30. August 2015

Tropfen auf heiße Steine

Die Sprachlosigkeit der letzten Zeit lässt ein wenig nach, kopflose Hektik weicht planerischem Kalkül.
Bei mir, wohlgemerkt.
Tausenden Menschen dort draußen geht es anders.

Der Drang, etwas zu tun, wuchs während der letzten Wochen immer stärker an.
Eine Klamottenspende war schon mit dem DRK vereinbart, zu mehr, wie dem Aushelfen vor dem Berliner Lageso habe ich mich nicht getraut, hinter jeder Ecke lauernde fremdartige Krankheiten und allgemein wilde Zustände herrschten in meinem Kopf vor.
Der Gedanke schwirrte in meinem Kopf, ob das Kind und ich hier nicht etwas zusammenrücken könnten, um geflüchteten Menschen Unterkunft zu gewährleisten.
Wieder Angst vor Ansteckung, kein Platz, es ist eh schon so beengt, mir ist das nichts.

Trotzdem kaufte ich ein paar Hygieneartikel und Spielzeug ein, fasste es als eventuellen Plan fürs Wochenende ins Auge mal zum Gelände zu fahren und das dort abzugeben.
Wieder Zuhause über Facebook die Nachricht: heute kein Bus vorm Lageso, 200 Menschen ohne Unterkunft für die Nacht.
You’re waiting for a sign?
This is it.

In der Turmstraße angekommen, war ich etwas zittrig, wusste nicht, wer und was mich erwartet.
Nervös wollte ich mich anmelden und irgendwo einreihen, bekam als Antwort allerdings nur: “Schön, dass ihr da seid. Sucht euch Leute aus, nehmt sie mit und bringt sie morgen 8.00Uhr wieder her.”
Ähäm. Okay.
Ich war ja noch nie sonderlich kontaktfreudig und spontan, perfekt also für mich.
30min später sitzen vier Menschen aus dem Irak in meinem Auto, müde, verschwitzt, wir sind alle noch etwas überrascht.
Das Kind versucht sie zu beruhigen: “Bei uns ist kein Krieg. Wir haben Zuhause ganz viel zu essen.”
Der Vater versichert mir, wie schön Berlin sei.
Ich wiege zweifelnd den Kopf.
“Iraq: bumm, bumm, bumm.”
Ja.
Berlin ist sauschön, Recht hat er.
Bloß nicht drüber nachdenken, mit Tränen in den Augen fährt es sich so schlecht.

In unserem kleinen Schlaraffenland angekommen, versuche ich mein Chaos unauffällig beiseite zu schaffen (unser Aufbruch war etwas überstürzt, der Abwasch türmt sich, überall liegt noch Spielzeug rum, Bettzeug ist wild zum Trocknen aufgehängt), telefoniere nebenbei mit dem deutschsprachigen Neffen der Familie, weise in den Gebrauch der Waschmaschine ein, verteile Handtücher zum Duschen und kämpfe mit der blubbernden Tomatensoße auf dem Herd. (Was? Da darf kein Brokkoli rein, dann können sie es nicht mehr essen? Also nochmal von vorn. – Keine Ahnung, was mir der Neffe da am Telefon erzählt hat, ich wollte einfach alles richtig machen.)
Irgendwann sind wir alle in unseren Betten, rasch wird es still.

7.00Uhr, das Kind will wecken gehen, kommt aber mit der Nachricht wieder: “Die Menschen bewegen sich nicht.”.
Okay, don’t panic, hingehen, anklopfen, leise ins Zimmer rufen.
Keine Reaktion.
Ein zaghafter Blick ins Bett: zutiefst erschöpfte Menschen liegen zusammengekuschelt in einem Wust aus Decken und Kissen, mein Herz wird schwer.
Wie gern würde ich sie dort drei Tage schlafen lassen, doch sie müssen sich wieder einreihen in die Menge der Wartenden.

