The Holy Green Smoothie Grail und ich

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So, nun isses mal wieder soweit.
Mein Ernährungstagebuch verlässt seine staubige Schrankecke, der Mixer steigt von seinem Thron auf dem Kühlschrank herab und die heilige Mutter Waage wird wieder täglich zu Rate gezogen.
Ich hab zugenommen.
Wahnsinnige vier Kilo in zwei Monaten.
Wäre ich schwanger, wäre das ideal.
So isses nun einfach scheiße.

Schuld daran sind xyz und abc.
Ich hab viel Scheiß in mich reingestopft (kein Geld zum Einkaufen führt manchmal dazu, dass alte Kekse ein vollwertiges Abendbrot darstellen sollen), mit dem neuen Mann an meiner Seite (bzw auf dem Skype-Bildschirm) so getan, als wäre ich vööööllig normal (‚Nach 18.00 Uhr noch essen? – Klaro, kein Problem.‘ ‚Mit dem Kind Eis essen gehen und ich ess auch eins? – Mach ich doch immer so.‘) und irgendwie die Kurve nicht mehr gekriegt.
Passiert.
Zumindest mir immer mal.

Außerdem hab ich seit Studiumsbeginn (Heute, vor genau einem Jahr. Ja, ich sitz jetzt grad Zuhause. Ja, ich find das völlig okay. ) begonnen wieder literweise Kaffee in mich reinzuschütten und hab das in den Semesterferien leider, leider auf Frappé umgestellt.

Ich fühl mich schlapp und unfit, meinem Spiegelbild würde ich am liebsten ins Gesicht spucken und so einige Klamotten kneifen und spannen an allen Ecken und Enden.

Zeit, das sich was dreht.

Und ihr müsst jetzt hier und auf Instagramm für ne Weile ein paar ‚Ach, was ernähr ich mich heute wieder gesund‘-Bilder aushalten.
Verzeiht es mir.

Meine große Scheide

…ist derzeit beliebtes Thema am Frühstückstisch (Pft.).
Der spätere Berufswunsch des Kindes ist Samenzelle und mehrmals täglich wird seine eigene Zeugung und Geburt (mit großem Sprung aus der Fruchtblase) szenisch dargestellt.
Mensch ahnt es schon: Er wird großer Bruder.
In etwa zwei Monaten wird es soweit sein und sein Papa bekommt ein zweites Kind.
Seit der Kerl davon weiß, wird alles rund ums Kinderkriegen aufgesaugt und abgespeichert.

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Elmo gebiert am laufenden Band einen kleinen Elmo, ich assistiere und vertone das ganze (da lohnt sich doch mal ne Hebammenmutter), hab dann aber laut Kind leider so rein gar keine Ahnung von Babys. Doppel-Pft.

Als er noch Videos auf dem Handy gucken durfte, lief das hier hoch und runter:

Auch seine Bücherecke hat sich um das Thema erweitert, hier eine Auswahl derjenigen Werke, welche wir schon durchgehechelt (muhahaha) haben:
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Welche Büchertipps rund ums Thema habt ihr noch oder was kam bei euren Kindern rund ums Thema Geschwisterchen gut an?

Übrigens momentane Lieblingsfrage, circa ein Mal am Tag: „Mama, weißt du eigentlich noch, dass ich ein Geschwisterchen kriege?“
Ja, es kann mir wohl kaum entfallen sein und ich bin deswegen fast so aufgeregt wie du.
Aber wehe, du äußerst dich nochmal zu der Größe meiner Scheide. Daran warst nämlich nicht ganz unwesentlich du beteiligt. Pft. Pft.

