Wirritäten

Ich liege in einem Deckenwust im Bett, um mich herum eine Peripherie aus Salzteiggebäck, Kuscheltieren und Kinderbüchern. Das Kind verarztet, verkauft und singt, immer wieder muss ich eine Hand aus meiner Höhle schieben um zu assistieren.
Ich bin krank.
Und froh, so ein nettes, verständnisvolles Kind zu haben, welches mit seinen 4,5 Jahren bereits viel Zeit ohne mich totschlagen kann. Woher er diese Leichtigkeit und den Frohsinn nimmt, ist mir ein Rätsel.
Morgen geht der Kerl wieder für ein paar Tage zum Papa und mir blutet bereits jetzt das Herz. Seine letzten Stunden mit mir verbringt er in einsamer Stille, alles „laute“ muss er drüben im Wohnzimmer machen, dazu zählt leider viel, was einem Kind so Spaß macht.
Beim Papa ist ständig was los, es findet sich immer jemand, der mit ihm spielt, er kann rausgehen wann er will, hat sein eigenes Zimmer, Papa brüllt nie rum.
Selbstverständlich ist Papa auch der stärkste Mensch der Welt und weiß alles.

Ja, heute ist einer dieser Tage.
Ich bin sicher nicht die schlechteste Mutter der Welt, dazu gibt es zu viele.
Aber irgendwo bei den lustlosen, ständig schimpfenden, langweiligen, nichts vernünftiges zu Essen zu Hause habenden Motzkühen reihe ich mich ein.

Nun hockt das Kind im Wohnzimmer, hört CD und lernt mit seinem neuen Ting-Buch mit der Hexe Huckla Englisch.
Mit Geschenken überhäufen zumindest kann ich.

Wer unser Leben in freundlichen Pastelltönen sehen möchte, kann dies ab sofort auf Instagramm tun.
Wie ich zu finden bin, steht hier unter „Icke“.

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