Mit leicht schwitzigen Händen (Drückt die Polizei eigentlich ein Auge zu, wenn die Rückbank aus nem guten Zweck überfüllt ist?) fahre ich die vier wieder zurück zum Gelände der Lageso.
Letzte Worte auf den Weg, obwohl wir uns über die Sprache nicht verstehen, Händedrücken, eine Umarmung.
Schnell weg, bevor ich losheule.

Abends sehen wir uns wieder, die Freude ist groß, sie haben einen Platz in einer Unterkunft, sind registriert. Das Kind wird geknutscht und geknuddelt, der Sohn der Familie steckt ihm Müsliriegel, Äpfel und Kaugummis zu, wir versuchen die neuesten Infos mit Händen und Füßen auszutauschen.
Ich bin wieder da.
Diesmal besser vorbereitet mit vorgekochtem Essen und einer improvisierten Tee-Ecke im Zimmer.
Refugees welcome – bring your families.

#BloggerFuerFluechtlinge

19. August 2015

Raus.

Das hätte ich mir ja auch nicht träumen lassen.
Da steh ich morgens 7.00 Uhr vorm Kleiderschrank (bereits fertig abgefrühstückt und geduscht), werfe Klamotten auf einen stetig wachsenden Haufen und esse mit etwas halbherziger Begeisterung Erdbeerkuchen aus Knete, während der Ein-Meter-kleine Kellner schon wieder die nächste Bestellung aufnimmt.
Und ich finds gar nicht so schlimm.
Also ja, bisschen grummelig bin ich schon, aber hey, ich bin seit meiner frühen Kindheit an als konsequenter Morgenmuffel bekannt und gefürchtet.

Aber jetzt bin ich im Wahn.
Aufräumen, Entrümpeln, Ausmisten.

Habe ich schon die letzten Monate immer mal beschaulich hier und dort was weggeschmissen und aus-/umsortiert, hat mich jetzt ein Buch völlig mitgerissen: “Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags” von Karen Kingston.
Ich bin zwar alte Eso-Tante (klaro, als Hebamme, mit Räucherstäbchen, Klangschalen und so), mit Feng Shui hab ich allerdings nichts am Hut.
Macht nix, darum geht es in dem Buch auch gar nicht.
Es steht seit Jahren in meinem Bücherregal, hat eventuell auch schon ein paar Umzüge mitgemacht, so genau weiß ich das gar nicht.
Warum ich es nun gerade in die Hand genommen hab – bestimmt Schicksal, von wem auch immer herbeigezaubert.
Eventuell ziehe ich bald um, vielleicht auch nicht. Bisher habe ich mich nicht getraut, aus Angst vor (unter anderem) einem monströsen Umzug.
Ich habe Semesterferien und das erste Mal seit Jahren wieder einfach Zeit zum Zuhause sein (Im Klartext: momentan kein Geld für Urlaub.).
Ein neuer Mensch ist in mein Leben getreten, auch das setzt spürbar Energie frei.

Auf jeden Fall möchte ich nicht mehr mit so viel Gepäck durchs Lebens gehen.
Die Wortmutter, deren Blog gerade aus monetären Gründen gesperrt ist, hat mich auf das Buch “Magic Cleaning” von Marie Kondo aufmerksam gemacht. Das Buch selbst habe ich mir noch nicht besorgt (siehe oben, kein Geld und so), aber wild im Internet dazu herum gelesen, was auch schon Inspiration genug war.
(Es gibt dazu Listen. Zum Abhaken. In bunt. Ein Traum für Listen-Fans wie mich.)
Und so wühle ich mich durch angehäufte vermeintliche Schätze, nehme sie in die Hand und prüfe, ob mein Herz zu ihnen spricht. Oder sie zu meinem Herzen? Irgendwie sowas.

So, das Knet-Eis wird gleich serviert und die 120-Liter-Schwerlast-Säcke (Der Mann vom DRK hat gesagt, ich darf nichts anderes nehmen!) rascheln nach mir.
Fotos folgen.
Stay tuned.
Seid ihr auch alle so aufgeregt wie ich?