Wirritäten

Ich liege in einem Deckenwust im Bett, um mich herum eine Peripherie aus Salzteiggebäck, Kuscheltieren und Kinderbüchern. Das Kind verarztet, verkauft und singt, immer wieder muss ich eine Hand aus meiner Höhle schieben um zu assistieren.
Ich bin krank.
Und froh, so ein nettes, verständnisvolles Kind zu haben, welches mit seinen 4,5 Jahren bereits viel Zeit ohne mich totschlagen kann. Woher er diese Leichtigkeit und den Frohsinn nimmt, ist mir ein Rätsel.
Morgen geht der Kerl wieder für ein paar Tage zum Papa und mir blutet bereits jetzt das Herz. Seine letzten Stunden mit mir verbringt er in einsamer Stille, alles „laute“ muss er drüben im Wohnzimmer machen, dazu zählt leider viel, was einem Kind so Spaß macht.
Beim Papa ist ständig was los, es findet sich immer jemand, der mit ihm spielt, er kann rausgehen wann er will, hat sein eigenes Zimmer, Papa brüllt nie rum.
Selbstverständlich ist Papa auch der stärkste Mensch der Welt und weiß alles.

Ja, heute ist einer dieser Tage.
Ich bin sicher nicht die schlechteste Mutter der Welt, dazu gibt es zu viele.
Aber irgendwo bei den lustlosen, ständig schimpfenden, langweiligen, nichts vernünftiges zu Essen zu Hause habenden Motzkühen reihe ich mich ein.

Nun hockt das Kind im Wohnzimmer, hört CD und lernt mit seinem neuen Ting-Buch mit der Hexe Huckla Englisch.
Mit Geschenken überhäufen zumindest kann ich.

Wer unser Leben in freundlichen Pastelltönen sehen möchte, kann dies ab sofort auf Instagramm tun.
Wie ich zu finden bin, steht hier unter „Icke“.

Trotzkopf

Manchmal läuft etwas nicht so, wie geplant.
Häufig sogar ist das so, zumindest bei uns zu Hause.
Dann zu lernen, die Ruhe zu bewahren ist schwer. Nicht zu brüllen, Sachen zu schmeißen, heulend wegzurennen.
Angestaute Vorfreude explodiert in grenzenloser Wut und Frustration.
Die ganze Enttäuschung bricht sich Bahn, nichts ist mehr gut genug, alles scheint wertlos und sollte zerstört werden, das ganze Leben wird zu ein Trümmerhaufen.

Nicht einfach, solche Tage.
Für uns beide nicht.
Ich übe mich im positiv denken und nicht verzweifeln, seit 30 Jahren.
Manchmal klappt es, häufiger mal nicht.
Heute hat es nicht geklappt und es war ein beschissener Scheiß-Tag.
Armes Kind, das mit solch einer trotzköpfigen Mama gestraft ist.

Tropfen auf heiße Steine

Die Sprachlosigkeit der letzten Zeit lässt ein wenig nach, kopflose Hektik weicht planerischem Kalkül.
Bei mir, wohlgemerkt.
Tausenden Menschen dort draußen geht es anders.

Der Drang, etwas zu tun, wuchs während der letzten Wochen immer stärker an.
Eine Klamottenspende war schon mit dem DRK vereinbart, zu mehr, wie dem Aushelfen vor dem Berliner Lageso habe ich mich nicht getraut, hinter jeder Ecke lauernde fremdartige Krankheiten und allgemein wilde Zustände herrschten in meinem Kopf vor.
Der Gedanke schwirrte in meinem Kopf, ob das Kind und ich hier nicht etwas zusammenrücken könnten, um geflüchteten Menschen Unterkunft zu gewährleisten.
Wieder Angst vor Ansteckung, kein Platz, es ist eh schon so beengt, mir ist das nichts.

Trotzdem kaufte ich ein paar Hygieneartikel und Spielzeug ein, fasste es als eventuellen Plan fürs Wochenende ins Auge mal zum Gelände zu fahren und das dort abzugeben.
Wieder Zuhause über Facebook die Nachricht: heute kein Bus vorm Lageso, 200 Menschen ohne Unterkunft für die Nacht.
You’re waiting for a sign?
This is it.

