen gruselts mich.
das kind ist nicht perfekt kondotioniert genug, um den haushalt alleine zu schmeißen.
heut war ich das erste mal wieder einkaufen, ein äußerst langwieriger prozess.
da ich nicht verhungern will, humpel ich brav weiter zu ein paar wochenbettbesuchen…morgen werd ich in der praxis residieren und hab mir meine damen dorthin einbestellt.
lust hab ich keine, schon die wege machen mich fertig und dauern einfach ewig.
ob das zu den verordeneten drei wochen bettruhe zählt, wage ich auch zu bezweifeln.
spätestens zum 28. muss das ganze wieder soweit heile sein, dass ich autofahren kann.
muss, muss, muss!

herr schinken macht gnädigerweise die kita-touren, ich rutsche innerlich auf knien vor ihm.
fix und fertig isser davon.

den igel glotzt ungefähr 100 folgen davon pro tag:


ich kann an seinem gesichtsausdruck jede absterbende gehirnzelle beobachten.
sonst hat er nicht viel zu lachen, ich hab zu nichts lust.
gibt nix dolles zu essen, keine ausflüge (ich trau mich nicht mit ihm raus. wenn er wegrennt, kann ich nur noch brüllen und mit den krücken werfen..), eine mutter, die am liebsten ins schneckenhaus ziehen würde und da zeit für sich benötigt..

hachja, das leid der welt, komprimiert in einer person.
morgen ists sicher wieder besser!

sahara-ciddy

sehr schön war er, der nachmittag mit den tollen, kreativen, mutigen, lustigen, starken, liebevollen, verrückten, lebenslustigen frauen, bloggerinnen, müttern und ihren grandiosen kindern.

glücklich scheitern
brachte die lawine ins rollen, berlinmittemom bot uns den rahmen (draußen! mit buddeln, ball spielen und planschen!), mama007,alsmenschverkleidet, Achtung, Mama! und das kinde+moi (<– das bin ich) kamen.

der weg dorthin war verstopft und abartig heiss, beinahe wollte ich schon umdrehen.
die gefühlten zehn kilometer vom parkplatz zum treffpunkt verliefen durch die sahara. (ich schwörs!)
das kind wurde schwerer und wärmer und ningeliger…
– lasst euch sagen: es war jeden schweißtropfen wert!
angekommen: ein kreis von fünf strahlenden frauen auf einer decke im schatten, umschwirrt von nackig-nassen kindern, in der mitte ein bunter teppich aus worten, gelächter und gebanntem lauschen.

fazit: es war kurz, unterbrochen und hat einfach so viel lust auf mehr gemacht.

danke euch allen!

(aber ganz ehrlich: ich bin immer noch fix und fertig.
wie muss es da erst den kindern gehen?)

i carry your heart with me

gestern war mal wieder partytime angesagt.
das schwesterherz zu besuch in der stadt und ich wollten das erste mal seit knapp drei monaten wieder einen drauf machen.

der abschied vom igel war beschissen suboptimal.
schon auf dem weg zu herrn schinken gabs tränen und „nein nein nein, nach hause, mama hause!“.
dann dort angekommen ging es nahtlos weiter. ich solle bitte auch da bleiben.
als ich dann endgültig sagte, ich ginge jetzt los, war alles vorbei..

bitterliches schluchzen, um sich schlagen, versuche sich vom väterlichen arm zu winden.
und immer wieder „mama, mama, nein, nein!“, ausgestreckte ärmchen in meine richtung.
was ein letzter anblick beim gehen.
mir kommen jetzt noch die tränen.

ich bin gegangen.
der igel hats gut bei seinem papa.
wäre es nach meinem gefühl gegangen, hätte ich ihn mitgenommen.
aber der papa möchte ihn auch haben und er ist eigentlich gern dort.

und immer wieder, wie so häufig in den vergangenen 2,5jahren, denke ich an den ausgelutschten spruch:

„Die Entscheidung, ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft.“ (Elisabeth Stone)

denn es tut so weh.
körperlich.
schmerzen im rechten vorhof, die sich bis ins linke ventrikel ziehen.
ein magen, der revoltiert vor hunger nach dem einen.
die kummervollen falten der stirn verursachen kopfschmerzen.
das hirn schaukelt gelähmt vor sehnsucht im liquor.