12. August 2015

Aha.

Das Kind ist nun eindeutig kein Kleinkind mehr.
Wenn es aufwacht, hat es Mundgeruch.

10. August 2015

Mein Nervenkostüm

Bereits vergangene Woche gab es eine hitzige Diskussion mit zwei Kommilitoninnen, warum ich denn (mit Kind) nicht noch 17.30 spontan an den See fahren möchte. Das sei doch gar nicht anstrengend. Ich muss doch nur am Wasser liegen und nichts tun. Und wir fahren auch ganz früh wieder zurück. Das Kind sei doch auch so unkompliziert und würde alles einfach mitmachen.

Alle mitlesenden Eltern finden sicher die Fehler.

Ganz ehrlich: mit Kind ist alles anstrengend.
Sauschön und sauanstrengend.
Um es nicht für andere anstrengend zu machen, lege ich mich mächtig ins Zeug. Es wird Beschäftigungsmaterial eingepackt, außerdem verschiedenste Snacks und Getränke. Dazu ein geduldiges Dauerlächeln aufgesetzt um die Stimmung nur ja nicht kippen zu lassen und dann mit kreischendem 4jährigen heulend nach Hause zu fahren, weil der eigene Akku einfach völlig leergesaugt ist und sich der Kopf nur nach 15min Nichts sehnt.
Wie der kommende Tag nach so einem Ausflug aussieht, können sich wohl die meisten denken. Schön auf jeden Fall nicht.
Das ist von außen vielleicht alles nicht so ersichtlich und so stand ich als ganz schön langweilige Spielverderberin da, als ich den See-Ausflug boykottierte. (Die 30minütige “Du willst doch auch zum See, oder? Schön baden mit uns und so? Komm, sag mal Mama, dass du auch an See willst!”-Arie dem Kind gegenüber hat meine Laune nicht gerade verbessert. Danke dafür.)

Eine der Kommilitoninnen hat uns nun morgen zu ihrem Geburtstag eingeladen und es ist ihr ganz, ganz wichtig, dass wir auch kommen.
Sie fahren gegen Abend zur Ostsee, feiern dann am Strand rein, übernachten in einem WG-Zimmer und wollen den nächsten Tag dann noch nach Rügen und abends wieder zurück.
Wäre wirklich, wirklich schön, wenn wir auch dabei sein würden.
Echt jetzt.
Soooo anstrengend wird das schon nicht.

Ha.
Ja.
Klingt fantastisch.
Aber ihr wisst doch: ich bin ne elende Langweilerin und gönne weder mir noch meinem Kind irgendwelchen Spaß.

(Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nach den Prüfungen nicht noch mit saufen gekommen, sondern so schnell wie möglich zum Bahnhof geradelt bin. Weil ich *gääääääähn* mal wieder (!) pünktlich in der Kita sein wollte. Echt ey. Saftsäckin, ich elende.)

10. August 2015

Mal wieder…

Urlaub. Seit offiziell gestern sogar. Schön ist das.
Aufgrund momentanen Geldmangels verbringen wir den momentan noch in der Stadt und schwitzen uns einen ab.
Vielleicht komme ich dann aber auch mal zu was, sonst verbringen wir irgendwie nie so viel freie Zeit in unserer Wohnung.
Gestern hab ich schon Bücher aussortiert und online vertickt, nun bin ich gespannt, ob da genau die Unsummen bei rumkommen, die mir vorher auf dem Bildschirm präsentiert wurden.
Sonst winkt das übliche: gründlich aufräumen, die Steuer machen, Geburtstagspäckchen verschicken, Eis essen gehen..
Jetzt muss es nur noch 10°C kühler werden (Jahaaaa, hasst mich ruhig alle, aber ich wünsche mir tatsächlich gediegene 25°C! T-Shirt und kurze Hose-Wetter statt klitschnasse sich in die Poritze windende Hotpants und Tops, die mehr präsentieren als ich will, sobald ich mich bücke.) und ich bin sicher sofort wieder in der Lage mich zu bewegen und halbwegs klar zu denken.