In der Turmstraße angekommen, war ich etwas zittrig, wusste nicht, wer und was mich erwartet.
Nervös wollte ich mich anmelden und irgendwo einreihen, bekam als Antwort allerdings nur: „Schön, dass ihr da seid. Sucht euch Leute aus, nehmt sie mit und bringt sie morgen 8.00Uhr wieder her.“
Ähäm. Okay.
Ich war ja noch nie sonderlich kontaktfreudig und spontan, perfekt also für mich.
30min später sitzen vier Menschen aus dem Irak in meinem Auto, müde, verschwitzt, wir sind alle noch etwas überrascht.
Das Kind versucht sie zu beruhigen: „Bei uns ist kein Krieg. Wir haben Zuhause ganz viel zu essen.“
Der Vater versichert mir, wie schön Berlin sei.
Ich wiege zweifelnd den Kopf.
„Iraq: bumm, bumm, bumm.“
Ja.
Berlin ist sauschön, Recht hat er.
Bloß nicht drüber nachdenken, mit Tränen in den Augen fährt es sich so schlecht.

In unserem kleinen Schlaraffenland angekommen, versuche ich mein Chaos unauffällig beiseite zu schaffen (unser Aufbruch war etwas überstürzt, der Abwasch türmt sich, überall liegt noch Spielzeug rum, Bettzeug ist wild zum Trocknen aufgehängt), telefoniere nebenbei mit dem deutschsprachigen Neffen der Familie, weise in den Gebrauch der Waschmaschine ein, verteile Handtücher zum Duschen und kämpfe mit der blubbernden Tomatensoße auf dem Herd. (Was? Da darf kein Brokkoli rein, dann können sie es nicht mehr essen? Also nochmal von vorn. – Keine Ahnung, was mir der Neffe da am Telefon erzählt hat, ich wollte einfach alles richtig machen.)
Irgendwann sind wir alle in unseren Betten, rasch wird es still.

7.00Uhr, das Kind will wecken gehen, kommt aber mit der Nachricht wieder: „Die Menschen bewegen sich nicht.“.
Okay, don’t panic, hingehen, anklopfen, leise ins Zimmer rufen.
Keine Reaktion.
Ein zaghafter Blick ins Bett: zutiefst erschöpfte Menschen liegen zusammengekuschelt in einem Wust aus Decken und Kissen, mein Herz wird schwer.
Wie gern würde ich sie dort drei Tage schlafen lassen, doch sie müssen sich wieder einreihen in die Menge der Wartenden.

Mit leicht schwitzigen Händen (Drückt die Polizei eigentlich ein Auge zu, wenn die Rückbank aus nem guten Zweck überfüllt ist?) fahre ich die vier wieder zurück zum Gelände der Lageso.
Letzte Worte auf den Weg, obwohl wir uns über die Sprache nicht verstehen, Händedrücken, eine Umarmung.
Schnell weg, bevor ich losheule.

Abends sehen wir uns wieder, die Freude ist groß, sie haben einen Platz in einer Unterkunft, sind registriert. Das Kind wird geknutscht und geknuddelt, der Sohn der Familie steckt ihm Müsliriegel, Äpfel und Kaugummis zu, wir versuchen die neuesten Infos mit Händen und Füßen auszutauschen.
Ich bin wieder da.
Diesmal besser vorbereitet mit vorgekochtem Essen und einer improvisierten Tee-Ecke im Zimmer.
Refugees welcome – bring your families.

#BloggerFuerFluechtlinge

Raus.