der abend war eh gelaufen.
am liebsten wäre ich direkt ins bett gegangen um so schnell wie möglich den nächsten tag herbeizuschlafen.
nun ist der nächste tag und ich kann immer noch nicht hin, weil die beiden heut nachmittag noch ein playdate haben und vereinbart ist, das ich den igel erst danach abhole.

aua.
mein herz.

in freudiger erwartung

heute morgen habe ich das hier entdeckt: trotzyoga.

und frage mich seitdem: mache ich in der erziehung irgendetwas falsch?
biete ich zu wenig widerstand?
bin ich zu nachlässig? (ich mag ja diesen spruch mit dem bambusrohr und so..)
oder kommt da noch was? (sicher kommt da noch was: der igel ist knapp 2,5jahre alt.)

gerade die kommentare gruseln mich: 50min am stück ausrasten?
alter….
danach bräuchte ich mindestens 3std schlaf, egal ob als mutter oder kind.
bisher finde ich das gefürchtete trotzalter (ein unwort usw, ich weiß..) die zwingend notwendige autonomiephase (danke an das nuf!) noch recht harmlos.
eigentlich hatte ich gedacht, dass die tage dann von morgens bis abends nur noch mit brüllen, kratzen, schnoddern ausgefüllt sind, aber bis jetzt (!) sind das immer mal nur so kurze momente.
insbesondere nehmen der igel und ich uns nicht viel, ich brülle (leider) fast genauso häufig und verzweifle am leben.
hm.

da geht noch was!

ab jetzt wirds pervers

ja, wirklich.

bisher waren wir nur die freaks oder exoten, nun jedoch wirds echt gefährlich.
wir stillen noch.
bäh.
unter dem titel „are you mom enough?“ war das ja vor nem jahr mal voll das große thema, zumindest unter uns hebammen.

beim arbeiten ist stillen ja mit das größte thema überhaupt.
viele frauen wollen stillen, aber maximal so 4-6monate, dann die flasche.
also son kind, dass schon 9-10monate alt ist noch stillen? also das ist ja eklig. also soll ja mütter geben, die sowas machen, aber…also da kriegt man das kind ja nie von der brust los.

ich sitze dann da, schreibe geschäftig und grinse in mich hinein.
und hoffe, dass sie mich nicht fragen, wie lange ich denn gestillt habe.
dann müsste ich mich ja als kindeswohlgefährdende öko-muddi outen.
die, die fragen, grinsen aber meist auch nur. sieht mans mir also eh schon an? (dabei trage ich doch immer nen BH!haha..als ob das noch was bringen würde. schwerkraft oh du feindin meines körpers! )

mein persönliches ziel waren tatsächlich 2 jahre.
da konnte ich auch immer gut mit who und unicef hinterherschiessen, wenn mich jemand gefragt hat.
rechtfertigen irgendwie.
nun haben wir diese grenze überschritten und langsam wirds recht licht im wald der mitstillenden muddis.
zwei frauen kenne ich, deren kinder noch ein paar monate älter als der igel sind und die auch noch stillen.
die eine davon ist „unsere“ kitaleiterin.
es hat mich sehr entspannt, als wir beim vorstellungsgespräch uns barbusig gegenüber saßen und unsere riesen-kinder fix und fertig an der jeweils dazugehörenden brust eingeschlafen sind.
die andere ist eine befreundete kinderärztin.
sie wolle aufhören, sobald der frühling komme, meinte sie letzte woche. in vier wochen also?…oh, äh, naja, mal gucken..:D

mich hat der durchbruch der zweijahres-schallgrenze relaxter werden lassen.
nun ists auch wurst, ich mach nochn bisschen, immer in der hoffnung, dass der igel irgendwann von alleine abdockt.
der großteil ist geschafft.
das wird doch hoffentlich nicht nochmal zwei jahre so weiter gehen?!?
momentan ist das allerdings noch unvorstellbar, sein „dutzeln“ gehört beim einschlafen, aufwachen, an stressigen tagen, die gesamte nacht einfach noch völlig selbstverständlich mit dazu.