Vielleicht schaffe ich sogar mal wieder ein paar Blogposts, wenn das Kindchen seinen schwitzigen Mittagsschlaf hält. Wer weiß, wer weiß…

10. April 2015

Körperwelten. Jetzt mit Haut drüber. In echt.

Ein eeeewiges Thema.
Das hier find ich ziemlich beeindruckend.
Und ich frage mich, woran die Unterschiede wohl liegen mögen..?

Ich kann mich nicht erinnern, jemals (Großes Wort. Sagen wir einfach ab der Pubertät.) ein positives Bild von meinem Körper gehabt zu haben.
Ich fand mich immer zu fett.
Wurde zwar nur “die Dicke” genannt, aber in meinen Augen war ich unsäglich fett.
Das finde ich auch jetzt noch häufig, obwohl ich etliche Kilo leichter bin.
Mein morgendlicher Gang auf die Waage bestimmt so gewaltig meine Laune für den Tag, dass es mehr als gruselig ist. (Schon der morgendliche Gang ist nicht immer drin. Wenn ich den Tag/die Tage davor “böse” gegessen habe, fällt der aus. Weil ich mich nicht traue und Angst vor den Zahlen habe.)
Wieviele Diäten ich in meinem Leben begonnen/durchgezogen habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
Soviel ist klar: mein Stoffwechsel ist im Arsch.
“Normal” essen ist nicht.
Am liebsten hätte ich eine Sonde, die mich ernährt, dann müsste ich mir keine Gedanken mehr machen.
Kein Einteilen mehr in “gut”, “geht so” und “böse”.
An schlimmen Tagen habe ich das Gfeühl gar nichts essen zu können, weil alles böse ist, mit Fett, Kohlenhydraten, mehr Kalorien als ein halbes Glas Wasser.
Meine bloße (abartige) Existenz war mir etliche Jahre peinlich, schon Einkaufen hat mich puterrot werden lassen, weil ich andere Menschen mit mir und meinem Körper konfrontiert habe. (Nein, ich war nie nackt einkaufen.)
Auch jetzt schäme ich mich manchmal noch für mein Da-sein.
Aber es ist selten geworden.
Mein Körper war nie mein Feind, er war abstrakt, abgespalten, nicht zurechnungsfähig, fremd.
Dementsprechend verzerrt war und ist mein Selbstbild.
Ich muss mich an Zahlen lang hangeln, seien es sichtbar gewordene Kilos auf der Waage, durchgehaltene Diät-Tage oder die Anzahl der über den Tag verspeisten Mahlzeiten (geteilt durch die guten/bösen Lebensmittel) um einschätzen zu können, wie er wohl eventuell aussehen könnte.
Auch das ist relativ.
Die Arme sind immer zu Fledermausartig, der Bauch zu rollig, die Oberschenkel zu breit, der Hintern zu hängend.
Egal, was die Waage sagt.
Während einer Therapie sollte ich ein paar Mal skizzieren, was mir an meinem Körper gut gefällt.
Meine Füße fand ich gut.
Der Rest (Augenbrauen, Handgelenke) war gelogen, um nicht ganz so erbärmlich zu wirken.
Inzwischen mag ich meine Handgelenke aber wirklich.
Meistens jedenfalls.
Leider sind meine Finger zu fett.
Passen damit dann wenigstens zum Rest des Körpers.