Das hätte ich mir ja auch nicht träumen lassen.
Da steh ich morgens 7.00 Uhr vorm Kleiderschrank (bereits fertig abgefrühstückt und geduscht), werfe Klamotten auf einen stetig wachsenden Haufen und esse mit etwas halbherziger Begeisterung Erdbeerkuchen aus Knete, während der Ein-Meter-kleine Kellner schon wieder die nächste Bestellung aufnimmt.
Und ich finds gar nicht so schlimm.
Also ja, bisschen grummelig bin ich schon, aber hey, ich bin seit meiner frühen Kindheit an als konsequenter Morgenmuffel bekannt und gefürchtet.

Aber jetzt bin ich im Wahn.
Aufräumen, Entrümpeln, Ausmisten.

Habe ich schon die letzten Monate immer mal beschaulich hier und dort was weggeschmissen und aus-/umsortiert, hat mich jetzt ein Buch völlig mitgerissen: „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston.
Ich bin zwar alte Eso-Tante (klaro, als Hebamme, mit Räucherstäbchen, Klangschalen und so), mit Feng Shui hab ich allerdings nichts am Hut.
Macht nix, darum geht es in dem Buch auch gar nicht.
Es steht seit Jahren in meinem Bücherregal, hat eventuell auch schon ein paar Umzüge mitgemacht, so genau weiß ich das gar nicht.
Warum ich es nun gerade in die Hand genommen hab – bestimmt Schicksal, von wem auch immer herbeigezaubert.
Eventuell ziehe ich bald um, vielleicht auch nicht. Bisher habe ich mich nicht getraut, aus Angst vor (unter anderem) einem monströsen Umzug.
Ich habe Semesterferien und das erste Mal seit Jahren wieder einfach Zeit zum Zuhause sein (Im Klartext: momentan kein Geld für Urlaub.).
Ein neuer Mensch ist in mein Leben getreten, auch das setzt spürbar Energie frei.

Auf jeden Fall möchte ich nicht mehr mit so viel Gepäck durchs Lebens gehen.
Die Wortmutter, deren Blog gerade aus monetären Gründen gesperrt ist, hat mich auf das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo aufmerksam gemacht. Das Buch selbst habe ich mir noch nicht besorgt (siehe oben, kein Geld und so), aber wild im Internet dazu herum gelesen, was auch schon Inspiration genug war.
(Es gibt dazu Listen. Zum Abhaken. In bunt. Ein Traum für Listen-Fans wie mich.)
Und so wühle ich mich durch angehäufte vermeintliche Schätze, nehme sie in die Hand und prüfe, ob mein Herz zu ihnen spricht. Oder sie zu meinem Herzen? Irgendwie sowas.

So, das Knet-Eis wird gleich serviert und die 120-Liter-Schwerlast-Säcke (Der Mann vom DRK hat gesagt, ich darf nichts anderes nehmen!) rascheln nach mir.
Fotos folgen.
Stay tuned.
Seid ihr auch alle so aufgeregt wie ich?

Mein Nervenkostüm

Bereits vergangene Woche gab es eine hitzige Diskussion mit zwei Kommilitoninnen, warum ich denn (mit Kind) nicht noch 17.30 spontan an den See fahren möchte. Das sei doch gar nicht anstrengend. Ich muss doch nur am Wasser liegen und nichts tun. Und wir fahren auch ganz früh wieder zurück. Das Kind sei doch auch so unkompliziert und würde alles einfach mitmachen.

Alle mitlesenden Eltern finden sicher die Fehler.

Ganz ehrlich: mit Kind ist alles anstrengend.
Sauschön und sauanstrengend.
Um es nicht für andere anstrengend zu machen, lege ich mich mächtig ins Zeug. Es wird Beschäftigungsmaterial eingepackt, außerdem verschiedenste Snacks und Getränke. Dazu ein geduldiges Dauerlächeln aufgesetzt um die Stimmung nur ja nicht kippen zu lassen und dann mit kreischendem 4jährigen heulend nach Hause zu fahren, weil der eigene Akku einfach völlig leergesaugt ist und sich der Kopf nur nach 15min Nichts sehnt.
Wie der kommende Tag nach so einem Ausflug aussieht, können sich wohl die meisten denken. Schön auf jeden Fall nicht.
Das ist von außen vielleicht alles nicht so ersichtlich und so stand ich als ganz schön langweilige Spielverderberin da, als ich den See-Ausflug boykottierte. (Die 30minütige „Du willst doch auch zum See, oder? Schön baden mit uns und so? Komm, sag mal Mama, dass du auch an See willst!“-Arie dem Kind gegenüber hat meine Laune nicht gerade verbessert. Danke dafür.)