Und nun?
Tatsächlich habe ich trotzdem momentan das beste Körpergefühl meines Lebens.
Einerseits sind die Zahlen recht gnädig, andererseits gibt mir ein Kind auch ein wenig eine Ausrede für meinen Schwabbelbauch und die Hängebrüste. (Blablabla, tut es nicht und sonstwas fürn Arsch. Für mich tut es das.)
Und nun kommt das irrste: ich habe tatsächlich die ersten Male im Leben gesagt bekommen, dass ich schön bin, mein Körper begehrenswert ist (ich wähle mal ein alltagstaugliches Wort), sich gut anfühlt.
Was das für einen riesen Unterschied macht, hätte ich nie gedacht.
Danke dafür, von ganzem Herzen, auch, wenns vielleicht gelogen war.
Nicht danke an meine Familie, die mir so etwas nie gesagt hat, mich eher mit Diät-Tipps, mahnenden oder “witzigen” Sprüchen versorgt hat und es immer noch tut.

Was ich damit sagen will?
Keine Ahnung.
Wird die Sucht nach diesem Hochgefühl des Hungerns jemals wieder verschwinden?
Unwahrscheinlich.
Körperlichkeit ist nicht einfach.
Zumindest nicht für mich.
Ich bin in diesem Zusammenhang saufroh, einen Sohn zu haben, bei einer Tochter hätte ich viel mehr Angst ihr Körperbild unabsichtlich zu verkacken.
Ihm sage ich so oft es geht, wie unglaublich schön er ist.
Aus vollem Herzen.

(Und wer jetzt mit Diät-/Sporttipps kommen will: bitte Maul halten. Ernsthaft.)

 

 

Hier noch ein Text der Mädchenmannschaft zum Thema.

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7. April 2015

Aus gegebenem Anlass…

Eine Rückschau meiner 30-before-30-Liste.

Zuerst: was hatte ich Schiss, Bauchgrummeln, Angst eine Höllenpanik vor diesem Event. Die meisten meiner Geburtstage verliefen eher deprimierend (Echt jetzt. Mit Heulen und so. Fast jedes Jahr.) und nun so eine große, gewaltige Zahl, vor der ich mich bereits mit 15 gefürchtet habe..
Aber, was soll ich sagen: es war super.
Verreist mit einer Freundin ins Venedig des Nordens, hatte ich an genau dem Abend ein sehr entspanntes, nettes Date und konnte so quasi zwischen den pittoresken Häusern der Stockholmer Altstadt in die 30 reinknutschen.
Mach ich jetzt jedes Jahr so.
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Alla hopp, los gehts:

#1 eine neue fremdsprache lernen (zb schwedisch)
–> Hab ich nicht. 
Dafür mein Englisch dank Tinder aufgepimpt.
Kann ich mit leben. ;)

#2 ein großes erdbeerbeet anlegen
–> Nope. Schade.

#3 vier fortbildungen machen
–> Mehr als erledigt.

#4 mich gesünder ernähren
–> Naja, phasenweise..aber im Großen und Ganzen stimmt das schon.

#5 eine tattowierung für den igel machen
–> Nope. Kann aber noch warten.

#6 mindestens 3 monate vegan leben
–> 2 Jahre jetzt, yeah!

#7 arbeiten gehen
–> Been there, done that, war kacke.
Jetzt mach ich was besseres.

#8 mehr ordnung halten
–> Wurde sogar schon mehrmals lobend von meiner Mutter erwähnt.

#9 cupcakes backen
–> Hab ich gemacht. War jetzt nicht so erfüllend.
(Wie hat es dieser Punkt jemals in meine Liste geschafft???)

#10 umziehen
–> Meeeeeh….schlechtes Thema.

#11 mehr basteln
–> Hm, definiere “mehr”. Keine Ahnung ehrlich gesagt. Aber wäre mir jetzt auch nicht mehr so wichtig..

#12 weniger konsumieren
–> Naja, ich arbeite dran. Wenig Geld zu haben hilft da irgendwie.

#13 bewusster konsumieren
–> Mach ich. Meistens.

#14 ein zweites kind bekommen
–> Gaaaaaanz, ganz schlechtes Thema. Das nagt an mir. Mächtig gewaltig.

#15 eine spieluhr für den igel nähen
–> Joa, guckt er mitm Arsch nicht an.