Eine der Kommilitoninnen hat uns nun morgen zu ihrem Geburtstag eingeladen und es ist ihr ganz, ganz wichtig, dass wir auch kommen.
Sie fahren gegen Abend zur Ostsee, feiern dann am Strand rein, übernachten in einem WG-Zimmer und wollen den nächsten Tag dann noch nach Rügen und abends wieder zurück.
Wäre wirklich, wirklich schön, wenn wir auch dabei sein würden.
Echt jetzt.
Soooo anstrengend wird das schon nicht.

Ha.
Ja.
Klingt fantastisch.
Aber ihr wisst doch: ich bin ne elende Langweilerin und gönne weder mir noch meinem Kind irgendwelchen Spaß.

(Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nach den Prüfungen nicht noch mit saufen gekommen, sondern so schnell wie möglich zum Bahnhof geradelt bin. Weil ich *gääääääähn* mal wieder (!) pünktlich in der Kita sein wollte. Echt ey. Saftsäckin, ich elende.)

Mal wieder…

Urlaub. Seit offiziell gestern sogar. Schön ist das.
Aufgrund momentanen Geldmangels verbringen wir den momentan noch in der Stadt und schwitzen uns einen ab.
Vielleicht komme ich dann aber auch mal zu was, sonst verbringen wir irgendwie nie so viel freie Zeit in unserer Wohnung.
Gestern hab ich schon Bücher aussortiert und online vertickt, nun bin ich gespannt, ob da genau die Unsummen bei rumkommen, die mir vorher auf dem Bildschirm präsentiert wurden.
Sonst winkt das übliche: gründlich aufräumen, die Steuer machen, Geburtstagspäckchen verschicken, Eis essen gehen..
Jetzt muss es nur noch 10°C kühler werden (Jahaaaa, hasst mich ruhig alle, aber ich wünsche mir tatsächlich gediegene 25°C! T-Shirt und kurze Hose-Wetter statt klitschnasse sich in die Poritze windende Hotpants und Tops, die mehr präsentieren als ich will, sobald ich mich bücke.) und ich bin sicher sofort wieder in der Lage mich zu bewegen und halbwegs klar zu denken.

Vielleicht schaffe ich sogar mal wieder ein paar Blogposts, wenn das Kindchen seinen schwitzigen Mittagsschlaf hält. Wer weiß, wer weiß…

Körperwelten. Jetzt mit Haut drüber. In echt.

Ein eeeewiges Thema.
Das hier find ich ziemlich beeindruckend.
Und ich frage mich, woran die Unterschiede wohl liegen mögen..?