#16 eine näh-ecke bauen
–> Hatte ich. Hab sie vor zwei Monaten wieder abgebaut, da Staubfänger und Platz-Wegnehmer.

#17 meinen bastel-kram ordnen
–> Pffffff…eher nicht so.

#18 studieren
–> Check.

#19 herrn schinken eine gehorsame gattin sein
–> Haha, ja, ähm nein.
Ich bin wohl eher die ewig meckernde Stimme im Hintergrund geworden.
Passt.

#20 geduldiger werden
–> Hmmm…phasenweise. Je nach aktueller Grundstimmung. Momentan bin ich ganz gut.

#21 europa (zumindest kurz) verlassen
–> Nope. Vermutlich aber dann diesen Sommer.
Wo wir gerade dabei sind: kann mir jemand Geld schenken? So 1000€ würden schon reichen.

#22 einen neuen vater für meine 10 kinder finden
–>…(Ich arbeite dran. Wie verrückt.)

#23 eine neue fertigkeit erlernen (zb spinnen, weben, seife machen,..)
–> Waschmittel selber machen. Nicht sehr kunstfertig, aber hey.
Außerdem glutenfrei Backen (wüäh), kochen, leben.

#24 weniger besitzen
–> Nee, das hat ganz sicher nicht geklappt.

#25 3 monate auszeit machen und reisen
–> Nope. Weiter recht akut auf der Liste.

#26 eine puppe für den igel nähen
–> Nope. Auch momentan nicht sonderlich präsent, da er mit seinen Puppen kaum spielt.

#27 im sommer mit dem igel einfach mal losfahren
–> Erledigt.
Mehr als ein Mal.
Anstrengend, aber sauschön.

#28 disziplinierter ämterkram erledigen
–> Hahahahaha.
Was war ich da naiv!

#29 …
–> Genau das.

Und nun? 40 before 40?
Das halte ich dann doch für etwas zu weit geplant…
Trotzdem gibts bestimmt nochmal eine wanna-do-Liste.

4. März 2015

Stöckchen im Popöchen

(Ja, ich kanns nicht lassen.
Kurz vor der 30 (*nervenzehrende Horrormusik im Hintergrund*) muss ich nochmal zum infantilen Rundumschlag ausholen.
Egal.)

Zwei Blogstöckchen habe ich während der letzten Wochen bekommen, eines von Cloudette, eines von der Wortmutter.

Ich ackere mich heute mal durch die Fragen von Cloudette, weil sie mir zumindest auf den ersten Blick hin als nicht sooo umfangreich erscheinen.
Schaun mer ma.

Warum hast du angefangen, zu bloggen?
Stunde um Stunde mit nuckelndem Kind an der Brust im Dunklen zu liegen wurde mir irgendwann zu langweilig. Also habe ich begonnen, anderer Leute Blogs zu lesen und dann wollte ich irgendwann auch mal was zum Großen und Ganzen sagen. Joa. Und das waren dann meine ersten Geh-Versuche.
Süß, wa?

Wie kamst du auf deinen Blognamen?
Klaro, irgendwie über den Begriff “Rabenmutter”.
Aber auch, weil mich folgender Spruch berührt hat:
“Als sie gebeten wurde, ihr Wertvollstes zu bringen, brachte die Krähe ihr Kücken.”

Bist du spontan oder überlegst du lange an deinen Blogthemen rum?
Spontan. Also klar, manchmal dauerts auch 2-3 Tage (Oder ein Jahr, ähäm.) bis ich es schaffe, etwas zu schreiben, länger behalte ich jedoch selten etwas im Kopf beziehungsweise es verliert für mich dann an Aktualität weil ich es schon genügend gedanklich umhergewälzt habe.
Zeitweise hatte ich überlegt, mir so ein Blog-Tagebuch anzulegen um Ideen, Texte und Anregungen zu sammeln. Mach ich bestimmt auch irgendwann mal. Im nächsten Leben oder so.

Bist du pseudonym oder mit Klarnamen unterwegs und warum?
Da ich stellenweise einiges über meinen Beruf gebloggt habe (zum Beispiel hier und da), war es für mich wichtig anonym bleiben zu können. Außerdem spielt da sicher auch meine links-radikale-alternative Paranoia etwas mit herein, so mit Handy im Kühlschrank oder nur per Zettelchen kommunizieren und so.
Anfangs habe ich auch darauf geachtet meinen Wohnort nicht zu nennen, das erschien mir aber auf die Dauer als nicht sinnvoll, da es schon ein paar Berlin-spezifische Themen gibt, die mich in meinem Leben bewegen.

Gibt es Dinge, über die du niemals bloggen würdest?
Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen.
Muha.
Ansonsten: Autos. Technik. Schuhe. Lippenstift. (Nagellack würde ich hingegen nicht ausschließen.)
Darüber, dass ich in diesem Augenblick gerade Schokocreme mit nem Messer aus dem Glas esse (“Naschen” kann ich das leider nicht mehr nennen.) würde ich natürlich auch niemals bloggen.
Nein im Ernst, sehr intime Details erzähle ich nicht, genaue Daten, Fotos vom Kind oder ähnliches gibt es nicht zu sehen (Vgl.: Krähenmutter: Links-radikale-alternative Paranoia, 2015, Werwilldasschonlesen-Verlagsgruppe, Berlin).
Was nicht heißt, dass ich mir das bei anderen nicht überaus gern anschaue.

Wie wichtig sind dir Zugriffe/Statistik, Likes, Kommentare?
Ich behaupte mal, das ist so ziemlich allen öffentlich bloggenden Menschen in irgendeiner Art und Weise wichtig.
Habe ich mich Anfangs schon über 5 Zugriffe pro Tag wie ne Schneekönigin gefreut, ging es dann 2013 rasch aufwärts. Aber wie heißt es nochmal: dann, aufhören, wenns am schönsten ist, ne? Irgendwie hat mich dann quasi auf meinem persönlichen Zenit so ein bisschen die Lust verlassen. Mal schauen, wie sich das die nächsten Monate weiter verhält.
Über Kommentare freue ich mich immer, auch, wenn sie mir manchmal etwas verloren gehen, weil ich sie mir nur kurz aufm Handy anschaue..also immer her damit!

Hast du Erfahrungen mit Trolls gemacht?
Nö.
Nicht ernsthaft.
Die haben alle Angst vor mir. :)

Welche Themen interessieren dich an anderen Blogs?
Das ist sehr unterschiedlich. Ich lese mich durchaus gern durch Koch- Backblogs, DIY-Projekte interessieren mich auch, ebenso ab und zu Kosmetikthemen oder natürlich auch Kinder-/Hebammenthemen.
Von Leuten die ich persönlich kenne, lese ich eigentlich so ziemlich jedes Thema gern.

Was muss ein Text haben, damit du ihn zu Ende liest?
So blöd es klingt: er darf nicht zu lang sein.
Würde ich im realen Leben niemals ein Buch unter 300 Seiten Umfang in die Hand nehmen, liegt bei mir im Internet tatsächlich der Fokus auf einer gewissen Kürze.
Außerdem sollte er einer gewissen grammatikalischen Logik folgen und ab einer gewissen (Tipp-?)Fehler-Anzahl höre ich auch auf zu lesen.
Bilder find ich ja immer schön. (Und nehme mir schon lange vor, diese mehr in meine Beiträge einzubinden. Jetzts stehts hier ganz öffentlich schwarz auf weiß: ab sofort mehr Bilder in meinem Blog!)

Bei wie vielen Blogs liest du so ungefähr mit? Ändert sich deine Leseliste über die Zeit?
Momentan bei wirklich wenigen, also hauptsächlich nur die, die auch in meiner Facebook-Timeline auftauchen, wenn sie einen neuen Artikel veröffentlicht haben (so rund 5 Blogs).
Meine Blogroll gehört auf jeden Fall mal wieder aktualisiert, ein weiteres Projekt für die kommenden Wochen.