Ich kann mich nicht erinnern, jemals (Großes Wort. Sagen wir einfach ab der Pubertät.) ein positives Bild von meinem Körper gehabt zu haben.
Ich fand mich immer zu fett.
Wurde zwar nur „die Dicke“ genannt, aber in meinen Augen war ich unsäglich fett.
Das finde ich auch jetzt noch häufig, obwohl ich etliche Kilo leichter bin.
Mein morgendlicher Gang auf die Waage bestimmt so gewaltig meine Laune für den Tag, dass es mehr als gruselig ist. (Schon der morgendliche Gang ist nicht immer drin. Wenn ich den Tag/die Tage davor „böse“ gegessen habe, fällt der aus. Weil ich mich nicht traue und Angst vor den Zahlen habe.)
Wieviele Diäten ich in meinem Leben begonnen/durchgezogen habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen.
Soviel ist klar: mein Stoffwechsel ist im Arsch.
„Normal“ essen ist nicht.
Am liebsten hätte ich eine Sonde, die mich ernährt, dann müsste ich mir keine Gedanken mehr machen.
Kein Einteilen mehr in „gut“, „geht so“ und „böse“.
An schlimmen Tagen habe ich das Gfeühl gar nichts essen zu können, weil alles böse ist, mit Fett, Kohlenhydraten, mehr Kalorien als ein halbes Glas Wasser.
Meine bloße (abartige) Existenz war mir etliche Jahre peinlich, schon Einkaufen hat mich puterrot werden lassen, weil ich andere Menschen mit mir und meinem Körper konfrontiert habe. (Nein, ich war nie nackt einkaufen.)
Auch jetzt schäme ich mich manchmal noch für mein Da-sein.
Aber es ist selten geworden.
Mein Körper war nie mein Feind, er war abstrakt, abgespalten, nicht zurechnungsfähig, fremd.
Dementsprechend verzerrt war und ist mein Selbstbild.
Ich muss mich an Zahlen lang hangeln, seien es sichtbar gewordene Kilos auf der Waage, durchgehaltene Diät-Tage oder die Anzahl der über den Tag verspeisten Mahlzeiten (geteilt durch die guten/bösen Lebensmittel) um einschätzen zu können, wie er wohl eventuell aussehen könnte.
Auch das ist relativ.
Die Arme sind immer zu Fledermausartig, der Bauch zu rollig, die Oberschenkel zu breit, der Hintern zu hängend.
Egal, was die Waage sagt.
Während einer Therapie sollte ich ein paar Mal skizzieren, was mir an meinem Körper gut gefällt.
Meine Füße fand ich gut.
Der Rest (Augenbrauen, Handgelenke) war gelogen, um nicht ganz so erbärmlich zu wirken.
Inzwischen mag ich meine Handgelenke aber wirklich.
Meistens jedenfalls.
Leider sind meine Finger zu fett.
Passen damit dann wenigstens zum Rest des Körpers.

Und nun?
Tatsächlich habe ich trotzdem momentan das beste Körpergefühl meines Lebens.
Einerseits sind die Zahlen recht gnädig, andererseits gibt mir ein Kind auch ein wenig eine Ausrede für meinen Schwabbelbauch und die Hängebrüste. (Blablabla, tut es nicht und sonstwas fürn Arsch. Für mich tut es das.)
Und nun kommt das irrste: ich habe tatsächlich die ersten Male im Leben gesagt bekommen, dass ich schön bin, mein Körper begehrenswert ist (ich wähle mal ein alltagstaugliches Wort), sich gut anfühlt.
Was das für einen riesen Unterschied macht, hätte ich nie gedacht.
Danke dafür, von ganzem Herzen, auch, wenns vielleicht gelogen war.
Nicht danke an meine Familie, die mir so etwas nie gesagt hat, mich eher mit Diät-Tipps, mahnenden oder „witzigen“ Sprüchen versorgt hat und es immer noch tut.

Was ich damit sagen will?
Keine Ahnung.
Wird die Sucht nach diesem Hochgefühl des Hungerns jemals wieder verschwinden?
Unwahrscheinlich.
Körperlichkeit ist nicht einfach.
Zumindest nicht für mich.
Ich bin in diesem Zusammenhang saufroh, einen Sohn zu haben, bei einer Tochter hätte ich viel mehr Angst ihr Körperbild unabsichtlich zu verkacken.
Ihm sage ich so oft es geht, wie unglaublich schön er ist.
Aus vollem Herzen.

(Und wer jetzt mit Diät-/Sporttipps kommen will: bitte Maul halten. Ernsthaft.)

 

 

Hier noch ein Text der Mädchenmannschaft zum Thema.