Hast du dich schon mal persönlich mit anderen Blogger*innen getroffen?
Jo, vor gut 1,5 Jahren hab ich mich mit ein paar anderen Bloggerinnen getroffen.
Außerdem bisher schon zwei Mal mit der lieben (und schwischwuschwangeren!) Unsichtbaren, trotz einiger Distanz zwischen uns.
Die Wortmutter sehe ich trotz quasi nicht vorhandener Distanz leider abartig selten, Asche auf meine Haupt.

Was ist für dich das Schönste am Bloggen?
Ganz eigennützig: Dampf ablassen. Dinge schreiben, die einfach mal geschrieben werden müssen.
Und es dann einige Zeit später beim erneuten Lesen Revue passieren zu lassen.

So, das war jetzt doch recht viel.
Und nun schleuder ich das Stöckchen mit all meiner Kraft so weit ich kann (Achtung an alle hinter mir stehenden!) an:
Wortventil
Unsichtbares
Alsmenschverkleidet
Aufzehenspitzen
Babykram&Kinderkacke
Catzenkind (Als Wiederauferweckungsmaßnahme!)

Viel Spaß die Damen! ;)

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2. Februar 2015

Platt, platter, icke.

Lebt denn die alte Krähenmutter noch, Krähenmutter noch, Krähenmutter noch?
Lebt denn der alte Krähenmutter noch, Krähenmutter noch?
Ja, sie lebt noch, sie lebt noch, sie lebt noch.
Ja, sie lebt noch, sie lebt noch, stirbt nicht.
(Nie, würd ich glatt behaupten.)

Ja, also ähm, ich lebe tatsächlich noch.
Anders, besser, größer, schöner, neuer, attraktiver, noch weißer, mit Perlglanz und neuem Geschmack.
Auf jeden Fall jetzt mit Groß- und Kleinschreibung. (Irgendwann vor ein paar Wochen beschloß ich, diesbezüglich erwachsen zu werden.)

Das letzte halbe Jahr war gut, das beste seit öhmmm so circa 2-3 Jahren.
Mehr dazu später.
Oder vielleicht auch nicht.
Je nachdem, wie sich mein weiteres Zeitmanagement so gestaltet. (Ganz ehrlich, ich sehe diesbezüglich dunkelgrau.)
Soviel sei gesagt, die letzten Monate beinhalteten Veränderungen, UnWissen, neue Freundschaften, Mensa-Essen, Reisen, Schweineohren, wenig Schlaf, reichlich Cider, viele Stunden im Zug und jetzt haltet euch fest: Sex. Jawoll. (Jup, es ist traurig, dass das hier erwähnt werden muss, aber hey, ich habe jahrelang mit einem “kein Sex” – Tag gebloggt. Also bitte Gratulationen und Highfives in den Kommentaren hinterlassen.)

Uff jehts ihr Lieben!

Einmal Liebe auf diesem Wege über den Kiez-Äquator zur lieben Bloggerin vom Wortventil (http://wortventil.uphero.com/wordpress/ …warum gehts Verlinken hier immer noch nicht?) die mich angestupst und motiviert hat.

Und wem jetzt nach Party zumute ist, dem sei das hier ans Herz gelegt:

4. Juni 2014

lasset die spiele beginnen

nun isses soweit: wenn der igel und ich uns zoffen, heißts mit zitternder unterlippe: “ich will zu paaaaaapiiiiiiiiiiiiiii!!!!!”
umgedreht genauso.

dann kanns ja nicht mehr lange dauern, bis “aaaaaber bei papi darf ich das immer!” kommt. ;)

(und ja, son bisschen wurmt mich das ja schon, bisher war einfach immer ich unangefochtene nummer eins…)

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